Pflanzenart
Epipactis helleborine
(L.) Crantz
Breitblättrige Stendelwurz
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze, 20 bis 80 cm hoch, robust, mit kurzem, nicht ausläuferbildendem Rhizom. Der Stängel ist aufrecht, zylindrisch und blättrig, besonders im oberen Bereich dicht behaart, während er an der Basis fast kahl sein kann. Es sind 6-15 Blätter vorhanden, die in Form und Größe variieren: die unteren sind eiförmig-elliptisch und stängelumfassend, mit einer Breite von meist 3-4 cm und einer Länge von 5-6 cm, die mittleren sind schlanker und länger, mit welligen Rändern und können bis zu 18 cm lang werden. Die oberen Blätter werden allmählich kleiner und schmaler. Die Blattadern sind deutlich sichtbar und auch tastbar ausgeprägt.
Die Blüte ist eine lineare, fast einseitige Ähre mit zahlreichen, auseinanderstehenden und leicht herabhängenden Blüten. Die unteren Hochblätter ähneln den Blättern, sind aber schmaler und hängend, bis zu 5-6 cm lang, die oberen sind kleiner, 1,2 bis 1,8 cm lang. Die Blüten sind mittelgroß, mit spitzen und ausgebreiteten Tepalen von etwa 7-8 mm Länge, die Farbe variiert von grün bis weiß, manchmal mit blassen violetten Schattierungen auf der Lippe.
Die Lippe, etwa 4-6 mm lang, besteht aus einem subglobosen Hypochil und einem subtriangulären oder abgeflachten Epichil, mit manchmal dickeren Adern nahe der Spitze und fleischigen Erhebungen oder kleinen erosiven Lamellen an der Basis. Die Lippe ist meist weiß vor dem grünen Hintergrund der Tepalen, manchmal violettlich getönt. Die Säule ist kurz, 2-5 mm lang, ohne Mesochil, mit gut sichtbarer Anthera. Der Fruchtknoten ist birnenförmig, 5-10 mm lang, auf einem gebogenen Stiel von 2-3 mm Länge, bedeckt mit feinen gelb-braunen Haaren.
Die Blüten sind resupiniert und leicht herabhängend und verströmen einen schwachen Duft. Die Pollinien besitzen ein kugeliges Viscidium, das die Anhaftung an bestäubende Insekten ermöglicht, und zerfallen nicht auf der Narbe, was auf eine zwingend entomogame Befruchtung hinweist.
Die Frucht ist eine obovoid-ellipsoidale Kapsel, etwa 10 mm lang, mit leicht behaarter Oberfläche.
Lebensraum und Verbreitung
Die Breitblättrige Stendelwurz ist in ganz gemäßigten Europa, Nordafrika und gemäßigtem Asien verbreitet, mit Vorkommen in fast allen italienischen Regionen bis in hügelige und submontane Lagen zwischen 500 und 1000 Metern Höhe. Sie bevorzugt Waldgebiete, insbesondere Buchenwälder, Eichen- und Hainbuchenbestände sowie schattige Plätze mit frischen und gut durchlässigen Böden. Sie kommt auch in trockeneren und steinigen Habitaten vor, stets mit Vegetationsdecke und humusreichen Böden.
Sie bevorzugt schattige oder halbschattige Standorte, wo das feuchte Mikroklima das Wachstum begünstigt. Sie ist auch an Waldrändern und Lichtungen anzutreffen und zeigt eine gewisse ökologische Plastizität, die ihr die Besiedlung verschiedener Habitate im mediterranen Raum ermöglicht.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September, mit einer stärkeren Konzentration zwischen Juni und Juli. In kühleren oder bergigen Gebieten kann die Blütezeit leicht verzögert sein. Die Dauer der Blüteperiode variiert je nach Höhe und lokalen klimatischen Bedingungen.
Ökologie und Bestäubung
Die Art ist zwingend entomogam, das heißt, sie vermehrt sich ausschließlich durch Kreuzbestäubung, vermittelt durch bestäubende Insekten. Die Blüten produzieren ein klebriges Viscidium, das sich an Insekten anheftet und den Transport der Pollinien von einer Blüte zur anderen erleichtert. Der Pollen ist in Pollinien gebündelt, die auf der Narbe nicht zerfallen, wodurch die Kreuzbefruchtung gewährleistet wird.
Es sind Fälle von selbstbestäubenden Populationen bekannt, bei denen das Rostellum rudimentär oder fehlend ist und der Pollen innerhalb der Blüte verteilt wird; in Italien ist das Vorkommen dieser Formen noch zu untersuchen, während in Mitteleuropa mehrere selbstbestäubende Unterarten identifiziert wurden.
Die Samenverbreitung erfolgt über Kapseln, die winzige Samen freisetzen, die leicht vom Wind transportiert werden und so die Besiedlung neuer Waldgebiete ermöglichen.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Es sind keine besonderen ethnobotanischen Anwendungen oder Nahrungsverwendungen dieser Art bekannt, ebenso wenig volkstümliche Bezüge im italienischen oder mediterranen Kulturerbe. Wie viele wildwachsende Orchideen wird ihre Sammlung aus Naturschutzgründen nicht empfohlen oder ist verboten.
Etymologie
Der wissenschaftliche Gattungsname Epipactis stammt vom griechischen „epipaktis“, ein von Dioskurides verwendeter Begriff für Pflanzen mit medizinischen Eigenschaften. Das Artepitheton helleborine (von helleborus, Nieswurz) bezieht sich auf die Ähnlichkeit der Blätter mit denen der Nieswurz, einer Pflanze, die für ihre medizinischen und toxischen Eigenschaften bekannt ist.
Der deutsche Trivialname „Breitblättrige Stendelwurz“ verweist genau auf diese Blattähnlichkeit mit der Nieswurz und unterstreicht ihre Verbreitung und häufige Präsenz in italienischen Wäldern.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, "Flora d'Italia"
- Tela Botanica / H. Coste, "Flore descriptive et illustrée de la France"
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Scheda botanica
| Famiglia | Orchidaceae |
|---|---|
| Fioritura | giugno – settembre |
| Forma biologica | Rhizomatös |
| Habitat | mit weißen Blüten, mit gelben Blüten, mit grünen Blüten |
Domande frequenti
- Quando fiorisce Breitblättrige Stendelwurz?
- Breitblättrige Stendelwurz fiorisce giugno – settembre.
- Che tipo di pianta è Breitblättrige Stendelwurz?
- Breitblättrige Stendelwurz è una Geophyten (Rhizomatös) secondo la classificazione di Raunkiaer.
- A quale famiglia appartiene Breitblättrige Stendelwurz?
- Breitblättrige Stendelwurz appartiene alla famiglia botanica Orchidaceae.
Wo ich sie gefunden habe
Die Fundorte dieser Art sind aus Schutzgründen nicht öffentlich.
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Orchidaceae
- Vollständiger Name
- Epipactis helleborine (L.) Crantz
- Synonyme
- Epipactis helleborine (L.) Crantz subsp. latina W.Rossi & E.Klein; Epipactis helleborine (L.) Crantz subsp. moratoria Riech. & Zirnsack; Epipactis helleborine (L.) Crantz subsp. tremolsii (Pau) E.Klein; Epipactis latifolia (L.) All.; Epipactis latina (W.Rossi & E.Klein) B.Baumann & H.Baumann; Epipactis tremolsii Pau; Epipactis tremolsii Pau subsp. latina (W.Rossi & E.Klein) S.Hertel & Riech.; Helleborine latifolia (L.) Moench
- Lebensform
- Geophyten rhizomatös
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