Pflanzenart
Anthyllis montana
L.
Berg-Wundklee
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige Pflanze von kleiner Größe, mit büscheligem Wuchs und an der Basis verholzten, verzweigten und gewundenen Stängeln. Die Höhe variiert im Allgemeinen zwischen 10 und 30 cm, mit aufrechten oder aufsteigenden krautigen Stängeln, die einen Durchmesser von etwa 2 cm erreichen können. Diese Stängel sind behaart oder mit seidigen Haaren bedeckt und im oberen Teil blattlos (afyll).
Die Blätter sind meist grundständig, unpaarig gefiedert angeordnet, mit einer variablen Anzahl von 15 bis 31 Blättchen von elliptischer, lanzettlicher oder mehr oder weniger linearer Form. Die Blättchen sind wechselständig, auf beiden Seiten behaart, besonders entlang des Randes, mit dem endständigen Blättchen von oblanzettlicher bis obovater Form. Alle Blättchen sind über einen gestreiften, scheidigen und bleibenden Stiel mit der Rhachis verbunden. In der Regel ist nur ein Stängelblatt vorhanden, das nahe der Basis oder in der Mitte des Stängels sitzt.
Die Blüte besteht aus einem einzelnen halbkugelförmigen, kugeligen Köpfchen von etwa 2,5 cm Durchmesser, das an der Spitze der Stängel sitzt. Das Köpfchen ist langgestielt und von zwei sitzenden, blattartigen, handförmig geteilten, gezähnten und meist kürzeren Hochblättern als die Blüten umgeben. Die Blüten sind zahlreich, etwa 9-12 mm lang, mit einem röhrenförmigen, behaarten Kelch, der mit fedrigen Zähnen ausgestattet ist, die so lang sind wie die Röhre selbst (4-5 mm). Die Krone zeigt eine Farbvariation von Rosa bis intensiv Purpur, oft mit violetten Schattierungen, und neigt beim Austrocknen zur Dunkelfärbung. Die Fahne ist länglich-glockenförmig und ragt über die Hochblätter hinaus; die Flügel sind größer als das leicht gebogene und stumpfe Kielblatt.
Die Frucht ist eine ellipsoidische, längliche und zugespitzte Hülsenfrucht, kahl, mit rauer oder netzartiger Oberfläche. Sie enthält glatte, subniereförmige Samen von etwa 2-3 mm Größe. Das Wurzelsystem wird in den verfügbaren Quellen nicht detailliert beschrieben, ist aber, wie typisch für montane Fabaceae, vermutlich gut entwickelt, um sich in felsigen Böden zu verankern.
Lebensraum und Verbreitung
Diese Art ist typisch für montane Lebensräume des mediterranen Raums und Südeuropas, mit einer verbreiteten Präsenz in Italien vor allem im Gebirgsgebiet. Sie wächst vorwiegend an grasigen und felsigen Standorten, bevorzugt auf kalkhaltigen Substraten, in Höhenlagen zwischen 300 und über 1.600 Metern. Sie ist in sonnigen oder halbschattigen Lagen mit gut durchlässigem Boden anzutreffen.
Das chorologische Areal wird als mediterran-montan definiert, mit einer Verbreitung, die sich mit anderen stenomediterranen und euri-mediterranen Arten überschneidet, die an Gebirgsregionen angepasst sind. In Italien werden einige Unterarten anerkannt, mit morphologischen Varianten, die an spezifische Gebiete oder Höhenlagen gebunden sind, wie z.B. die subsp. atropurpurea mit kürzeren Stängeln und dunkelvioletter Krone.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich hauptsächlich von Mai bis Juli, mit möglichen Variationen abhängig von Höhe und Breite. In höheren Gebirgszügen kann die Blüte später beginnen, während sie in niedrigeren Lagen etwas früher einsetzen kann. Die Blüten entwickeln sich in terminalen Köpfchen, die durch ihre lebhafte Farbe und kugelige Struktur gut sichtbar sind.
Ökologie und Bestäubung
Die Pflanze zeigt eine reproduktive Strategie, die typisch für Fabaceae ist, mit Blüten, die besonders für entomophile Bestäubung geeignet sind. Die Hauptbestäuber sind Bienen und Hummeln, die von der farbigen Krone und dem Nektarangebot angezogen werden. Die Blütenstruktur mit behaarten Kelchen und prominenten Kronblättern erleichtert den Besuch der bestäubenden Insekten.
Die Samenverbreitung erfolgt wahrscheinlich durch autochthone Mechanismen, mit direkter Freisetzung aus der reifen Hülsenfrucht; spezielle Formen der Fernverbreitung, wie Tiertransport oder Anemochorie, sind nicht bekannt. Das Vorhandensein von Haaren und die Form der Samen deuten auf eine Anpassung an das Überleben in montanen Lebensräumen hin, eher als an eine Verbreitung über weite Strecken.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Der gebräuchliche Name „Berg-Wundklee“ verweist auf die traditionellen Anwendungen dieser Pflanze, die mit der Fähigkeit verbunden sind, die Wundheilung zu fördern, ähnlich wie bei anderen Arten der Gattung Anthyllis (vom Griechischen, „pelzige Blüte“). Obwohl keine spezifischen ethnobotanischen Daten zu dieser montanen Art vorliegen, ist die Gattung Anthyllis in einigen Traditionen für medizinische Eigenschaften bekannt, insbesondere als Wundheilmittel und Entzündungshemmer.
In den konsultierten Quellen gibt es keine direkten Hinweise auf Nahrungsmittelverwendung oder eine bedeutende Rolle im Volksglauben, doch die Präsenz in montanen Umgebungen hat oft eine lokale Nutzung als Heilpflanze oder zu dekorativen Zwecken gefördert.
Etymologie
Der Gattungsname „Anthyllis“ leitet sich aus der Verbindung der griechischen Wörter „anthòs“ (Blüte) und „iulus“ (Behaarung) ab, in Bezug auf die charakteristischen behaarten Kelche der Blüten. Das Art-Epitheton „montana“ weist eindeutig auf den bevorzugten Lebensraum der Art hin, nämlich Gebirgsregionen.
Der italienische Trivialname „Berg-Wundklee“ steht in Verbindung mit der volkstümlichen Tradition, die dieser Pflanze heilende Eigenschaften zuschreibt, insbesondere für Wunden (vom Lateinischen „vulnerare“ = verwunden, Wunden heilen).
Quellen
- Prof. S. Pignatti, Flora d'Italia
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Giuliano Salvai)
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Fabaceae
- Vollständiger Name
- Anthyllis montana L.
- Lebensform
- Camefite suffruticose
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