Pflanzenart
Antirrhinum majus
L.
Großes Löwenmaul
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze mit aufrechtem Wuchs, die Höhe variiert im Allgemeinen zwischen 30 und 80 cm. Der Stängel ist einfach oder wenig verzweigt, an der Basis kahl und im oberen Bereich zunehmend mit dichten Drüsenhaaren bedeckt, was ihm eine behaarte und drüsenreiche Oberfläche verleiht. Die Blätter sind im unteren Stängelbereich gegenständig angeordnet und manchmal weiter oben wechselständig, sie sind lanzettlich oder eiförmig-lanzettlich geformt, mit ganzrandigem und krautigem Blattgewebe. Die Blattgröße variiert von 5 bis 10 mm Breite und 18 bis 55 mm Länge; die oberen Blätter neigen dazu, schmaler und linealisch zu sein.
Die Blütenstände bestehen aus einem dichten endständigen Trauben, mit eng beieinander stehenden und anliegenden Blüten. Die Blütenstiele sind kurz, von 1 bis 12 mm, oft gleich lang oder etwas länger als der Kelch. Der Kelch besteht aus ovalen, stumpfen, fast vollständig geteilten Lappen von etwa 4-8 mm Länge; er ist mit Haaren bedeckt, besonders im oberen Bereich. Die Krone ist 3 bis 4,5 cm lang, zweilippig und weist eine höckerartige Basis (eine Vorwölbung) auf, die die Blütenröhre verschließt. Das Kronröhrchen ist an der Basis verdickt und ersetzt das Vorhandensein eines Sporns. Die Farbe der Krone ist sehr variabel und reicht von Purpur (Violett) über Rosa, Rot, Weiß bis Gelb, oft mit einer purpurnen Kehle, begleitet von zwei gelben Flecken. Die Krone ist außen oft leicht behaart.
Die Frucht ist eine ellipsoide, schiefe Kapsel, etwa 1-1,2 cm lang und mit Drüsenhaaren bedeckt. Die Kapseln öffnen sich über 2-3 seitliche Poren und enthalten zahlreiche Samen (polysperm). Das Wurzelsystem ist typischerweise Pfahlwurzel-artig, wie bei vielen mediterranen mehrjährigen Pflanzen, wird aber in den Quellen nicht detailliert beschrieben.
Lebensraum und Verbreitung
Diese Art stammt aus der mediterranen Region und kommt wild in weiten Teilen Südeuropas, Westasiens und Nordafrikas vor. In Italien ist sie vor allem in den zentralen und südlichen Regionen sowie entlang der Küsten verbreitet, kann aber auch in hügeligen und bergigen Gebieten bis in mittlere Höhenlagen beobachtet werden. Sie bevorzugt sonnige und wärmeliebende Lebensräume wie Felsen, alte Mauern, trockene Hänge und felsige Küsten, wo sie auf gut durchlässigen und oft nährstoffarmen Böden wächst. Sie kann sich auch in anthropogenen Umgebungen wie Gärten und städtischen Bereichen naturalisieren.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich hauptsächlich von Mai bis September, mit möglichen Variationen je nach Höhenlage und lokalen klimatischen Bedingungen. In wärmeren und gemäßigten Gebieten kann sie bereits im späten Frühling beginnen und den ganzen Sommer bis zum Beginn des Herbstes andauern.
Ökologie und Bestäubung
Das Großes Löwenmaul wird hauptsächlich von bestäubenden Insekten, insbesondere Bienen und Hummeln, bestäubt, die von der zweilippigen Blütenform und den gelben Flecken auf der Blütenröhre angezogen werden, welche als visuelle Führungen dienen. Die Struktur der Krone mit der höckerartigen Basis, die die Blütenröhre verschließt, begünstigt den Besuch der bestäubenden Insekten und gewährleistet eine effektive Polleneinlagerung. Die Samenverbreitung erfolgt hauptsächlich durch direkten Fall aus der Kapsel, die sich über Poren öffnet, es ist jedoch auch ein sekundärer Transport durch externe Faktoren wie Wind oder kleine Tiere möglich.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Das Großes Löwenmaul ist seit langem für seinen Zierwert bekannt, dank der auffälligen und farbenfrohen Blüten. Früher wurden einige Pflanzenteile in der traditionellen Medizin wegen ihrer weichmachenden und entzündungshemmenden Eigenschaften verwendet, obwohl es keine aktuellen Daten gibt, die ihre therapeutische Wirksamkeit bestätigen. Der gebräuchliche Name leitet sich von der charakteristischen Blütenform ab, die an einen weit geöffneten Mund eines Löwen erinnert.
Etymologie
Der wissenschaftliche Name „Antirrhinum“ stammt aus dem Altgriechischen ἀντίρρινον (antirrhinon), was „nach unten gerichtete Nase“ bedeutet, in Bezug auf die Blütenform, die an eine geschlossene Schnauze oder Nase erinnert. Das spezifische Epitheton „majus“ bedeutet „größer“ oder „größerer“, wahrscheinlich in Bezug auf die größeren Blüten im Vergleich zu anderen Arten der Gattung. Der deutsche gebräuchliche Name „Großes Löwenmaul“ beschreibt anschaulich die zweilippige und vorstehende Form der Krone, die eben an einen weit geöffneten Mund erinnert.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, „Flora d'Italia“
- Tela Botanica / H. Coste, „Flore descriptive et illustrée de la France“
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (7 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Plantaginaceae
- Vollständiger Name
- Antirrhinum majus L.
- Synonyme
- Orontium majus (L.) Pers.; Termontis racemosa Raf., nom. illeg.
- Lebensform
- Camefite fruticose
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