Pflanzenart
Clinopodium vulgare
L.
Wirbeldost
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze, wächst der Wald-Bergminze typischerweise zwischen 30 und 70 cm Höhe, mit Stängeln, die aufrecht oder aufsteigend-kriechend sein können. Der Stängel ist weich samtig, bedeckt mit weißen, abstehenden Haaren von etwa 1-1,5 mm Länge, die eine tomentose Oberfläche verleihen. Die Pflanzen besitzen ein dünnes, kriechendes Rhizom, aus dem die krautigen Stängel entspringen.
Die Blätter sind gegenständig, kurz gestielt (2-6 mm), mit einer Blattspreite von eiförmig-lanzettlicher oder oval-länglicher Form, 15 bis 46 mm lang und etwa 15 bis 32 mm breit. Der Rand ist ganz oder leicht gezähnt mit kurzen, verstreuten Zähnchen. Die Blattoberfläche ist behaart mit abstehenden Haaren, die Blattbasis ist abgerundet, während die Spitze fast stumpf ist.
Die Blütenstände sind durch kompakte, kugelige Scheinquirle gekennzeichnet, bestehend aus 10-40 zwittrigen Blüten, die sowohl an der Spitze des Stängels als auch in den Achseln der oberen Blätter angeordnet sind. Die die Blüten umgebenden Hochblätter sind fadenförmig, linear und lang bewimpert. Der Kelch, 7 bis 12 mm lang, ist zylindrisch geformt und weist 13 deutlich ausgeprägte Nerven auf. Die Kelchzähne sind nahezu gleich lang, wobei die oberen etwas kürzer sind als die unteren; sie sind zudem bewimpert und leicht gebogen.
Die Krone ist rosaviolett, mit einer variablen Länge von 12 bis 15 mm, selten weiß, mit einer flachen, ausgeschnittenen Oberlippe und einer dreilappigen Unterlippe. Die vier Staubblätter sind didynamisch (zwei lang und zwei kurz) und konvergierend. Die Frucht ist ein Tetrachenium, bestehend aus vier ovalen Nüsschen, braun mit einem weißlichen Höcker, etwa 1 x 0,8 mm groß.
Das Wurzelsystem besteht aus einem dünnen, holzigen Rhizom, aus dem mehrjährige krautige Stängel wachsen.
Lebensraum und Verbreitung
Der Wald-Bergminze ist eine weit verbreitete Art in Italien und im Mittelmeerraum, mit dokumentiertem Vorkommen in Waldgebieten, Lichtungen, Waldrändern, trockenen Wiesen und Hecken. Es handelt sich um eine mesophile und mesoxerophile Pflanze, die frische, aber gut belüftete Standorte bevorzugt und eine gewisse Anpassungsfähigkeit an den Untergrund zeigt, da sie auf verschiedenen Böden wächst.
Die Wuchshöhe reicht von 0 bis etwa 1500 Meter über dem Meeresspiegel, von der Ebene bis in hügelige und voralpine Zonen. In Italien ist sie in den zentral-nördlichen Regionen häufig und kommt auch auf den größeren Inseln vor, oft in halbschattigen Habitaten mit bevorzugt heller, aber nicht zu starker Sonneneinstrahlung.
Blütezeit
Die Blüte konzentriert sich hauptsächlich auf die Monate Juli und August und erstreckt sich gelegentlich bis September in kühleren oder bergigen Gebieten. In einigen Regionen kann die Blütezeit etwas früher beginnen oder später enden, abhängig von den lokalen klimatischen Bedingungen.
Ökologie und Bestäubung
Die Art vermehrt sich hauptsächlich sexuell durch Samen, die von den zwittrigen Blüten produziert werden, welche eine Vielzahl von bestäubenden Insekten anziehen, insbesondere Bienen und Hummeln, angelockt durch die lebhafte rosaviolette Blütenfarbe und den leicht wahrnehmbaren aromatischen Duft. Die Blütenstruktur und die Anordnung der Staubblätter begünstigen die entomogame Bestäubung. Die Samenverbreitung erfolgt hauptsächlich in der Nähe der Mutterpflanze, erleichtert durch das natürliche Herabfallen der Nüsschen.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Der Wald-Bergminze ist eine aromatische Art mit historisch anerkannten medizinischen und kulinarischen Eigenschaften. Die Blätter und blühenden Triebspitzen sind bekannt für ihre tonischen, stimulierenden und karminativen Wirkungen, weshalb sie in der traditionellen Kräuterkunde zur Förderung der Verdauung und zur Linderung gastrointestinaler Beschwerden verwendet wurden.
In der Küche können die Blätter als Würzmittel für Suppen und Salate verwendet werden, wenn auch weniger gebräuchlich als andere bekanntere Lamiaceae. Die Pflanze gilt als essbar und kann wild gesammelt werden, stets mit Rücksicht auf eine nachhaltige Ernte.
Etymologie
Der Gattungsname „Clinopodium“ stammt aus dem Altgriechischen: „κλίνω“ (klino) bedeutet „neigen“ und „ποδείον“ (podeion) ist eine Verkleinerungsform von „πούς“ (pous), also „Fuß“ oder „Stiel“, vermutlich in Bezug auf die besondere Form des Stängels oder die Anordnung der Blüten.
Das spezifische Epitheton „vulgare“ stammt aus dem Lateinischen vulgaris, was „gewöhnlich“ bedeutet und auf die Häufigkeit und Verbreitung der Art in europäischen Gebieten hinweist.
Der italienische Trivialname „clinopodio dei boschi“ verweist sowohl auf die botanische Gattung als auch auf den typischen Lebensraum der Pflanze, nämlich Waldgebiete und Waldränder.
Quellen
- Prof. P.V. Arrigoni, „Flora analitica della Toscana“, „Flora dell'Isola di Sardegna“
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (Datensatz von Anja Michelucci)
- Tela Botanica / H. Coste, „Flore descriptive et illustrée de la France“
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (5 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Lamiaceae
- Vollständiger Name
- Clinopodium vulgare L.
- Synonyme
- Satureja vulgaris (L.) Fritsch
- Lebensform
- Emicriptofite scapose
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