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Beschreibung

Morphologische Beschreibung

Einjährige krautige Pflanze, Lamium amplexicaule zeigt aufrechte oder niederliegende, dünne Stängel mit variabler Höhe zwischen 5 und 30 cm, die oft an der Basis verzweigen. Die Stängeloberfläche ist im unteren Bereich meist kahl, während im oberen Bereich eine feine, anliegende und angedrückte Behaarung vorhanden ist, gelegentlich mit Drüsenhaaren. Die Stängel sind im oberen Teil meist blattlos, was zu einem stängellosen Habitus führt.

Die Blätter sind am Stängel gegenständig angeordnet und unterscheiden sich in Grundblätter und Blütenblätter. Die Grundblätter sind gestielt, nieren- oder herzförmig mit unregelmäßig gezähnten oder gelappten Rändern. Die Blütenblätter hingegen sind sitzend und am Stängel umschließend (amplexicaul), das heißt, sie umfassen den Stängel an ihrer Basis, und haben eine eher rundliche oder nierenförmige Form mit gezähnten oder gelappten Rändern. Die Blattkonsistenz ist krautig, und sowohl Blätter als auch Stängel können eine leichte Behaarung aufweisen.

Die Blütenstände bestehen aus dichten Scheinquirlen (Verticillen), die meist aus 3 bis 6 Scheinquirlen mit jeweils 3-10 Blüten bestehen. Diese Scheinquirle sind zur Basis hin weiter auseinander und zur Spitze hin dichter angeordnet. Die Blüten variieren in der Farbe von Purpur bis Fuchsia, gelegentlich auch mit Lavendel- oder purpurroten Tönen, mit einer zygomorphen Blütenkrone, die etwa 1,5 cm (15 mm) lang ist. Das Kronröhrchen ist dünn, gerade und weitet sich abrupt zur Spitze hin; die obere Lippe ist ganzrandig, konkav und aufsteigend, während die untere Lippe breiter und entweder abstehend oder ausgebreitet sein kann. Der Kelch ist röhrenförmig, etwa 6 mm lang, behaart und besitzt fünf lanzettliche oder nadelförmige Zähne, die etwas kürzer als das Kelchröhrchen sind und nach der Blüte zusammenklappen. Die Staubbeutel tragen Büschel weißlicher, wolliger Haare.

Die Frucht besteht aus vier braunen Nüsschen (Merikarpien) mit dreikantiger Form und einer Größe von etwa 2 mm, deren Oberfläche glatt oder manchmal mit kleinen weißen Höckern besetzt ist.

Das Wurzelsystem ist typisch für einjährige krautige Pflanzen, mit faserigen und flachen Wurzeln, geeignet für gepflügte oder kultivierte Böden.

Lebensraum und Verbreitung

Lamium amplexicaule ist eine typische Art anthropogener Lebensräume, verbreitet in Gärten, Weinbergen, hackfruchtbeständen, Straßenrändern und brachliegenden Flächen. Sie bevorzugt sonnige oder teilweise schattige Standorte mit meist südlicher oder südwestlicher Ausrichtung. Sie ist vom Tiefland bis in Höhenlagen von etwa 1200 Metern verbreitet und kommt sowohl auf Ebenen als auch an Hängen in Hügel- und Vorbergzonen vor.

Die geographische Verbreitung ist weitgehend eurasisch und mediterran: sie kommt in ganz Europa, in Asien bis nach Japan sowie in Nordafrika vor. In Italien ist sie im gesamten Staatsgebiet vertreten, einschließlich Küsten- und Binnengebieten. Die Art wurde in andere Teile der Welt eingeführt, wie Amerika, wo sie sich in einigen gemäßigten und bergigen Gebieten eingebürgert hat.

Bevorzugt werden meist trockene oder mäßig feuchte, gut drainierte Böden, auch sandige oder tonige, die häufig durch landwirtschaftliche oder anthropogene Aktivitäten gestört sind. Die Pflanze verträgt auch nährstoffarme und kalkhaltige Böden, die typisch für mediterrane Zonen sind.

Blütezeit

Die Blütezeit von Lamium amplexicaule erstreckt sich von März bis September, mit einem Hauptblütepeak im Frühling, der je nach Breitengrad und Höhe leicht variieren kann. In milderen Klimaregionen kann die Blüte bereits Ende Winter beginnen und bis in den Herbst andauern. Allgemein ist die Blütenpräsenz in den Frühlingsmonaten (März-Juni) am stärksten.

Ökologie und Bestäubung

Die Art weist eine typische Fortpflanzungsstrategie der Lamiaceae auf, mit zygomorphen Blüten, die die entomophile Bestäubung fördern. Die wichtigsten Bestäuber sind Bienen, Hummeln und andere bestäubende Insekten, die von der purpurnen Farbe und dem Nektar am Grund des Kronröhrchens angezogen werden. Neben den normalen (chasmogamen) Blüten treten häufig auch cleistogame, kleinere und geschlossene Blüten auf, die sich selbst bestäuben und so die Samenproduktion auch ohne Bestäuber sicherstellen.

Die Samenverbreitung erfolgt hauptsächlich durch Abfallen auf den Boden; die Merikarpien können lokal durch kleine Tiere oder Regenwasser transportiert werden. Die Art gilt in der Landwirtschaft und im Gartenbau als „Unkraut“ aufgrund ihrer Fähigkeit, schnell bearbeitete Böden zu besiedeln.

Kuriositäten und traditionelle Verwendung

Lamium amplexicaule ist seit der Antike für ihre Nahrungs- und Heilpflanzenverwendung bekannt. Junge Blätter werden gesammelt und roh als Salat oder gekocht als Gemüse verzehrt, ähnlich wie andere essbare Wildpflanzen. Medizinisch wurde die Pflanze traditionell wegen ihrer antirheumatischen, fiebersenkenden, abführenden und anregenden Eigenschaften verwendet.

Trotz dieser Tugenden ist es wichtig zu betonen, dass phytotherapeutische und alimurgische Anwendungen auf Tradition beruhen und keine offiziellen medizinischen Empfehlungen ersetzen.

Der gebräuchliche Name „Radkraut“ (erba ruota) scheint sich auf die besondere kreisförmige Anordnung der Blüten in Scheinquirlen um den Stängel zu beziehen, die an ein Rad erinnert. Der Name „falsche nierenförmige Brennnessel“ (falsa ortica reniforme) verweist auf die Ähnlichkeit der Blätter mit denen der Brennnessel, obwohl sie einer anderen Familie (Lamiaceae) angehört und keine brennenden Haare besitzt.

Etymologie

Der Gattungsname Lamium stammt vom griechischen „λαμία“ (lamía), was „offener Mund“ bedeutet, in Bezug auf die charakteristische zweilippige Form der Krone, die an einen weit geöffneten Mund erinnert. Der Artname amplexicaule bezieht sich auf die Form der Blütenblätter, die am Stängel umschließend (amplexicaul) sind.

Die italienischen gebräuchlichen Namen wie „erba ruota“ und „falsa ortica reniforme“ beschreiben jeweils die kreisförmige Anordnung der Blüten und die Ähnlichkeit der Blätter mit denen der Brennnessel, obwohl es sich nicht um eine echte Brennnessel handelt.


Quellen

  • Prof. P.V. Arrigoni, „Flora analitica della Toscana“, „Flora dell'Isola di Sardegna“
  • Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Gianluca Nicolella)
  • Tela Botanica / H. Coste, „Flore descriptive et illustrée de la France“
  • World Flora Online (WFO)
Text mit KI-Unterstützung aus wissenschaftlichen Quellen erstellt ·Methodik
Achtung: Pharmazeutische Anwendungen und Wildkräuter-Nutzungen dienen nur zu Informationszwecken; für ihre Verwendung zu Heil-, kosmetischen oder Ernährungszwecken wird keine Haftung übernommen.

Merkmale

Wo ich sie gefunden habe (7 Beobachtungen)

Klassifikation

Reich
Plantae
Familie
Lamiaceae
Vollständiger Name
Lamium amplexicaule L.

Blütezeit

Jan
Feb
MärAprMaiJunJulAugSep
Okt
Nov
Dez

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