Pflanzenart
Lotus hirsutus
L.
Langhaar-Backenklee
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Der behaarte Klee ist ein mehrjähriger Halbstrauch von kleiner Größe, mit einer Höhe von etwa 50 cm. Die Pflanze zeigt eine aufrechte-aufsteigende und verzweigte Wuchsform, mit holzigen Stängeln im unteren Bereich und eher krautigen im oberen Bereich. Der Stängel ist mit dichtem Haarbesatz bedeckt, der der gesamten Pflanze ein behaartes Aussehen und eine gräuliche Färbung verleiht, eine Eigenschaft, die sich auch auf Blätter und Blüten erstreckt. Die Oberfläche des Stängels kann spinnwebartig erscheinen, mit dichten und rauen Haaren.
Die Blätter sind wechselständig, fast sitzend und grau-grün mit bläulichem Schimmer, beständig und seidig. Sie bestehen aus fünf dimorphen Fiederblättchen: obovate-oblang, mucronat, bis zu 2,5 cm lang. Die beiden unteren Fiederblättchen sind in der Regel kleiner und können oft wie Stipeln erscheinen, die den Stängel umschließen. Der Blattrand ist ganzrandig und die Oberfläche behaart.
Die Blüten, knapp 2 cm lang, sind in kugeligen, endständigen Köpfchen zusammengefasst, jedes bestehend aus 5-11 Blüten auf einem Blütenstiel von 10-30 mm, umgeben von einer dreiteiligen, blattartigen Hochblätter. Der Kelch ist rosa-braun oder purpurfarben, mit lineal-lanzettlichen Zähnen, die länger als die Kelchröhre sind. Die Krone ist schmetterlingsförmig, mit einer spatelförmigen und aufrechten Fahne und seitlichen Flügeln in weiß-rosa Farbe, was den Blüten einen zarten hellen Ton verleiht. Der Androeceum besitzt teilweise freie Staubfäden, die kürzer als die Röhre sind.
Die Frucht ist eine sprungfähige, zylindrische und stumpfe Hülse, 6-12 mm lang, braun-rötlich gefärbt. An der Spitze befindet sich ein Mucron, der vom verholzten Rest des Griffels stammt. Die Hülse enthält mehrere ovale und gefleckte Samen. Während der Reifung ordnen sich die Früchte sternförmig an und die Klappen drehen sich auf, was die Samenverbreitung erleichtert, indem sie weit von der Mutterpflanze weggeschleudert werden.
Das Wurzelsystem wird in den Quellen nicht detailliert beschrieben, aber wie bei vielen Fabaceae kann man das Vorhandensein von Wurzeln mit stickstofffixierenden Knöllchen vermuten, die für das Leben in nährstoffarmen Umgebungen nützlich sind.
Lebensraum und Verbreitung
Der behaarte Klee ist eine typische Art der mediterranen Regionen, mit einem Verbreitungsgebiet entlang der Mittelmeerküsten, das sich nach Norden und Osten bis zum Gebiet der Vite erstreckt. In Italien ist er vor allem in bergigen und hügeligen Gebieten bis etwa 1300 Meter Höhe anzutreffen.
Er bevorzugt trockene Lebensräume wie Trockenwiesen, Brachflächen, Böschungen, Schutthalden, Dünen und sandige Böden. Diese Lebensräume sind in der Regel gut drainiert und nährstoffarm, wo die Pflanze dank ihrer Anpassungsfähigkeit effektiv kolonisieren kann. Die bevorzugte Exposition ist sonnig, in offenen und gut beleuchteten Bereichen.
Blütezeit
Die Blüte erfolgt hauptsächlich in den Monaten Mai und Juni, mit möglichen lokalen Variationen, die von klimatischen Bedingungen und der Höhe abhängen. In der Regel entwickeln sich die Blüten im späten Frühling und tragen zu einem Vegetationszyklus bei, der die milden mediterranen Bedingungen nutzt.
Ökologie und Bestäubung
Die Art ist eine gute Bienenweide, mit Blüten, die zahlreiche bestäubende Insekten anziehen, insbesondere Bienen und andere Hautflügler, die Nektar und Pollen sammeln. Der produzierte Pollen ist grau oder braun und trägt zusammen mit dem Nektar zur Herstellung von hellem und zart duftendem Honig bei.
Die Vermehrung erfolgt durch Samen, die in den Hülsen enthalten sind, welche sich bei Reife aufdrehen und so die Ausbreitung über größere Entfernungen erleichtern. Dieser Ausbreitungsmechanismus verbessert die Kolonisierung neuer geeigneter Lebensräume.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Der behaarte Klee ist eine Heilpflanze mit sedativen, beruhigenden und krampflösenden Eigenschaften. Die Blüten werden in Tees verwendet, um Schlaflosigkeit zu bekämpfen; außerdem werden äußerliche Zubereitungen wie Tinkturen oder Bäder auf Basis dieser Pflanze wegen ihrer adstringierenden und wundheilenden Wirkungen bei Hautentzündungen eingesetzt.
Aus bienenwirtschaftlicher Sicht ist sie eine wichtige Bienenweide, geschätzt für die Produktion von hellem und zartem Honig.
Es wird jedoch Vorsicht bei der therapeutischen oder ernährungsbezogenen Anwendung empfohlen, da die Informationen nur zu Informationszwecken dienen und keinen medizinischen Rat ersetzen.
Etymologie
Der Gattungsname „Lotus“ stammt vom griechischen „lotos“ und bezeichnete verschiedene hochwertige Futterpflanzen, was die Bedeutung dieser Arten in der Tierernährung und der antiken Landwirtschaft widerspiegelt. Das Adjektiv „hirsutus“ bezieht sich auf das behaarte Aussehen der Pflanze, gekennzeichnet durch dichten und rauen Haarbesatz an Stängel, Blättern und Blüten.
Der italienische gebräuchliche Name „Langhaar-Backenklee“ verweist sowohl auf die Form der Blätter, die Kleeblättern ähneln, als auch auf die charakteristische Behaarung, die die Pflanze fühlbar rau und sichtbar borstlich macht.
Quellen
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Giuliano Salvai)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (7 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Fabaceae
- Vollständiger Name
- Lotus hirsutus L.
- Synonyme
- Dorycnium hirsutum (L.) Ser.
- Lebensform
- Camefite suffruticose
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