Pflanzenart
Arabis collina
Ten.
Hügel-Gänsekresse
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Brassicaceae, gewöhnlich zwischen 10 und 30 cm hoch, mit stängelumfassendem Wuchs. Der Hauptstängel ist aufrecht, ungeteilt und oft von weiteren aufsteigenden Seitentrieben begleitet, alle ohne Verzweigungen. Die Oberfläche des Stängels und der Blätter ist mehr oder weniger dicht behaart, bestehend aus einfachen Haaren und gestielten Haaren mit 3-5 (manchmal 6) Strahlen, besonders deutlich im unteren Bereich des Stängels und am Blattrand.
Die Grundblätter sind lanzettlich-obovate oder fast spatelförmig, mit grob gezähntem Rand und stumpfer Spitze; sie verjüngen sich allmählich zum Stiel hin. Die Stängelblätter sind 3 bis 20 an der Zahl, sitzend oder mit abgerundeter oder schwach herzförmiger Basis, obovate, lanzettlich oder eiförmig, meist gezähnt. Die unteren Blätter sind stumpf, während die oberen auf der Oberseite kahl werden können. Die Stängelblätter sind oft grau-tomentös.
Die Blüte ist eine dichte und zunächst kompakte Traube, die sich mit der Fruchtbildung verlängert und 7 bis 25 weiße (selten mit leichten rosa Tönungen) Blüten trägt. Die Blüten bestehen aus vier eiförmig-keilförmigen, 6 bis 10 mm langen, an der Spitze abgeschnittenen Kronblättern und Kelchblättern, die 1-2 mm breit und 2,5-5,5 mm lang sind. Die Fruchtstiele oder Schoten sind aufrecht, 5-16 mm lang, mit schmalen, am Achsenstängel anliegenden Früchten, die 40-90 mm lang und etwa 1,5 mm breit sind, mit einer mittleren Rippe, die an ¾ der Schalenlänge sichtbar ist. Die Samen sind breit elliptisch, 1,1 bis 1,3 mm lang und 1,6-2,1 mm breit, mit einem bis zu 0,5 mm breiten Randflügel.
Das Wurzelsystem wird in den Quellen nicht detailliert beschrieben, aber wie bei anderen Brassicaceae wird eine Pfahlwurzel angenommen, typisch für Pflanzen, die an trockene und felsige Böden angepasst sind.
Lebensraum und Verbreitung
Die Hügellarabetta ist eine typische Art der montanen und hügeligen mediterranen Gebiete, in Italien vor allem in den zentral-südlichen und insularen Regionen verbreitet, mit Meldungen auch in südwestalpinen Gebieten wie dem Salève und dem Mont Vuache. Sie wächst auf felsigen Substraten, Mauern, trockenen Weiden und Gebüschen und bevorzugt warme, sonnige Standorte.
Die Wuchshöhe variiert von etwa 100 bis 2200 Metern über dem Meeresspiegel, was auf eine gute Anpassungsfähigkeit an hügelige und bergige, auch subalpine Bedingungen hinweist. Die Böden sind meist kalkhaltig, steinig oder sandig, oft arm an organischer Substanz, wo die Pflanze ein xerophiles Umfeld findet.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich von März bis Juli, mit besonderer Intensität in den Frühlingsmonaten. Es werden keine signifikanten Unterschiede der Blütezeit in Abhängigkeit von Höhe oder Breite berichtet, obwohl in bergigeren Umgebungen die Blüte aufgrund niedrigerer Temperaturen später beginnen kann.
Ökologie und Bestäubung
Die Hügellarabetta ist eine mehrjährige Pflanze, die sich durch Samen aus Schoten, die am Blütenstandsschaft anliegen, vermehrt. Die Bestäubung erfolgt entomophil, begünstigt durch blütenbesuchende Insekten, die von den weißen, gut sichtbaren und relativ großen Blüten angezogen werden. Obwohl keine spezifischen Daten zu den bestäubenden Insekten vorliegen, ist es plausibel, dass Bienen, Hummeln und andere kleine bestäubende Insekten die Blüten besuchen.
Die Samenverbreitung erfolgt durch Fall und lokale Ausbreitung, unterstützt durch dünne Flügel, die einen gewissen Transport über kurze Distanzen ermöglichen können. Die Pflanze ist zudem eine scapose Hemikryptophyt, das heißt, sie überdauert den Winter mit Knospen auf Bodenniveau und entwickelt einen verlängerten, oft blattlosen Blütenstandsschaft, um die Blüten besser zu präsentieren.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Es liegen keine gesicherten Daten zu medizinischer, ernährungsbezogener oder folkloristischer Nutzung dieser Art vor. Der Gattungsname Arabis scheint auf die trockenen Umgebungen Arabiens anzuspielen und unterstreicht die Fähigkeit dieser Pflanzen, sich an besonders trockene und sandige Bedingungen anzupassen.
Im naturkundlichen Bereich ist die Art interessant wegen ihrer Fähigkeit, trockene und steinige Lebensräume zu besiedeln, wodurch sie zur Stabilisierung der Böden und zur Biodiversität der mediterranen Berg- und Hügellandschaften beiträgt.
Etymologie
Der Gattungsname Arabis leitet sich wahrscheinlich vom Bezug auf Arabien ab und soll die Anpassung der Arten dieser Gattung an trockene und sonnige Umweltbedingungen betonen, wie sie typisch für den Nahen Osten sind. Der italienische Name „arabetta collinare“ verweist sowohl auf die Gattung als auch auf den typischen Lebensraum der Art, nämlich hügelige Gebiete.
Quellen
- Prof. P.V. Arrigoni, "Flora analitica della Toscana", "Flora dell'Isola di Sardegna"
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Gianluca Nicolella)
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (8 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Brassicaceae
- Vollständiger Name
- Arabis collina Ten.
- Synonyme
- Arabis muralis Bertol.; Arabis tenella Guss. & Ten.
- Lebensform
- Emicriptofite scapose
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