Pflanzenart
Achillea maritima
(L.) Ehrend. & Y.P.Guo
Schneeweisse Strandfilzblume
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Es handelt sich um eine suffrutexartige Pflanze, das heißt mit nur an der Basis verholzten Stängeln, von geringer Höhe, meist zwischen 20 und 40 cm. Die Wuchsform ist büschelig, mit dicken Stängeln, die sowohl aufrecht als auch niederliegend-aufsteigend sein können: oft sind sie einfach oder kurz verzweigt und bilden an der Basis ein lockeres Polster. Die gesamte Pflanze ist dicht mit einem dichten weißen Filz bedeckt, der aus dicken, filzigen Haaren besteht und ein wolliges, fast bauschiges Aussehen verleiht.
Die Blätter sind wechselständig, sitzend und halbstängelumfassend (sie umschließen den Stängel teilweise). Sie haben eine oblanzettliche Form, mit einer Breite von etwa 4-5 mm und einer Länge von 9-12 mm, und einen ganzrandigen oder leicht gekerbten Rand. Die Spitze ist stumpf und die Blattspreite steht ab, das heißt sie ist offen und ausgebreitet angeordnet.
Die Blütenstände bestehen aus wenigen kleinen, fast kugeligen Köpfchen von etwa 10 mm Durchmesser, die in einem dichten terminalen Dolde zusammengefasst sind. Die Köpfchen sind kurz gestielt und besitzen eine schuppenartig überlappende Hülle mit eiförmigen, stumpfen, weiß-wolligen Schuppen und häutigen Rändern. Die Blüten sind alle röhrenförmig und zwittrig, von intensiv goldgelber Farbe und vollständig innerhalb der Hülle eingeschlossen. Die Kronröhre ist seitlich abgeflacht und besitzt an der Basis zwei Flügel, die um die Frucht herum anhaftend sind.
Der Blütenboden ist mit spatelförmigen, bewimperten Schuppen versehen, während die Frucht eine längliche, kantige und pappuslose Achäne von weiß-bräunlicher Farbe ist.
Das Wurzelsystem ist rhizomatös, was der Pflanze erlaubt, sich fest in sandigen Substraten zu verankern und dichte Büsche zu bilden.
Lebensraum und Verbreitung
Typische Art der Dünen und Meersande, lebt hauptsächlich in mediterranen und atlantischen Küstengebieten, mit besonderer Verbreitung in den italienischen Küstenregionen. Sie wächst auf psammophilen, also sandigen und gut durchlässigen Substraten, oft in Pionierzonen beweglicher oder stabilisierter Dünen. Es handelt sich um eine xerophile Pflanze, angepasst an Bedingungen mit hoher Salzbelastung und nährstoffarmen Böden, mit hoher Toleranz gegenüber sommerlicher Trockenheit.
Die Wuchshöhe ist praktisch auf den Küstenstreifen beschränkt, wo sie sowohl sandige Strände als auch weiter innen liegende Dünen besiedeln kann. In Italien ist sie entlang der mediterranen Küsten präsent, ihre Verbreitung erstreckt sich jedoch auch auf die atlantischen Küsten und einige Vordringen ins Binnenland in Habitaten mit ähnlichen Merkmalen.
Blütezeit
Die Blütezeit liegt hauptsächlich zwischen Juni und August, mit möglichen lokalen Schwankungen, die von klimatischen und Umweltbedingungen abhängen. Während dieser Zeit bildet die Pflanze die charakteristischen goldgelben Köpfchen, sichtbar in dichten Dolden.
Ökologie und Bestäubung
Die Pflanze ist zwittrig und verlässt sich auf entomogame Bestäubung, das heißt durch bestäubende Insekten, die von der lebhaften Farbe und dem Duft der Blüten angezogen werden. Die röhrenförmigen Blüten begünstigen die Bestäubung durch Insekten mit langem Rüssel, wie Bienen und Schmetterlinge, die den Nektar innerhalb der Kronen erreichen können.
Die Samenverbreitung erfolgt durch pappuslose Achänen, vermutlich durch Fall und grobe mechanische Verbreitung, möglicherweise unterstützt durch Wind oder die Aktivität von Tieren, die die Dünen besuchen.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Der Gattungsname Achillea ist eine Hommage an den mythischen Achilles, der der Überlieferung nach diese Pflanze zur Behandlung von Soldatenwunden während der Belagerung von Troja verwendet haben soll, was auf eine alte medizinische Nutzung mit wundheilenden oder entzündungshemmenden Eigenschaften hinweist.
Ihr Küstenlebensraum und die Fähigkeit, sandige Substrate zu besiedeln, machen sie zu einer Art von großem Interesse für den Schutz der Dünenökosysteme, die oft durch Urbanisierung und Bade-Tourismus bedroht sind.
Etymologie
Der wissenschaftliche Name „Achillea maritima“ setzt sich aus zwei Elementen zusammen: „Achillea“, zu Ehren von Achilles, einem Helden der griechischen Mythologie, der mit traditioneller Medizin verbunden ist, und „maritima“, vom lateinischen Adjektiv für „maritim“, bezogen auf den typischen Lebensraum der Art an Meeresküsten.
Der italienische Trivialname „Schneeweisse Strandfilzblume“ hebt das wollige Aussehen und die Ähnlichkeit mit Pflanzen der Gattung Santolina hervor und betont den typischen Wachstumslebensraum, nämlich Strände und Sanddünen.
Quellen
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (actaplantarum.org)
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Anja Michelucci)
- Tela Botanica / H. Coste, „Flore descriptive et illustrée de la France“
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (10 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Asteraceae
- Vollständiger Name
- Achillea maritima (L.) Ehrend. & Y.P.Guo
- Synonyme
- Diotis candidissima Desf., nom. illeg.; Diotis maritima (L.) Cass.; Filago maritima L.; Otanthus maritimus (L.) Hoffmanns. & Link
- Lebensform
- Camefite suffruticose
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