Pflanzenart
Centaurea nervosa
Willd.
Federige Flockenblume
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze von kleiner Größe, gewöhnlich zwischen 10 und 40 cm hoch, mit aufrechtem Wuchs und gestreiftem Stängel, robust und oft unverzweigt, endend in einem einzigen Köpfchen. Der Stängel ist durch eine gestreifte Oberfläche und eine leichte Behaarung aus rauen, abstehenden weißen-grauen Haaren gekennzeichnet.
Die Blätter sind wechselständig am Stängel angeordnet und besitzen eine lanzettliche bis oblanzettliche Blattspreite, mit krautiger Konsistenz und behaarter Oberfläche. Die Grundblätter sind in einen kurzen Stiel von 2-3 cm verjüngt, mit einer oblanzettlich-eiförmigen Spreite variabler Größe von 4-5 cm Breite bis 9-11 cm Länge, spitz an der Spitze und mit ganzem oder leicht gezähntem Rand, ausgestattet mit bogenförmigen Nerven, deren Basis von abgeschnitten bis halb umschließend reicht. Die oberen Blätter sind sitzend, mit breiter Basis, halb umfassen und elliptisch geformt, stets mit flachen Zähnchen und einer deutlich ausgeprägten Mittelrippe.
Die Blüte ist ein einzelnes Köpfchen, subglobos geformt, mit einem Durchmesser von 4-5 cm, mit kompakten Hüllblättern von 1,5-2,5 cm Länge, die vollständig mit gekämmten Hochblättern bedeckt sind, welche zwischen 0,5 und 2 cm lang sind. Diese Anhängsel besitzen eine zentrale Reste mit zahlreichen seitlichen Fransen (15-30 pro Seite), federartig aussehend, hell rostfarben und gebogen-reflex zurückgeschlagen, was dem Hüllblatt ein federiges und dekoratives Aussehen verleiht.
Die Blüten sind alle zwittrig und radiärsymmetrisch, von intensiv violetter Farbe, mit zentralen röhrenförmigen Blüten und strahlenförmigen Randblüten, die in lineare Lappen geteilt sind. Es sind viele röhrenförmige Blüten vorhanden, ohne Kelch (K 0/5), und fünf Staubblätter. Der Achäne ist etwa 4 mm lang, bräunlich-grau gefärbt und trägt einen weißen Pappus von 1,5 bis 3 mm Länge, der die Samenverbreitung fördert.
Das Wurzelsystem, typisch für mehrjährige Bergarten, ist robust und gut verankert, was der Pflanze das Überleben unter den strengen Bedingungen alpiner Lebensräume ermöglicht.
Lebensraum und Verbreitung
Die Art ist typisch für montane und subalpine Zonen des Alpenraums und des nördlichen Apennins, mit einer Verbreitung, die sich über den gesamten Alpenbereich und teilweise den südöstlichen Mittelmeerraum erstreckt, insbesondere auf dem Balkan, während sie in den Pyrenäen fehlt. In Italien ist sie auf den Alpen verbreitet, wo sie in subalpinen und alpinen Höhenlagen wächst, gewöhnlich zwischen 1500 und 2500 Metern Höhe.
Sie bevorzugt sonnige Weiden, fettes Grasland und Gebüsche, vor allem auf silikatischen Böden wie Lava und Tuff, scheut aber auch nicht Substrate mit feinem kalkhaltigem und dolomitischem Material, das oft durch äolische Prozesse oder Muren eingebracht wird. Die Böden, auf denen sie wächst, sind im Allgemeinen fruchtbar, neutral bis leicht sauer und gut mit mineralischen Basen versorgt. Die Exposition ist meist gut beleuchtet, in offenen und sonnigen Umgebungen.
Blütezeit
Die Blütezeit erfolgt hauptsächlich in den Monaten Juli und August, mit möglicher Verlängerung bis September in höheren Lagen oder bei besonderen Mikroklimata. Die Blüte ist ein charakteristisches Zeichen der alpinen Sommersaison und fällt mit der höchsten Aktivität der bestäubenden Insekten zusammen.
Ökologie und Bestäubung
Die Art ist zwittrig und ihre Bestäubung erfolgt überwiegend entomophil, das heißt durch bestäubende Insekten, die von der lebhaften Farbe und der Form des Köpfchens angezogen werden. Auch Autogamie kommt häufig vor, doch ist die Hauptstrategie die Förderung der Kreuzbefruchtung zur Erhaltung der genetischen Variabilität.
Die Samenverbreitung erfolgt durch Epizoochorie, das heißt die Samen mit federartigem Pappus haften am Fell der Tiere, die die Weiden durchqueren, was die Kolonisierung neuer Gebiete begünstigt.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Der Gattungsname Centaurea ist mit der griechischen Mythologie verbunden, wo der Zentaur Chiron, bekannt für seine Weisheit und medizinischen Kenntnisse, diese Pflanze wegen ihrer heilenden Eigenschaften verwendet haben soll. Obwohl es keine spezifischen direkten Hinweise auf ethnobotanische oder medizinische Anwendungen von Centaurea nervosa in der italienischen Tradition gibt, ist die Gattung Centaurea historisch für Anwendungen in der Phytotherapie bekannt, insbesondere als entzündungshemmendes Mittel und zur Wundbehandlung.
Der italienische Trivialname „Federige Flockenblume“ verweist auf die Ähnlichkeit ihrer Blüten mit denen der Kornblume, jedoch mit typischen Merkmalen des Berglebensraums und intensiveren Farben.
Etymologie
Der wissenschaftliche Name stammt vom lateinischen centaureum ab, ein Begriff, der die Zentauren der griechischen Mythologie bezeichnet, insbesondere Chiron, den weisen und ärztlichen Zentaur, der der Überlieferung nach die therapeutischen Eigenschaften einiger Arten der Gattung entdeckte. Das Art-Epitheton nervosa bezieht sich auf die deutlich sichtbaren Adern oder Nerven auf den Blättern der Pflanze.
Der gebräuchliche Name „Federige Flockenblume“ hebt die Ähnlichkeit mit den Blüten der Kornblume (Centaurea cyanus) und ihren typischen alpinen Lebensraum hervor und unterstreicht ihre Zugehörigkeit zur alpinen Umwelt.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, "Flora d'Italia"
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Mirna Medri)
- Tela Botanica / H. Coste, "Flore descriptive et illustrée de la France"
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (5 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Asteraceae
- Vollständiger Name
- Centaurea nervosa Willd.
- Synonyme
- Centaurea plumosa A.Kern., nom. illeg.; Centaurea uniflora Turra subsp. nervosa (Willd.) Bonnier & Layens
- Lebensform
- Emicriptofite scapose
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