Pflanzenart
Veronica cymbalaria
Bodard
Zymbelkraut-Ehrenpreis
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Es handelt sich um eine einjährige krautige Pflanze mit prostratem oder kriechendem Wuchs, oft mit schwachen, verzweigten und dünnen Stängeln, die Längen zwischen 10 und 60 cm erreichen. Die Stängel sind charakteristisch borstig oder behaart, mit einfachen, steifen Haaren und manchmal drüsenbesetzten Haaren, was der Oberfläche eine pelzige und raue Haptik verleiht.
Die Blätter sind gestielt, mit einer variablen Blattspreifenform von eiförmig bis fast rundlich, mit herzförmiger, abgeschnittener oder keilförmiger Basis und tief in 5-9 Lappen (selten bis zu 11) geteilt. Die Lappen sind ungleich, wobei der mittlere gewöhnlich breiter ist. Die Größe variiert von 5 bis 20 mm, mit krautiger Konsistenz und auf beiden Seiten behaart durch einfache und drüsenbesetzte Haare. Der Blattrand ist gekerbt-gezähnt oder fein gezähnt. Die unteren Blätter sind wechselständig angeordnet, die oberen gegenständig.
Die Blüten sind einzeln, weiß und klein (6-12 mm Durchmesser), getragen von achselständigen Blütenstielen, die oft länger als das achselständige Blatt sind. Die Krone ist gamopetal, aus vier Kronblättern bestehend, von denen eines kürzer als die anderen drei ist; die Kronblätter sind weiß und länger als die Kelchblätter. Der Kelch ist gamosepal, mit vier länglichen oder ovalen, stumpfen und am Rand drüsenbesetzten Haaren, 3-4 mm lang, meist kürzer als die Krone. Zwei hervorstehende Staubblätter ragen aus der Krone heraus, und der Griffel misst etwa 1 mm.
Die Frucht ist eine fast kugelige, zweilappige, leicht abgeflachte und behaarte Kapsel mit einfachen und manchmal drüsenbesetzten Haaren. Die Kapsel, 2-4 mm lang, enthält 2 bis 4 eiförmige, dunkelbraune bis bräunlich-schwarze Samen, etwa 2-2,7 mm lang. Der Fruchtstiel ist viel länger als der Kelch, vier- bis zehnmal, was die Verbreitung erleichtert.
Das Wurzelsystem ist typischerweise faserig, geeignet zur Verankerung in lockeren oder sandigen Substraten.
Lebensraum und Verbreitung
Die Pflanze ist vor allem in den Mittelmeerregionen verbreitet, mit einem Verbreitungsgebiet, das große Teile der Küsten und gemäßigten Binnenbereiche des Mittelmeerbeckens umfasst und sich nach Norden und Osten ausdehnt. In Italien ist sie in verschiedenen Regionen vertreten, darunter Latium, Sizilien, Sardinien, Kalabrien und zentrale-nördliche Gebiete, insbesondere entlang der Küsten und in milden Klimazonen.
Sie wächst bevorzugt auf sandigen Böden, armen und gut durchlässigen Substraten, oft in gestörten Umgebungen wie Straßenrändern, Ackerflächen, an Mauern oder auf Felsen. Sie ist auch auf feuchten Wiesen und an Waldrändern zu finden und bevorzugt sonnige oder teilweise schattige Standorte. Die Höhenverbreitung reicht von 0 bis etwa 800 Meter, obwohl einige Quellen Vorkommen bis 1500 m angeben, abhängig von den lokalen Bedingungen.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich über einen weiten Zeitraum von Februar bis Oktober, mit dem Höhepunkt der Blüte zwischen April und Juni. In wärmeren Klimazonen oder in tieferen Lagen kann die Blüte bis in den Herbst andauern, was eine gewisse phänologische Plastizität zeigt.
Ökologie und Bestäubung
Die Blüten, gekennzeichnet durch weiße Kronblätter und hervorstehende Staubblätter, werden wahrscheinlich von bestäubenden Insekten besucht, die von Farbe und Form angezogen werden, wie kleine Hymenopteren und andere allgemeine Bestäuberinsekten. Die Art scheint weder spezialisiert noch ausschließlich selbstfertil zu sein; die langen Blütenstiele erleichtern den Zugang der Bestäuber.
Die Samenverbreitung erfolgt durch zweilappige Kapseln mit kleinen, leichten Samen, was eine anemochore (Windverbreitung) oder barochore (Abfall nahe der Mutterpflanze) Ausbreitung begünstigt. Die Länge des Fruchtstiels, der den Kelch deutlich überragt, erleichtert die Verbreitung weit entfernt von der Mutterpflanze.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
In den konsultierten Quellen sind keine spezifischen Nahrungs- oder Heilverwendungen für diese Art verzeichnet. Der gebräuchliche Name „Veronica mit Cymbalaria-Blättern“ leitet sich von der Ähnlichkeit der Blätter mit denen von Cymbalaria muralis ab, einer Pflanze, die oft im gleichen Lebensraum vorkommt.
Etymologie
Der Gattungsname „Veronica“ hat alte und unsichere Ursprünge, wurde bereits im 16. Jahrhundert von europäischen Botanikern verwendet und stammt wahrscheinlich vom Namen „Veronica“, der mit der christlichen Legende der Frau verbunden ist, die das Gesicht Christi auf dem Kreuzweg abgewischt haben soll und dabei das Abbild des Gesichts auf ihrem Tuch hinterließ (lateinisch „vera icon“ bedeutet „wahres Bild“). Andere Hypothesen schlagen Ableitungen von germanischen Begriffen oder von in mittelalterlichen Arzneibüchern verwendeten gebräuchlichen Namen vor.
Das spezifische Epitheton „cymbalaria“ bezieht sich auf die Form der Blätter, die denen von Cymbalaria muralis ähneln, mit tiefen Lappen und herzförmiger Basis.
Der italienische gebräuchliche Name „veronica a foglie di cimbalaria“ weist genau auf dieses charakteristische morphologische Merkmal hin.
Quellen
- Prof. P.V. Arrigoni, „Flora analitica della Toscana“, „Flora dell'Isola di Sardegna“
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (Steckbrief von Giuliano Salvai)
- Tela Botanica / H. Coste, „Flore descriptive et illustrée de la France“
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (6 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Plantaginaceae
- Vollständiger Name
- Veronica cymbalaria Bodard
- Lebensform
- Terofite scapose
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