Pflanzenart
Tragopogon pratensis
L.
Wiesen-Bocksbart
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze, überwiegend zweijährig, meist 30 bis 80 cm hoch, gekennzeichnet durch aufrechten und schaftartigen Wuchs, mit wenig verzweigtem, hohlem, gestreiftem und oft rötlich gefärbtem Stängel, an den Knoten verdickt. Der Stängel ist anfangs leicht behaart mit einem wolligen Filz, der schnell abfällt und bei reifen Exemplaren kahl wird.
Die Blätter sind hauptsächlich in einer basalen Rosette angeordnet, mit einer Blattspreite von 5 bis 20 cm Länge und etwa 4 mm Breite, linear-lanzettlich mit spitzem Apex. Sie sind sitzend und stängelumfassend, mit verbreiterter Basis, die den Stängel umschließt, leicht gefurcht und mit ganzem, welligem Rand. Die Mittelrippe ist auf der Unterseite deutlich sichtbar. Jüngere Blätter können eine leichte Behaarung aufweisen, die mit dem Alter verschwindet.
Die Blüten, in einzelnen Köpfchen am Ende dünner, schaftartiger Stiele gruppiert, sind intensiv goldgelb. Der Durchmesser der Köpfchen variiert zwischen 3 und 6 cm. Die Hülle ist zylindrisch, mit lanzettlichen Schuppen (7-8 an der Zahl), 18 bis 33 mm lang nach der Fruchtbildung, die nach hinten gebogen sind. Die Zungen der Blütenkronen, zahlreich und strahlenförmig angeordnet, messen zwischen 22 und 30 mm und sind radiärsymmetrisch. Die Blüten sind zwittrig und schließen sich in den Mittagsstunden oder bei bedecktem Wetter, wobei sie eine konische Form annehmen.
Die Früchte sind spindelförmige Achänen, 15 bis 25 mm lang, mit leicht rauer Oberfläche und einem langen, dünnen Schnabel, der manchmal die Länge des Achänenkörpers erreicht oder übertrifft. Der Pappus ist federig, gebildet aus verflochtenen Haaren, die eine schirmartige Struktur bilden und der windverbreiteten Ausbreitung dienen. Das Wurzelsystem ist Pfahlwurzel-typisch, mit einer etwa 1 cm dicken, vertikal verdickten Wurzel.
Lebensraum und Verbreitung
Diese Art ist in ganz Italien und den Mittelmeerregionen verbreitet, bevorzugt montane und hügelige Lebensräume, kommt aber auch bis zu 2.100 Metern Höhe vor. Sie wächst häufig auf Wiesen, fetten Weiden, Brachland, Straßenrändern und unbebauten Flächen und bevorzugt dabei etwas feuchtere Böden als verwandte Arten derselben Gattung.
Sie siedelt sich vorzugsweise in offenen, sonnigen oder teilweise schattigen Habitaten mit überwiegender Vollsonneneinstrahlung an. Ihr Vorkommen ist häufig in anthropogenen und halbnatürlichen Umgebungen, wo sie eine wichtige Rolle für die krautige Biodiversität spielt.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich allgemein von Mai bis August, mit einigen Variationen in Abhängigkeit von Höhe und Breite. In tieferen Lagen und wärmeren Regionen kann die Blüte bereits im Mai beginnen, während sie in höheren Lagen bis zum Spätsommer andauert. Die Köpfchen öffnen sich in den frühen Morgenstunden und schließen sich gegen Mittag oder spätestens am frühen Nachmittag, besonders bei ungünstigen Wetterbedingungen.
Ökologie und Bestäubung
Die Art wird von bestäubenden Insekten, hauptsächlich Bienen und anderen Hymenopteren, bestäubt, die von der Farbe und Form der gelben Zungenblüten angezogen werden. Das Nachmittags-Schließen der Blüten ist wahrscheinlich eine Strategie zum Schutz der Fortpflanzungsorgane vor ungünstigen klimatischen Bedingungen und zur Optimierung der Bestäubung in den frühen Tagesstunden.
Die Samenverbreitung erfolgt hauptsächlich durch den federigen Pappus, der dank seiner schirmartigen Struktur aus verflochtenen Haaren eine effektive windverbreitete Ausbreitung ermöglicht und so die Kolonisierung neuer Lebensräume auch in beträchtlicher Entfernung von der Mutterpflanze erlaubt.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Diese Pflanze ist auch für ihre medizinischen und ernährungsbezogenen Eigenschaften bekannt. Die Wurzel, reich an Inulin, wird in der Volksmedizin als reinigend, harntreibend, auswurffördernd, schweißtreibend und adstringierend verwendet. Sie wird insbesondere zur Beruhigung von Husten und als unterstützendes Mittel bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt.
Ernährungstechnisch können die zarteren Blätter roh zum Würzen von Salaten verzehrt werden, während die Wurzeln und jungen Triebe zum Kochen in Suppen, Omeletts oder als gekochtes Gemüse geeignet sind. In einigen Gebieten des Piemont ist die Pflanze sehr geschätzt und wird „barbabucco“ genannt: Dort wird sie traditionell in der Pfanne mit Butter und lokalem Käse wie Toma di Montagna gebraten.
Außerdem wird ein Aufguss der Blütenblätter zur Aufhellung der Haut und von Sommersprossen verwendet, während das aus der Pflanze gewonnene Destillat zur Trockenreinigung von Leder eingesetzt werden kann. Diese Anwendungen stammen aus der Volksüberlieferung und sind nicht immer wissenschaftlich belegt.
Etymologie
Der Gattungsname stammt vom griechischen „trágos“ (Ziegenbock) und „pogón“ (Bart) und bezieht sich auf die federartigen Haare des Pappus, die an den Bart eines Ziegenbocks erinnern. Der Artname „pratensis“ bezieht sich auf den typischen Lebensraum der Art, nämlich Wiesen.
Der deutsche Trivialname „Wiesen-Bocksbart“ hat vermutlich langobardische Ursprünge: „bikk“ bedeutet nämlich Schnabel, also Ziegenbock, und verweist symbolisch auf die Form des federigen Pappus, der an den Bart eines Tieres mit spitzem Maul erinnert.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, Flora d'Italia
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Marinella Zepigi)
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Scheda botanica
| Famiglia | Asteraceae |
|---|---|
| Fioritura | maggio – agosto |
| Forma biologica | Schaftpflanzen |
| Habitat | essbare Pflanze, mit gelben Blüten, Mehrjährige Pflanze |
| Uso alimentare | Commestibile |
| Uso officinale | Pianta officinale |
Domande frequenti
- Quando fiorisce Wiesen-Bocksbart?
- Wiesen-Bocksbart fiorisce maggio – agosto.
- È commestibile Wiesen-Bocksbart?
- Wiesen-Bocksbart è considerata commestibile. Verifica sempre le parti eduli e la preparazione corretta prima del consumo.
- Che tipo di pianta è Wiesen-Bocksbart?
- Wiesen-Bocksbart è una Hemicryptophyten (Schaftpflanzen) secondo la classificazione di Raunkiaer.
- A quale famiglia appartiene Wiesen-Bocksbart?
- Wiesen-Bocksbart appartiene alla famiglia botanica Asteraceae.
Wo ich sie gefunden habe (9 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Asteraceae
- Vollständiger Name
- Tragopogon pratensis L.
- Lebensform
- Hemicryptophyten schaftpflanzen
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