Pflanzenart
Sporobolus indicus
(L.) R.Br.
Indisches Fallsamengras
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Indisches Fallsamengras ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Poaceae, gekennzeichnet durch einen büscheligen Wuchs mit Stängeln, die sich meist prostrat-aufsteigend entwickeln und eine variable Höhe zwischen 40 und 100 cm erreichen. Der Stängel ist aufrecht, einfach, kahl und im oberen Bereich wenig belaubt, mit festen Internodien von 1-2 mm Länge. Die Pflanze besitzt eine kurze und faserige Rhizomwurzel, die ihr eine ausgezeichnete Widerstandskraft und die Fähigkeit verleiht, sandige und wenig stabile Böden zu besiedeln.
Die Blätter sind wechselständig am Stängel angeordnet und haben eine lineare Form mit ganzrandigem und krautigem Blattgewebe. Die Blattspreite ist bis zu 30 cm lang und 3 bis 5 mm breit, grünlich bis grau-grün gefärbt, meist flach oder leicht nach innen eingerollt, mit rauen Rändern und Nerven fühlbar. Die Ligula ist sehr kurz und durch eine Büschel von etwa 0,5 mm langen Haaren ersetzt.
Die Blüte ist eine sehr schmale und längliche Rispe vom spitzenähnlichen Typ, 10 bis 30 cm lang und 3-5 mm breit, mit aufrechten und fast kahlen Zweigen, oft unterbrochen und gelappt. Die Blüten sind klein, ohne Blütenblätter, weiß-grünlich oder violett gefärbt und in etwa 2 mm langen Ährchen (Epilletiden) angeordnet. Die Hüllspelzen (Glumen) sind ungleich: die untere Glume ist kleiner, stumpf und gezähnt, die obere spitz und erreicht die Hälfte der Länge der Deckspelzen (Glumellen). Die Blüten besitzen drei Staubblätter mit unterschiedlich großen Staubbeuteln von 0,5 bis 1 mm. Die Frucht ist ein Caryopsis mit quadratischer oder abgeflachter Form.
Lebensraum und Verbreitung
Ursprünglich aus Amerika stammend, hat sich Indisches Fallsamengras in verschiedenen Regionen Südeuropas, einschließlich Italien, eingebürgert, wo sie sandige und küstennahe Lebensräume bevorzugt, insbesondere Gebiete in der Nähe von Flüssen, Stränden und Küstendünen. Sie wächst typischerweise auf sandigen, leicht sauren oder neutralen, gut durchlässigen Böden, oft in gestörten oder offenen Bereichen wie Straßenrändern, Wegen und Ruderalflächen.
In Italien wird ihr Vorkommen vor allem in den Küstenregionen des Südens und Zentrums gemeldet, kann sich jedoch auch in anderen mediterranen Klimazonen ausbreiten. Sie ist in Höhenlagen von 0 bis etwa 3000 Metern anzutreffen und zeigt eine gute Höhenanpassungsfähigkeit, bevorzugt jedoch Standorte in niedrigen Lagen mit sonniger oder teilweise schattiger Exposition.
Blütezeit
Die Blütezeit von Indisches Fallsamengras erstreckt sich hauptsächlich von Juni bis September, mit leichten Schwankungen je nach geografischem Gebiet und lokalen klimatischen Bedingungen. Im Mittelmeerraum erfolgt die Hauptblüte im Sommer, wenn die Temperaturen höher sind und die Lichtverhältnisse für die Entwicklung der Blütenstände günstiger sind.
Ökologie und Bestäubung
Diese Art ist eine invasive Pflanze, die dazu neigt, gestörte und offene Flächen schnell zu besiedeln, dank ihrer Robustheit und Widerstandsfähigkeit gegenüber den extremen Bedingungen sandiger und küstennaher Lebensräume. Die Fortpflanzung erfolgt überwiegend anemophil: die kleinen, blütenblattlosen Blüten mit Staubblättern produzieren Pollen, der vom Wind verbreitet wird und so die Fremdbestäubung erleichtert.
Die Samen, enthalten in den Caryopsen, sind sehr klein und werden ebenfalls hauptsächlich durch den Wind oder sekundär durch Wasser oder mechanische Geräte verbreitet, was zur Ausbreitung und Expansion der Art in neuen Habitaten beiträgt.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Es sind keine besonderen ethnobotanischen Anwendungen oder traditionelle medizinische Verwendungen von Indisches Fallsamengras in der italienischen oder mediterranen Flora bekannt. Die Art wird jedoch manchmal als Unkraut betrachtet, insbesondere in landwirtschaftlichen Kulturen oder bewirtschafteten Umgebungen, aufgrund ihrer Fähigkeit, in sandigen und gestörten Böden widerstandsfähig zu sein und sich schnell auszubreiten.
In einigen amerikanischen Regionen, aus denen sie stammt, wurden einige Arten der Gattung Sporobolus als Futterpflanzen genutzt, obwohl die Toxizität von Pflanzen, die von pathogenen Pilzen wie Bipolaris ravenelii befallen sind, ein Risiko für das Vieh darstellen kann.
Etymologie
Der wissenschaftliche Name Sporobolus stammt aus dem Griechischen von „sporos“ (Samen) und „bolos“ (Wurf, Schleuder) und bezieht sich auf die Art der Samenverbreitung dieser Pflanzen. Das Art-Epitheton indicus weist auf eine vermutete geografische Herkunft oder eine erste Beschreibung hin, die ursprünglich mit Indien verbunden ist, obwohl die Art in Amerika heimisch ist.
Der italienische Trivialname „Indisches Fallsamengras“ verweist auf die Hauptcharakteristik der Pflanze, nämlich ihre Zähigkeit und Fähigkeit, unter schwierigen Bedingungen zu überleben und sich auszubreiten, mit einem widerstandsfähigen Rhizomapparat und einem ausbreitenden Wuchs, der sie schwer auszurotten macht.
Quellen
- Tela Botanica / H. Coste, Flore descriptive et illustrée de la France
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Poaceae
- Vollständiger Name
- Sporobolus indicus (L.) R.Br.
- Synonyme
- Agrostis Tenacissima Jacq.
- Lebensform
- Emicriptofite cespitose
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