Pflanzenart
Cardamine hirsuta
L.
Behaartes Schaumkraut
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Brassicaceae, sie zeigt einen stängellosen Wuchs mit aufrechten oder aufsteigenden, an der Basis verzweigten und gestreiften Stängeln, die in der Regel zwischen 3 und 25 cm hoch sind, manchmal bis zu 35-45 cm. Die Stängeloberfläche ist kahl oder mit wenigen verstreuten Haaren, die besonders im unteren Bereich deutlicher sind, oft violett gefärbt an den Schoten und Spitzen. Das Wurzelsystem besteht aus einer dünnen Pfahlwurzel ohne Kapillarfasern.
Die Grundblätter sind rosettenförmig angeordnet, während der Blütezeit persistent, gestielt, lyrat-gefedert mit 4-8 Paaren ovaler oder fast kreisförmiger, stumpf gelappter Segmente und einem größeren endständigen Segment von nierenförmiger oder kreisrunder Form. Die Stängelblätter sind weniger zahlreich (1 bis 6), kleiner (1 bis 6 cm lang), ohne basale Öhrchen, mit spatelförmig-linearen oder keilförmig-dreizähnigen Segmenten und tragen winzige verstreute Haare, die mit einer Lupe sichtbar sind. Die Blattränder sind gesägt oder gezähnt, mit krautiger Konsistenz.
Die Blüte ist eine dichte, traubige, schirmtraubige Rispe, die sich während der Blütezeit verlängert und bis zu etwa 15 gestielte Blüten trägt. Die Blüten sind klein, weiß, mit vier spatelförmigen Blütenblättern von 2,5-4,5 mm Länge, manchmal fehlen sie, und grünen Kelchblättern von etwa 1,5-2,5 mm Länge, die im oberen Bereich behaart sind. Die Staubblätter sind meist 4, mit gelben Staubbeuteln von etwa 0,4 mm Länge; die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.
Die Frucht ist eine lineare Schote, aufrecht und am Stängel anliegend, 15-28 mm lang und 1-1,4 mm breit, mit einem Griffel von 0,1-0,6 mm Länge. Die Schoten überragen meist die Blüten und öffnen sich bei Reife schlagartig, um zahlreiche kleine, rechteckige und abgeflachte Samen freizugeben, die braun-rötlich gefärbt sind, etwa 1 mm lang, mit kantigen und leicht warzigen Rändern, ohne Flügel.
Lebensraum und Verbreitung
Weltweit verbreitete Art, sehr häufig und weit verbreitet in ganz Italien und im Mittelmeerraum, von der Hügellandschaft bis etwa 1400 m Höhe, mit Meldungen bis 2900 m in alpinen Gebieten. Bevorzugt anthropogene Lebensräume wie Brachflächen, Wiesen, Straßenränder, Gärten, Flussufer und Mauern, oft an feuchten und kühlen Standorten. Es handelt sich um eine synanthrope Art, die besonders in Gärten und Gemüsegärten schnell invasiv werden kann.
Der bevorzugte Bodentyp ist vielfältig, tendenziell fruchtbar und feucht, mit sonniger bis teilweise schattiger Exposition.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich von Dezember-April bis Juni, mit möglichen Variationen abhängig von Breitengrad und Höhe. In Italien und im Mittelmeerraum sind die Hauptblütezeiten von März bis Juni.
Ökologie und Bestäubung
Die Art zeichnet sich durch schnelles Wachstum und kurzen Vegetationszyklus aus, typisch für scapose Therophyten. Die Bestäubung erfolgt überwiegend entomophil, mit bestäubenden Insekten, die die kleinen weißen Blüten besuchen. Die geringe Anzahl an Staubblättern und die kleine Blüte deuten auch auf eine gewisse Fähigkeit zur Selbstbestäubung hin. Die Samenverbreitung erfolgt durch die schlagartig öffnenden Schoten, die zahlreiche Samen freisetzen, welche durch Wind, Wasser oder menschliche Aktivitäten transportiert werden können.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Cardamine hirsuta ist eine essbare Heilpflanze, bekannt für ihren scharfen Geschmack, ähnlich dem von Brunnenkresse. Die Blätter werden häufig zum Würzen von Salaten, Suppen und Beilagen in der Küche verwendet. Sie enthält schwefelhaltige Verbindungen, reich an Vitaminen und Mineralien, was ihr vitaminisierende, harntreibende, stärkende, gegen Anämie und rheumatische Beschwerden wirkende Eigenschaften verleiht.
Historisch wird sie seit der Antike als Heilpflanze erwähnt, geschätzt für ihre reinigenden und anregenden Qualitäten. Die medizinische und ernährungsbezogene Verwendung ist jedoch informativ und sollte stets unter ärztlicher Aufsicht bewertet werden.
Etymologie
Der Gattungsname stammt vom griechischen „kárdamon“, einem alten Namen für Brunnenkresse, der viele Cardamine-Arten aufgrund ihres Aussehens und Geschmacks ähnlich ist. Das spezifische Epitheton „hirsuta“ bezieht sich auf das Vorhandensein von Haaren, insbesondere an der Pflanzenbasis und an den Blattstielen.
Der italienische gebräuchliche Name „Behaartes Schaumkraut“ verweist wahrscheinlich auf die Eigenschaften der Pflanze, wobei „billeri“ von dialektalen Begriffen für kleine krautige Vegetation stammen kann und „primaticcio“ von „primaverile“ (frühlinghaft), in Bezug auf die frühe Blütezeit.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, „Flora d'Italia“
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Anja Michelucci)
- Tela Botanica / H. Coste, „Flore descriptive et illustrée de la France“
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (8 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Brassicaceae
- Vollständiger Name
- Cardamine hirsuta L.
- Lebensform
- Terofite scapose
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