Pflanzenart
Trigonella alba
(Medik.) Coulot & Rabaute
Trigonella bianca, Meliloto bianco
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Einjährige oder zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Fabaceae, gekennzeichnet durch eine stängellose Wuchsform mit aufrechten und stark verzweigten Stängeln, die eine Höhe von 50 bis 120 cm erreichen. Die Stängel sind kahl, kantig, mit glatter Oberfläche und ohne Behaarung, oft verströmen sie einen charakteristischen Duft nach Cumarin.
Die Blätter sind dreifach gefiedert, mit lanzettlichen, länglich-lanzettlichen Blättchen variabler Größe, die fein gesägte oder gezähnte, manchmal auch gekerbte Zähne aufweisen. Die Blättchen sind gestielt, und die Nebenblätter sind dünn, grätenähnlich (lesiniform oder borstig). Die Blattstellung ist unpaarig gefiedert.
Die Blütenstände bestehen aus sehr langen und dichten achselständigen Trauben, die zahlreiche kleine cremeweiße Blüten tragen, manchmal mit gelb-grünlichen Schattierungen. Die Blüten sind geruchlos und zeigen eine stängellose Wuchsform, mit kurz bewimperten Blütenstielen und Blütenstielchen, die die Länge des Kelches erreichen. Die Blüte besitzt eine Fahne (Standard), die länger ist als die Flügel und das Schiffchen, welche gleich lang sind.
Die Früchte sind eiförmige, hängende, kahle Hülsen, etwa 4 mm lang und bei Reife schwarz gefärbt. Die Oberfläche der Hülsen zeigt eine netzartige und gerillte Aderung, mit einem oberen Rand ohne Kiel und einer stumpfen oder leicht spitzen Spitze mit kleinem Schnabel. Im Inneren befinden sich ein bis zwei eiförmige, glatte und leicht eingedellte Samen.
Das Wurzelsystem wird in den Quellen nicht detailliert beschrieben, ist aber wie typisch für Fabaceae vermutlich gut entwickelt und in der Lage, atmosphärischen Stickstoff durch Symbiose mit Rhizobium-Bakterien zu fixieren.
Lebensraum und Verbreitung
Art mit subkosmopolitischer Verbreitung, die in Europa, West- und Nordeuropa bis nach China vorkommt, wächst in Italien und im gesamten Mittelmeerraum und bevorzugt feuchte und ruderalisierte Standorte.
Sie ist häufig an Ufern von Wasserläufen, an Feldrändern, Wiesen, Brachflächen und Wegen zu finden, auf sandigen oder tonigen Böden, oft an halbschattigen oder sonnigen Standorten. Die Art passt sich gut an frische und mäßig feuchte Böden an und ist in Bezug auf den pH-Wert nicht besonders anspruchsvoll.
Die Höhenlage variiert von 0 bis etwa 1200 m ü. NN, wobei sie häufig in Ebenen und Hügellandschaften vorkommt. Der typische Lebensraum ist daher aquatisch oder semi-aquatisch bzw. durch eine gute Wasserverfügbarkeit gekennzeichnet.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September (manchmal Juni bis September), mit einer gewissen Variabilität, die von der geografischen Breite und den lokalen klimatischen Bedingungen abhängt. In gemäßigten Klimazonen und im Mittelmeerraum fällt die Hauptblütezeit in den Sommer, wenn die Temperaturen hoch und die Feuchtigkeit noch ausreichend ist.
Ökologie und Bestäubung
Trigonella alba ist eine mellifere Pflanze von Interesse für bestäubende Insekten. Die kleinen weißen Blüten, die in dichten und langen Trauben gesammelt sind, ziehen hauptsächlich Bienen und andere Hymenopteren an, die als Bestäuber fungieren. Die Blütenstruktur mit prominenter Fahne begünstigt den Besuch der Insekten, die die Kreuzbestäubung erleichtern.
Die Samenverbreitung erfolgt durch das Abwerfen der reifen Hülsen, die sich lösen und durch Wasser oder Kontakt mit Boden und Tieren transportiert werden können. Die Pflanze, die einjährig oder zweijährig ist, verlässt sich auf die Samenproduktion zur Regeneration der Populationen.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Die Art ist bekannt für ihren Gehalt an cumarinischen Glykosiden, ätherischem Öl, Stärke, Stickstoff, Harzen und Saponinen, die ihr traditionelle medizinische Eigenschaften verleihen. In der Kräuterkunde wurde sie wegen ihrer auflösenden, antiseptischen, emollienten, beruhigenden und krampflösenden Eigenschaften verwendet.
Der Aufguss von Trigonella alba, mit angenehmem Geschmack, wurde traditionell zur Förderung des Schlafs bei Kindern und nervösen Personen eingesetzt, verabreicht kurz vor dem Zubettgehen. Historisch wurde sie auch als Augentropfen verwendet, dank ihrer beruhigenden Eigenschaften.
Es gibt auch Hinweise auf die Nutzung der Pflanze als Futterpflanze, die gelegentlich zu diesem Zweck angebaut wurde. Zudem gilt sie als gute Nektar- und Pollenspenderin für Bienen und trägt somit zur Honigproduktion bei.
Es ist jedoch zu beachten, dass die medizinische und ernährungsbezogene Verwendung der Pflanze mit Vorsicht und unter fachkundiger Aufsicht erfolgen sollte, da einige Wirkstoffe bei unsachgemäßer Anwendung toxisch sein können.
Etymologie
Der Gattungsname leitet sich vom griechischen τρίγωνος (trígonos) ab, was „dreieckig“ bedeutet, in Bezug auf die Form der Blätter, die aus drei Blättchen bestehen. Das spezifische Epitheton „alba“ ist lateinisch und bezieht sich auf die weiße Farbe der Blüten, die diese Art von anderen verwandten Arten wie Trigonella officinalis unterscheidet, die gelbe Blüten aufweist.
Der italienische Trivialname „trigonella bianca“ greift direkt diese morphologischen Merkmale auf, während „meliloto bianco“ die frühere taxonomische Einordnung in die Gattung Melilotus und die Blütenfarbe widerspiegelt.
Quellen
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Marinella Zepigi)
- Tela Botanica / H. Coste, "Flore descriptive et illustrée de la France"
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (5 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Fabaceae
- Vollständiger Name
- Trigonella alba (Medik.) Coulot & Rabaute
- Synonyme
- Melilotus albus Medik.
- Lebensform
- Terofite scapose
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