Pflanzenart
Achillea tomentosa
L.
Filzige Schafgarbe
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze, 10 bis 50 cm hoch, gekennzeichnet durch einen stängellosen Wuchs und aufrechte oder manchmal an der Basis geknickte (gekniete) Stängel. Der Stängel ist im Bereich der Blütenstände verzweigt und mit einem dichten, weichen und wolligen Haarfilz bedeckt, der ein grau-filziges Aussehen verleiht. Diese Wolligkeit kann eine Länge von über 1 mm erreichen.
Die Blätter sind lanzettlich und linear, mit einer Länge von 3 bis 30 mm und einer Breite, die etwa vier- bis fünfmal geringer als die Länge ist. Sie sind bipinnat-zerschnitten, das heißt in kleine lineare Lappen unterteilt, 20 bis 40 an der Zahl, die wiederum in drei lineare Teile segmentiert sind. Anfangs weisen sie eine grau-wollige Oberfläche auf, bedingt durch die dichte Behaarung, die mit der Reife zurückgeht, wodurch das Blatt nahezu kahl wird. Die Konsistenz ist krautig und die Oberfläche ist mit weichen, aber nicht klebrigen Haaren bedeckt.
Das Wurzelsystem besteht aus holzigen, schräg verlaufenden, oberflächlichen Rhizomen, die das Überdauern und die Ausbreitung der Pflanze ermöglichen.
Der Blütenstand besteht aus einem kompakten, eiförmig-schirmrispigen Endstand, 2-4 cm breit, gebildet aus zahlreichen relativ kleinen Köpfchen (zwischen 15 und 50), jedes mit einem Durchmesser von 5-7 mm. Die Köpfchen bestehen aus gelben Röhrenblüten in der Scheibe und 4-6 gelben Zungenblüten mit dreilappigen Zungen, die etwa so lang sind wie die Hülle. Diese Zungen sind oft nach unten gerichtet und bedecken teilweise die Hülle, die eiförmig ist, 2-3 mm lang und 4 mm breit, mit hellbraunen Schuppen und hyalinen Rändern. Die Blüten sind stängellos angeordnet und die Symmetrie ist radiär.
Die Früchte sind kleine Achänen, 1-1,3 mm lang, ohne Pappus, an der Spitze abgestutzt und flach. Dieses Merkmal erleichtert die lokale Verbreitung durch Fallenlassen und Transport durch Wind oder kleine Tiere.
Habitat und Verbreitung
Diese Art ist typisch für xerotherme Lebensräume und bevorzugt trockene, steinige und sonnige Hänge, vorwiegend auf silikatischen Substraten. Sie wächst von der Ebene bis in Berglagen von etwa 1700 Metern und besiedelt montane und submontane Lebensräume, die oft durch geringe Feuchtigkeit und gut durchlässigen Boden gekennzeichnet sind.
In Italien ist sie vor allem in den zentralen und nördlichen Alpen verbreitet, mit Verbreitung vom Trentino bis zur Ligurien und entlang des nördlichen und zentralen Apennins bis nach Abruzzen. Die Verbreitung erstreckt sich auch nach Südeuropa und in einige Gebiete des südlichen Sibiriens. Auf Sardinien findet man sie vor allem auf schweren und feuchten Böden, obwohl sie generell trockenere Standorte bevorzugt.
Blütezeit
Die Blütezeit konzentriert sich hauptsächlich auf die Sommermonate von Juni bis August, mit möglichen Variationen in Abhängigkeit von Höhe und Breitengrad. In den Apuanischen Alpen kann die Blüte beispielsweise bereits Mitte Mai beginnen und bis Mitte Juni andauern.
Ökologie und Bestäubung
Die Pflanze ist xerothermophil und an Bedingungen mit geringer Wasserverfügbarkeit sowie sonnige und warme Standorte angepasst. Die leuchtend gelbe Blüte zieht zahlreiche bestäubende Insekten an, vor allem Bienen und andere Blütenbesucher, die die Köpfchen aufsuchen, um Nektar und Pollen zu sammeln. Die kompakte Anordnung der Köpfchen in Schirmrispen erleichtert die Fremdbestäubung und maximiert die reproduktive Effizienz.
Die Samenverbreitung erfolgt hauptsächlich durch Fallenlassen in der Nähe der Mutterpflanze, da das Fehlen eines Pappus die windbedingte Fernverbreitung einschränkt. Wahrscheinlich tragen auch Tiere zur sekundären Verbreitung bei.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Der Gattungsname Achillea leitet sich von der mythologischen Figur Achilles ab, der der Legende nach diese Pflanze zur Behandlung der Wunden seiner Soldaten während der Belagerung von Troja verwendete oder selbst vom Zentauren Chiron mit dieser Pflanze geheilt wurde.
Der Artname „tomentosa“ bezieht sich auf die charakteristische wollige Behaarung, die die Pflanze bedeckt.
Der wollige Schafgarben-Tausendblatt wurde wie andere Arten der Gattung Achillea traditionell in der Phytotherapie wegen seiner blutstillenden und wundheilenden Eigenschaften verwendet, obwohl für diese spezifische Art die traditionellen Informationen weniger gut dokumentiert sind als für andere Achillea-Arten.
Etymologie
Der gebräuchliche Name „wolliges Tausendblatt“ verweist sowohl auf die Eigenschaft der Blätter, fein in viele kleine Lappen unterteilt zu sein („Tausendblatt“), als auch auf die dichte Behaarung („wollig“), die die gesamte Pflanze bedeckt und ihr ein wolliges, gräuliches Aussehen verleiht.
Der Ursprung des wissenschaftlichen Namens ist mit der mythologischen Figur des Achilles und dem wolligen Aussehen der Pflanze verbunden, das ihre Spezifität innerhalb der Gattung definiert.
Quellen
- Prof. P.V. Arrigoni, „Flora analitica della Toscana“, „Flora dell'Isola di Sardegna“
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Giuliano Salvai)
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Asteraceae
- Vollständiger Name
- Achillea tomentosa L.
- Lebensform
- Emicriptofite scapose
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