Zum Hauptinhalt springen
Foto 1
56017 San Giuliano Terme PI, Italia
Foto 2
Foto 3
Foto 4

Beschreibung

Morphologische Beschreibung

Mehrjährige krautige Pflanze, die rundblättrige Minze zeichnet sich durch einen aufrechten oder aufsteigenden Wuchs aus, manchmal stolonbildend, und kann eine Höhe von bis zu 90 cm erreichen. Der Stängel ist vierkantig, verzweigt und weist eine variabel behaarte Oberfläche mit einfachen und verzweigten Haaren auf, die eine samtige Textur verleihen. Die Basis des Stängels neigt mit dem Alter zur Verholzung.

Die Blätter sind meist sitzend, gegenständig am Stängel angeordnet, oval, länglich oder fast rundlich geformt, mit einer Größe von etwa 2-4 cm Breite und 3-4,5 cm Länge. Die obere Blattseite ist intensiv grau-grün, rau und mit anliegenden Haaren bedeckt, während die Unterseite wollig ist, mit einer dichten bauschigen Behaarung aus einfachen und verzweigten weißen Haaren. Der Blattrand ist gezähnt oder gekerbt-gezähnt, die Spitze abgerundet. Die Blattspreite zeigt deutliche Nerven und eine krautige Konsistenz.

Die zwittrigen und duftenden Blüten sind in endständigen Ähren (zusammenhängende Scheinquirle) von 3 bis 9 cm Länge und spindelförmiger Gestalt mit spitz zulaufender Spitze angeordnet. Die Blütenstände sind sehr dicht und bestehen aus Scheinquirlen kleiner Blüten, die an sehr kurzen Stielen (ca. 1 mm) sitzen, mit lanzettlichen, 3-5 mm langen, bewimperten und bleibenden Hochblättern. Der Kelch ist 1-2 mm lang, verwachsen, konisch und wollig, grau gefärbt mit dreieckig-lanzettlichen Zähnen. Die Krone ist 3-4 mm lang, kann weißlich oder blassrosa gefärbt sein, mit vier fast gleich großen Lappen und hervorstehenden Staubblättern. Die Narbe ist zweigeteilt.

Die Frucht ist ein mikrobasischer Spaltfrucht, bestehend aus vier einsamigen Nüsschen, typisch für die Lamiaceae, obwohl diese selten im Detail beobachtet werden. Die Wurzeln sind rhizomatös und die Pflanze breitet sich auch über Ausläufer aus.

Die Art ist immergrün und besitzt einen charakteristischen Geruch, beschrieben als scharf und intensiv, verursacht durch das Vorhandensein aromatischer ätherischer Öle.

Lebensraum und Verbreitung

Die rundblättrige Minze ist eine eurimediterane Art mit einer Verbreitung, die hauptsächlich die Küsten und mediterranen Regionen Italiens umfasst und sich auch nach Norden sowie in einige Gebiete Mittel- und Osteuropas erstreckt. In Italien ist sie vor allem in den südlichen Regionen und entlang der Küsten recht verbreitet, kommt aber auch in Binnengebieten bis 600 m Höhe vor, mit Nachweisen bis zu 1500 m in südlichen Gebieten.

Sie bevorzugt feuchte Lebensräume wie Brachen, feuchte Wiesen, Wege, Gräben und Ufer von Gewässern. Sie liebt frische und gut durchlässige Böden mit einer Exposition von teilweise schattig bis sonnig. Häufig ist sie in anthropogenen Umgebungen anzutreffen und kann sich aufgrund ihrer rhizomatischen und stolonbildenden Vegetation als Unkraut verhalten.

Die Art passt sich gut an verschiedene Bodentypen an, zeigt jedoch eine Vorliebe für solche mit hohem organischem Substanzgehalt und guter Wasserverfügbarkeit.

Blütezeit

Die rundblättrige Minze blüht zwischen Mai und Oktober, wobei die Blütezeit in Dauer und Intensität je nach Region und lokalen klimatischen Bedingungen variieren kann. In den wärmeren und feuchteren mediterranen Zonen ist die Blütezeit tendenziell länger, während sie in kühleren und bergigen Gebieten eher auf die Sommermonate konzentriert ist.

Ökologie und Bestäubung

Die Art weist eine Fortpflanzungsstrategie auf, die auf der Produktion zwittriger Blüten basiert, die Selbstbestäubung ermöglichen, aber hauptsächlich von bestäubenden Insekten besucht werden. Zu den wichtigsten Bestäubern zählen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, die vom aromatischen Duft und dem von den Blüten produzierten Nektar angezogen werden. Die Anordnung der Blüten in dichten endständigen Ähren erleichtert die Anlockung und den Besuch der Insekten.

Die Samenverbreitung erfolgt durch die kleinen produzierten Nüsschen, obwohl sich die Art auch effektiv vegetativ über Ausläufer und Rhizome ausbreitet. Dies ermöglicht eine schnelle Kolonisierung neuer Lebensräume, wobei sie oft in kultivierten Böden oder Gärten als Unkraut auftritt.

Kuriositäten und traditionelle Verwendung

Die rundblättrige Minze ist seit der Antike für ihre aromatischen und medizinischen Eigenschaften bekannt. Ihr englischer Name „apple mint“ (Apfelminze) verweist auf den süßen Duft, obwohl ihr Geruch tatsächlich schärfer und intensiver als bei anderen Minzarten ist.

Traditionell wurde sie als Heilpflanze wegen ihrer antiseptischen, verdauungsfördernden, karminativen, schmerzstillenden und antifermentativen Eigenschaften verwendet. Das in den ätherischen Ölen enthaltene Menthol macht sie nützlich zur Behandlung von Entzündungen im Mundraum, zur Förderung der Verdauung und zur Beruhigung des Hustens. In der Volksmedizin wurde sie auch zur Vorbeugung von Katarakten, zur Förderung des Schlafs, zur Linderung von Nieren- und Gallenkrämpfen, zur Bekämpfung von Mundgeruch und sogar zur Stimulierung der sexuellen Lust eingesetzt.

In der Volkskultur glaubte man, dass ihr Duft Nagetiere fernhalte, weshalb sie früher zu diesem Zweck in Getreidespeichern ausgestreut wurde. Noch heute wird die Pflanze außerhalb der medizinischen Verwendung in der Küche zur Aromatisierung von Likören, Süßigkeiten und einigen kosmetischen Zubereitungen genutzt.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass medizinische und kulinarische Anwendungen stets sorgfältig und unter fachlicher Aufsicht bewertet werden sollten.

Etymologie

Der Gattungsname leitet sich von der Nymphe Minthê aus der griechischen Mythologie ab, die von Hades geliebt und aus Eifersucht von Proserpina in eine Pflanze verwandelt wurde. Der Artname „suaveolens“ bedeutet „mit angenehmem Duft“, eine etwas ironische Bezeichnung, da der Geruch der Art tatsächlich eher scharf und intensiv ist.

Der italienische Trivialname „menta a foglie rotonde“ bezieht sich auf die charakteristische Form der Blätter, die runder sind als bei anderen Mentha-Arten, die oft lanzettlichere oder länglichere Blätter aufweisen.


Quellen

  • Prof. S. Pignatti, Flora d'Italia
  • Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Giuliano Salvai)
  • Tela Botanica / H. Coste, Flore descriptive et illustrée de la France
  • World Flora Online (WFO)
Text mit KI-Unterstützung aus wissenschaftlichen Quellen erstellt ·Methodik
Achtung: Pharmazeutische Anwendungen und Wildkräuter-Nutzungen dienen nur zu Informationszwecken; für ihre Verwendung zu Heil-, kosmetischen oder Ernährungszwecken wird keine Haftung übernommen.

Merkmale

Wo ich sie gefunden habe (4 Beobachtungen)

Klassifikation

Reich
Plantae
Familie
Lamiaceae
Vollständiger Name
Mentha suaveolens Ehrh.

Blütezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
MaiJunJulAugSepOkt
Nov
Dez

Haben Sie einen Bestimmungsfehler bemerkt? Schreiben Sie mir

Weitere Arten derselben Familie

Lamiaceae

Alle ansehen

Entdecken

Weitere Arten von Lamiaceae