Pflanzenart
Myosotis scorpioides
L.
Sumpf-Vergissmeinnicht
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze von mittel-kleiner Größe, 15 bis 50 cm hoch, mit meist aufrechtem Wuchs und manchmal an der Basis niederliegend dank eines kriechenden und stolonbildenden Rhizoms. Der Stängel ist zylindrisch oder leicht kantig, im oberen Teil kahl und mit vereinzelten, anliegenden, nach oben gerichteten Haaren, während an der Basis abstehende, nach außen gerichtete Haare vorhanden sind. Die Pflanze schwärzt beim Austrocknen.
Die Blätter sind wechselständig am Stängel angeordnet und haben eine oblanzettliche oder linear-oblanzettliche Form, mit einer Breite von 1 bis 1,5 cm und einer Länge von 5 bis 8 cm. Ihre Oberfläche ist kahl oder mit anliegenden Haaren, die zur Spitze gerichtet sind; selten weisen die unteren Blätter zurückgebogene Haare auf. Die Blätter sind sitzend, mit verschmälertem Grund und spitz zulaufender Spitze.
Die Blüte steht endständig, kurz und dicht, mit einer Achse, die mit anliegenden Haaren bedeckt ist. Die Blüten haben einen Durchmesser von 5 bis 10 mm und sitzen an 6-10 mm langen Blütenstielen, die sich während der Fruchtbildung verlängern. Die Krone ist überwiegend hellblau oder blau-violett, selten mit rosa Schattierungen in der Mitte, und besitzt eine flache Kronlappen. Der Kelch ist beständig und bis etwa 2/5 oder ein Drittel seiner Länge geteilt, mit anliegenden Haaren bedeckt und ohne Hakenhaare. Die Griffel ragen meist über die Nüsschen hinaus, die etwa 1,2-1,8 mm messen und im oberen Teil gerandet sind.
Das Wurzelsystem ist faserig, mit flachen Wurzeln und manchmal kriechenden Stolonen, die die vegetative Ausbreitung der Pflanze ermöglichen.
Lebensraum und Verbreitung
Diese Art ist in Europa und Westasien verbreitet, mit Nachweisen in verschiedenen italienischen Regionen wie Friaul, Piemont, Toskana, Sardinien und anderen Gebieten der Halbinsel, wobei das genaue Areal noch weiterer Klärung bedarf. In Italien wächst sie vorwiegend in feuchten Habitaten wie nassen Wiesen, Gräben, Sümpfen und Gebieten mit feuchtem oder teilweise überschwemmtem Boden bis in hügelige und subalpine Lagen.
Sie bevorzugt feuchte Böden, oft flach und reich an organischer Substanz, mit variabler Exposition, jedoch meist an offenen und gut beleuchteten Standorten, wo Wasser steht oder der Boden konstant feucht bleibt.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September, mit einigen geografischen Variationen in Abhängigkeit von Breiten- und Höhenlage. In wärmeren Klimazonen oder tieferen Lagen kann die Blüte bereits im Juni beginnen, während sie in kühleren oder höher gelegenen Gebieten bis September andauert.
Ökologie und Bestäubung
Die Art lebt in aquatischen oder sumpfigen Umgebungen, wo der Boden ständig feucht oder teilweise überschwemmt ist. Die Blütenmorphologie mit hellblau-violetten Kronblättern und flachem Kronlappen ist geeignet, verschiedene bestäubende Insekten wie Bienen und Zweiflügler anzuziehen, die die entomogame Bestäubung fördern.
Die Pflanze vermehrt sich sowohl sexuell durch Samen (Nüsschen) als auch vegetativ durch stolonbildende Rhizome, die eine lokale Ausbreitung und Kolonisierung neuer feuchter Gebiete ermöglichen. Die kleinen, leicht gerandeten Samen werden vermutlich durch Wasser oder durch kleine aquatische und terrestrische Tiere verbreitet.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Es sind keine besonderen ethnobotanischen Anwendungen oder spezifische traditionelle Nutzungen dieser Art im italienischen oder mediterranen Kontext bekannt. Der gebräuchliche Name „Sumpf-Vergissmeinnicht“ erinnert jedoch an die volkstümliche Tradition rund um die Gattung Myosotis, die oft mit Erinnerung und Zuneigung assoziiert wird. Der Zier- und Symbolwert dieser Pflanzen ist vor allem aufgrund ihrer Schönheit und ihrer Präsenz in natürlichen Feuchtgebieten bedeutend.
Etymologie
Der wissenschaftliche Name stammt aus dem Griechischen: Myosotis bedeutet „Mäuseohr“ und bezieht sich auf die abgerundete Form der basalen Blätter, die an ein Mäuseohr erinnern. Das spezifische Epitheton scorpioides weist auf die Form der Blüte hin, die an den aufgerollten Schwanz eines Skorpions erinnert (ähnlich wie bei anderen Arten der Gattung).
Der italienische Trivialname „Sumpf-Vergissmeinnicht“ bezieht sich auf das bekannteste Merkmal der Gattung Myosotis, nämlich die kleine blaue Blüte, die mit Erinnerung und einem Gefühl nostalgischer Zuneigung verbunden wird, ergänzt durch „delle paludi“, um sie von anderen Nontiscordardimè-Arten zu unterscheiden, die in weniger feuchten Habitaten wachsen.
Quellen
- Prof. P.V. Arrigoni, "Flora analitica della Toscana", "Flora dell'Isola di Sardegna"
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (3 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Boraginaceae
- Vollständiger Name
- Myosotis scorpioides L.
- Lebensform
- Emicriptofite scapose
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