Pflanzenart
Prunella laciniata
(L.) L.
Weisse Brunelle
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze von bescheidener Größe, gewöhnlich 10 bis 25 cm hoch, mit stängelumfassendem Wuchs und aufsteigenden, einfachen oder wenig verzweigten Stängeln. Der Stängel ist durch eine dicht behaarte Oberfläche gekennzeichnet, bedeckt mit weißen, aufrechten und weichen Haaren, die der Pflanze ein wolliges und runzeliges Aussehen verleihen, besonders im oberen Bereich. An der Basis besitzt sie eine kurze, holzige Wurzel mit stoloniferer Entwicklung, die ihre Überdauerung ermöglicht.
Die Blätter sind am Stängel gegenüberstehend angeordnet, mit variablen morphologischen Merkmalen je nach Position. Die basalen Blätter besitzen einen 1,5-2 cm langen Stiel und eine lanzettliche, ganze und kleine Blattspreite (etwa 1 x 2-3,5 cm). Je weiter man nach oben steigt, desto stärker werden die Blätter eingeschnitten, oft fiederteilig oder mit 1-2 Lappen pro Seite, bis sie bei den oberen Stängelblättern fast linealisch und gezähnt sind, welche oft die Basis der Blüte umgeben. Alle Blätter sind leicht behaart, besonders auf der Oberseite und entlang der Nerven, und weisen je nach Exemplar einen ganzen oder gezähnten Rand auf.
Die Blütenstände bestehen aus dichten und zylindrischen Scheinquirlen, etwa 2-4 cm lang, an der Spitze des Stängels angeordnet und gebildet aus 3-9 Scheinquirlen mit jeweils 6 Blüten, die in kompakten Ährenständen angeordnet sind. Die Hochblätter, die die Blüten begleiten, sind nierenförmig, etwa 2 x 1 cm groß, mit mucronierten Rändern und netzartigen Nerven, von blassgrüner Farbe, manchmal leicht rötlich getönt.
Die Blüten sind zwittrig, zygomorph und tetracyclisch, mit einem etwa 10 mm langen gamosepalen Kelch, behaart und zweilippig. Die obere Kelchlappe besitzt drei wenig ausgeprägte Zähne, wobei der mittlere Zahn oval und breiter ist und abrupt mit einem Mucron endet. Die untere Lippte ist in zwei lanzettliche, stark bewimperte Lappen geteilt. Die gamopetale Krone, 15 bis 20 mm lang, ist weißlich-gelblich oder blassgelb gefärbt, mit einer etwa 10 mm langen Röhre. Die obere Kronlappe ist helmförmig, am Rücken gekielt und etwas größer als die untere Lippte, die dreilappig ist mit seitlichen, nach unten gerichteten, länglich-ovalen Lappen und einem größeren, gezähnten mittleren Lappen. Die Staubblätter sind vier, didynam, parallel und alle fertil, wobei die zwei vorderen nach vorne gebogen sind und aus der Kronröhre hervorragen. Der Griffel ist zweiteilig mit einem in zwei spitze Lappen geteilten Stigma.
Die Frucht ist ein Schizokarp, genannt Tetrachenium-Achäne, bestehend aus vier eiförmig-elliptischen, glatten und dreikantigen Merikarpien von hellbrauner Farbe.
Habitat und Verbreitung
Diese Art ist typisch für die europäischen Mittelmeerregionen, mit einem Verbreitungsgebiet entlang der Mittelmeerküsten und Vorkommen auch in Mitteleuropa und Westasien. In Italien ist sie häufig und in allen Regionen verbreitet, von der Ebene bis zu Höhenlagen von etwa 1400 Metern.
Sie bevorzugt Lebensräume mit mageren, trockenen und gut exponierten Wiesen, mit besonderer Vorliebe für kalkhaltige Böden. Sie wächst in trockenen und sonnigen Umgebungen, oft auf armen und gut durchlässigen Substraten. Im Mittelmeerbecken findet sie sich auch in ähnlichen Habitaten mit warmem und trockenem Klima.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich typischerweise von April bis August, mit Höhepunkten im Sommer (Juni-August). In einigen nördlicheren Gebieten oder in höheren Lagen kann die Blütezeit leicht vorgezogen oder verzögert sein, bleibt aber allgemein im Frühjahrs-Sommer-Zeitraum.
Ökologie und Bestäubung
Die Pflanze verlässt sich hauptsächlich auf entomogame Bestäubung, wobei bestäubende Insekten die Blüten wegen Nektar und Pollen besuchen. Die zygomorphe und zweilippige Kronenstruktur ist geeignet, kleine Insekten wie Bienen und Hymenopteren anzuziehen, die die Kreuzbefruchtung fördern.
Die Samenverbreitung erfolgt durch Schizokarpe, die sich in vier Nüsschen trennen und so die lokale Ausbreitung erleichtern. Das Vorhandensein von Stolonen und basalen Knospen ermöglicht zudem die vegetative Vermehrung und die Fähigkeit, offene Flächen rasch zu besiedeln.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Die Art wird als Heilpflanze anerkannt, mit Eigenschaften ähnlich der Prunella vulgaris, von der sie sich hauptsächlich durch die Blattform und die Kronenfarbe unterscheidet. Traditionell wurde sie wegen ihrer angenommenen antibakteriellen, krampflösenden, fiebersenkenden, blutdrucksenkenden, antiseptischen, adstringierenden, fieberwidrigen, wurmtreibenden, wundheilenden, harntreibenden, magenstärkenden und tonisierenden Wirkungen verwendet.
Der gebräuchliche Name „Gelbe Brunelle“ leitet sich von der charakteristischen Blütenfarbe ab, die sich vom typischen Violett oder Blau anderer Arten der Gattung unterscheidet. In der Volksmedizin fand die Pflanze Verwendung in lokalen traditionellen Heilmitteln, wird heute jedoch mit Vorsicht und vorwiegend zu Informationszwecken genutzt.
Etymologie
Der Gattungsname Prunella, manchmal auch „Brunella“ genannt, könnte vom deutschen Wort „Bräune“ stammen, was Angina bedeutet, in Bezug auf die der Pflanze zugeschriebenen therapeutischen Eigenschaften, oder von der bräunlichen Farbe der Kelche der Arten. Das spezifische Epitheton „laciniata“ bezieht sich auf die tief eingeschnittene oder gelappte Form der Stängelblätter, ein unterscheidendes Merkmal gegenüber anderen Prunella-Arten.
Der italienische Trivialname „Weisse Brunelle“ bezieht sich auf die helle, weiß-gelblich oder blassgelbe Farbe der Blüten, die sie optisch von den anderen, meist blau- oder violettblütigen Brunellen unterscheidet.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, "Flora d'Italia"
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Giuliano Salvai)
- Tela Botanica / H. Coste, "Flore descriptive et illustrée de la France"
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (5 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Lamiaceae
- Vollständiger Name
- Prunella laciniata (L.) L.
- Lebensform
- Emicriptofite scapose
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