Pflanzenart
Salsola kali
L.
Kali-Salzkraut
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Einjährige krautige Pflanze, Kali-Salzkraut zeigt eine variable Wuchsform, von niederliegend bis aufrecht, mit zahlreichen und gerippten, rötlich gefärbten Zweigen. Die Höhe kann von 10 bis 60 cm variieren. Der Stängel hat meist einen vierkantigen Querschnitt, mit ausgebreiteten Verzweigungen, die oft ein polsterartiges Aussehen bilden. Die Oberfläche des Stängels kann leicht rau (hispidula) oder fast kahl sein.
Die Blätter sind im unteren Bereich gegenständig angeordnet, während sie weiter oben dazu tendieren, wechselständig zu werden. Sie sind ziemlich fleischig, lineal-subuliform (also spitz zulaufend und nadelförmig), 2 bis 5 cm lang und 1-2 mm breit, mit spitzem Ende. Die oberen Blätter verkleinern sich allmählich und verwandeln sich in dornige Hochblätter, die die Blüten umhüllen und schützen.
Die Blüten sind klein, weiß oder weißlich, einzeln oder in Gruppen von 2-3 an kurzen endständigen Ähren angeordnet. Jede Blüte wird von zwei lanzettlichen, dornigen Hochblättern geschützt, die leicht über den Perianth hinausragen. Letzterer besteht aus 4-5 ledrigen, starren Tepalen mit einem charakteristischen membranösen Rand (Flügel) in obovater oder hufeisenförmiger Form, bis zu 5-7 mm breit, die sich besonders in der Frucht entwickeln. Die Staubbeutel sind 5 an der Zahl und ragen kaum aus dem Perianth heraus.
Die Frucht ist eine kleine Kapsel, braun, umgeben von papierartigen Flügeln, die von den Tepalen gebildet werden und die Verbreitung durch Wind oder Wasser erleichtern. Das Wurzelsystem besteht aus einer kräftigen Pfahlwurzel, die die Pflanze in sandigen Substraten verankert.
Lebensraum und Verbreitung
Kali-Salzkraut ist eine typischerweise psammophile und küstennahe Art, die vorwiegend in marinen Umgebungen auf sandigen oder alluvialen Böden wächst. In Italien ist sie entlang der Mittelmeerküsten und im Binnenland auf sandigen und kiesigen Ablagerungen verbreitet und passt sich auch gestörten Standorten wie Straßen und Brachflächen an. Besonders häufig ist sie an Stränden und Küstendünen anzutreffen, wo sie eine wichtige Rolle bei der Bodestabilisierung spielt.
Das Verbreitungsgebiet der Art ist weitgehend eurasisch und mediterran und erstreckt sich von Europa bis Asien, von Afrika bis Amerika, mit Meldungen auch von Korsika. Sie wächst von der Ebene bis zu mäßigen Höhenlagen, wo Sonneneinstrahlung und Bodensalinität ihr Wachstum begünstigen.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis September, mit einem Höhepunkt, der von Juli bis August variieren kann. In einigen mediterranen Gebieten dauert die Blüte bis Oktober an. In gemäßigten und küstennahen Regionen kann die Art eine verlängerte Blütezeit zeigen, während sie in trockeneren Binnengebieten konzentrierter ist.
Ökologie und Bestäubung
Kali-Salzkraut ist eine einjährige krautige Pflanze, die sich gut an schwierige Umweltbedingungen wie starke Windbelastung und hohe Salinität anpasst. Ihre Fortpflanzungsstrategie umfasst zwittrige Blüten mit gut entwickelten Staubbeuteln und Narben, was die entomogame Bestäubung hauptsächlich durch blütenbesuchende Insekten, die von den weißen Blüten angezogen werden, fördert.
Die Samenverbreitung erfolgt durch die ledrigen Flügel, die die Frucht umgeben und den Transport durch Wind oder Meerwasser erleichtern, wodurch die Kolonisierung neuer sandiger und küstennaher Lebensräume ermöglicht wird. Die Pflanze gilt in einigen Kontexten als Unkraut, da sie schnell offene und gestörte Flächen besetzen kann.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Historisch wurden einige Arten der Gattung Salsola zur Herstellung von Soda (Natriumcarbonat) aufgrund ihres Gehalts an Mineralsalzen verwendet. Kali-Salzkraut ist insbesondere für ihre Fähigkeit bekannt, in salzhaltigen und sandigen Umgebungen zu wachsen, und wurde früher als Rohstoff für die Seifen- und Glasherstellung genutzt.
Es sind keine spezifischen medizinischen Anwendungen für diese Art bekannt, noch gibt es etablierte traditionelle Nahrungsmittelverwendungen, doch wurde die Gattung auf mögliche antioxidative Eigenschaften und Salztoleranz untersucht.
Etymologie
Der Gattungsname Salsola stammt vom lateinischen salsus, was „salzig“ bedeutet, in Bezug auf ihre Vorliebe für salzhaltige und küstennahe Lebensräume. Das spezifische Epitheton kali verweist auf den alten dialektalen oder volkstümlichen Begriff für Pflanzen, die zur Herstellung von Pottasche oder Soda verwendet wurden, salzhaltige Substanzen, die in der Chemie und früher in der Industrie eingesetzt wurden.
Der italienische Trivialname „erba cali“ ist eine Transkription des lateinisch/wissenschaftlichen Begriffs und spiegelt die traditionelle Nutzung und das Vorkommen der Pflanze in brackigen Umgebungen wider.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, „Flora d’Italia“
- Tela Botanica / H. Coste, „Flore descriptive et illustrée de la France“
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (4 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Chenopodiaceae
- Vollständiger Name
- Salsola kali L.
- Synonyme
- Kali soda Moench, non (L.) Scop., Kali turgidum (Dumort.) Gutermann, Salsola turgida Dumort.
- Lebensform
- Terofite scapose
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