Pflanzenart
Agrostis stolonifera
L.
Kriechendes Straussgras
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige Pflanze aus der Familie der Poaceae, sie zeigt überwiegend kriechendes und verzweigt-aufsteigendes Wachstum dank dünner Stängel und blatttragender epigäischer Ausläufer, die sich weit ausbreiten. Diese Ausläufer, die an den Knoten wurzeln, ermöglichen der Pflanze eine schnelle horizontale Ausdehnung und verleihen ihr das Aussehen eines Rasenteppichs. Die Höhe der Halme kann von 30 bis 100 cm variieren, sie sind meist aufrecht oder geknickt mit Wurzeln an den unteren Knoten.
Die Blätter sind wechselständig am Stängel angeordnet, mit linearen, krautigen Blättern von hellgrüner Farbe, die glauceszierende Töne annehmen können. Die Blattbreite variiert zwischen 2 und 7 mm, die Länge kann 4–10 cm erreichen. Die Blätter haben leicht raue Ränder und eine spitze oder zugespitzte Spitze. Die Ligula ist membranös und 2–7 mm lang, typischerweise spitz und oft gezähnt oder gelappt.
Die Rispe ist meist kontrahiert, linear oder lanzettlich geformt, 5 bis 20 cm lang, nur während der Blüte offen und sonst kompakt und dicht. Die Rispenäste sind aufrecht-abstehend, rau, mit mehreren Ästen pro Knoten, oft begleitet von kürzeren Ästen, die die Ährchen bis zur Basis tragen. Die Hüllspelzen sind lanzettlich, nahezu gleich lang oder mit der unteren Hüllspelze etwas länger, mit spitzem Apex; die untere Hüllspelze kann entlang des Kieles rau sein. Die Deckspelze ist etwa 1,5 mm lang, stumpf gezähnt mit 5 Nerven, meist ohne Granne (awnless) und mit abgerundetem Apex. Die Vorspelze ist etwa halb bis dreiviertel so lang wie die Deckspelze. Die Ährchen sind einkblütig, etwa 2–3 mm lang, gelbgrün oder weißlich gefärbt. Die Staubbeutel sind 0,8 bis 1,5 mm groß.
Das Wurzelsystem besteht aus oberflächlichen Rhizomen, die zusammen mit den Ausläufern die Fähigkeit zur Besiedlung feuchter Böden und die Wassergebundenheit dieser Art fördern.
Habitat und Verbreitung
Die Art ist zirkumboreal verbreitet und kommt im gesamten italienischen Gebiet sowie im Mittelmeerraum vor, mit besonderer Präsenz in Feuchtgebieten, an Ufern von Gewässern, feuchten Wiesen und Moorgebieten. Sie lebt häufig in aquatischen oder semi-aquatischen Lebensräumen wie schlammigen oder kiesigen Ufern sowie in feuchten Wiesen in niedrigen und hügeligen Lagen bis in subalpine Höhenlagen.
In Italien findet man sie in fast allen Regionen, mit gut definierten öko-geographischen Varianten, wie der Unterart maritima, typisch für die niedrigen salzhaltigen Zonen entlang der Adriaküste und der Tyrrhenischen Küste, und der Unterart scabriglumis, die eher in südlichen Regionen wie Sizilien und Kalabrien vorkommt. Diese Formen unterscheiden sich durch morphologische Merkmale wie Blattsteifigkeit und Farbe der Rispen.
Sie bevorzugt feuchte Böden, oft mit hoher Salinität in Küstengebieten, und passt sich an unterschiedliche Expositionen an, solange ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Ihre große ökologische Toleranz macht sie zu einer häufigen Art in feuchten Wiesen und Gebieten mit periodischen Überschwemmungen.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich hauptsächlich von Mai bis August, mit Höhepunkten im Sommer. In einigen gemäßigteren Regionen oder in höheren Lagen kann die Blüte bis in den September andauern. Während dieser Zeit öffnen sich die Rispen zur Bestäubung, danach neigen sie dazu, sich zusammenzuziehen und kompakter zu werden.
Ökologie und Bestäubung
Die Art ist an feuchte Wiesen und Moorgebiete angepasst und vermehrt sich hauptsächlich vegetativ über Ausläufer und Rhizome, die eine schnelle lokale Ausbreitung und Besiedlung neuer Standorte ermöglichen. Die sexuelle Vermehrung erfolgt durch eingeschlechtliche Blüten ohne Blütenblätter, die hauptsächlich vom Wind (Anemophilie) bestäubt werden, welcher den Pollen von den geöffneten Rispen transportiert.
Die Samenverbreitung erfolgt durch das Abfallen der Ährchen, begünstigt durch deren leichte Struktur und die Nähe zu Gewässern, die sie talwärts transportieren können. Das Fehlen von Blütenblättern und das Vorhandensein relativ kleiner Staubbeutel sind typische Anpassungen der Gräser an die Windbestäubung.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Diese Art, obwohl weit verbreitet und häufig, hat keine umfangreichen ethnobotanischen oder dokumentierten medizinischen Anwendungen. Ihre Fähigkeit, dichte Rasenteppiche zu bilden, macht sie im agronomischen und ökologischen Bereich nützlich zur Boden Erosionskontrolle in Feuchtgebieten und als Bestandteil von Mähwiesen in Randgebieten.
Gelegentlich wird sie auch als Futterpflanze genutzt, obwohl sie nicht zu den wertvollsten Arten zählt. Besondere folkloristische Traditionen oder direkte Nahrungsanwendungen sind für dieses Gras nicht bekannt.
Etymologie
Der Gattungsname „Agrostis“ stammt vom griechischen ἀγρός (agrós), was „Feld“ oder „kultiviertes Land“ bedeutet, vermutlich in Bezug auf den typischen Lebensraum vieler Arten der Gattung, nämlich Wiesen und offene Felder. Das spezifische Epitheton „stolonifera“ weist auf das Hauptmerkmal dieser Art hin, Ausläufer zu bilden, also kriechende Stängel, die an den Knoten Wurzeln schlagen und daraus eine neue Pflanze entwickeln.
Der italienische Trivialname „cappellini comuni“ bezieht sich auf die Form der Hüllspelzen und Ährchen, die an kleine „Hütchen“ oder Kopfbedeckungen erinnern, ein liebevoller und beschreibender Begriff für ihre Morphologie.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, „Flora d'Italia“
- Tela Botanica / H. Coste, „Flore descriptive et illustrée de la France“
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (2 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Poaceae
- Vollständiger Name
- Agrostis stolonifera L.
- Lebensform
- Emicriptofite reptanti
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