Pflanzenart
Cynodon dactylon
(L.) Pers.
Hundszahngras
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Die rote Kriechgrasmilch ist eine ausdauernde krautige Pflanze mit kriechendem und buschigem Wuchs, mit verflochtenen epigäischen Ausläufern und zähen, kriechenden und verzweigten unterirdischen Rhizomen, die sich leicht an den Knoten verwurzeln und eine schnelle Bodenbesiedlung ermöglichen. Die Halme sind niederliegend-aufsteigend und erreichen eine variable Höhe zwischen 10 und 40 Zentimetern.
Die Blätter sind linear, zweizeilig, überwiegend grundständig, mit einer Blattspreite von 3-5 cm Länge und 3-3,5 mm Breite, lanzettlich geformt und mit fester krautiger Konsistenz. Die Blattoberfläche ist gekielt und mit abstehenden Haaren besetzt, besonders nahe der Scheide; die Ligula ist durch einen etwa 1,5 mm langen Haarfransen ersetzt. Die Blätter der sterilen Triebe sind kürzer und lanzettlicher.
Die Blütenstände sind terminal, bestehen aus 3-7 fingerförmigen oder fast fingerförmigen Ähren, die in einem Wirtel an einem abgeflachten Achsenstängel angeordnet sind und 3-4 cm lang sind. Die Ähren sind dünn, von grün bis violett, mit einblütigen Ährchen von etwa 2-2,5 mm Länge, seitlich zusammendrückbar. Jedes Ährchen trägt eine fertilen Blüte und einen abortiven oberen Blütenrudiment. Die Hüllspelzen sind nahezu gleich und lanzettlich, messen jeweils 0,7-1,7 mm, sind spitz, membranös und einkernig. Die Deckspelze ist etwa 2,3 mm lang, konkav, dreilappig, ohne Granne und entlang des Kieles behaart. Die Frucht ist eine Karyopse mit anhaftendem Perikarp.
Das Wurzelsystem besteht aus sehr ausgedehnten oberflächlichen Rhizomen und Ausläufern, die eine weite Ausbreitung und eine starke Beikrautfähigkeit fördern.
Habitat und Verbreitung
Die rote Kriechgrasmilch ist eine wärmeliebende Art, die in ganz Italien und im Mittelmeerraum verbreitet ist, typisch für trockene oder halbtrockene Lebensräume, aber sehr anpassungsfähig. Sie wächst häufig auf Brachland, in Hecken, an Straßenrändern, auf trockenen Grasflächen, sandigen und betretenen Böden bis zu 800 Metern Höhe. Sie ist auch häufig in anthropogenen Umgebungen und als Beikraut in Kulturen.
Sie bevorzugt gut drainierte, oft sandige oder nährstoffarme Böden und passt sich leicht an verdichtete und gestörte Böden an. Ihre Verbreitung ist subkosmopolitisch, da sie im Alten Kontinent heimisch ist, aber in warmen Klimazonen weltweit weit verbreitet naturalisiert ist.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich in Italien von Juni bis September, mit möglichen Schwankungen in Abhängigkeit von der Höhe und den lokalen klimatischen Bedingungen. In wärmeren oder mediterranen Klimazonen kann die Blütezeit bis Mai oder September verlängert sein, was eine gewisse phänologische Plastizität zeigt.
Ökologie und Bestäubung
Die rote Kriechgrasmilch ist eine ausdauernde, rhizom- und ausläuferbildende Pflanze, die dichte und widerstandsfähige Rasenteppiche bildet. Die Vermehrung erfolgt hauptsächlich vegetativ über Rhizome und Ausläufer, die eine schnelle Ausbreitung und Besiedlung neuer Flächen ermöglichen. Die Bestäubung ist anemophil, typisch für Poaceae, und ist nicht auf bestäubende Insekten angewiesen. Die Samenverbreitung ist begrenzt und sekundär gegenüber der klonalen vegetativen Vermehrung.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Die rote Kriechgrasmilch ist bekannt für ihre medizinischen Eigenschaften: Die Rhizome enthalten Schleimstoffe, Zucker, Stärke, saponinhaltige Substanzen, ein Vanillin-Glucosid und Kaliumsalze. Traditionell wurde sie als Volksheilmittel wegen ihrer harntreibenden, reinigenden, entzündungshemmenden und erfrischenden Wirkungen verwendet, insbesondere bei Erkrankungen wie Gicht, Arthritis und Rheuma.
Der Rhizom-Auszug ist ein altes Mittel zur Frühjahrskur und Entgiftung des Körpers. Früher wurden getrocknete und geröstete Rhizome als preiswerter Kaffeeersatz verwendet, der frei von den Nebenwirkungen des Kaffees war. Eine interessante Anwendung ist die Herstellung eines erfrischenden und kostengünstigen Bieres.
Neben der medizinischen Nutzung wird die Art in Regionen mit warmem und trockenem Klima häufig als Rasengras in englischen Gartenanlagen verwendet, dank ihrer Widerstandsfähigkeit und Fähigkeit, den Boden schnell zu bedecken. Zudem liefert sie in vielen Gebieten wichtiges Futter.
Etymologie
Der Gattungsname Cynodon stammt vom griechischen „kynodon“, zusammengesetzt aus „kyon“ (Hund) und „odon“ (Zahn), vermutlich bezogen auf die spitze und gezähnte Form der Ährchen. Das spezifische Epitheton „dactylon“ bedeutet „Finger“ und verweist auf den fingerförmigen Blütenstand, der durch strahlenförmig angeordnete Ähren wie Finger einer Hand gekennzeichnet ist.
Der italienische Trivialname „gramigna rossa“ bezieht sich auf die violett-rötliche Farbe der Ähren, die sie von anderen grüneren oder gelblichen Kriechgrasmilch-Arten unterscheidet.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, "Flora d'Italia"
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Anja Michelucci)
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (4 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Poaceae
- Vollständiger Name
- Cynodon dactylon (L.) Pers.
- Lebensform
- Geofite rizomatose
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