Pflanzenart
Dianthus sylvestris
Wulfen
Stein-Nelke
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Der wilde Nelkenstrauch ist eine ausdauernde Pflanze, die zwischen 10 und 30 cm hoch wird, mit einem stängellosen Wuchs, der im oberen Bereich einfach oder verzweigt sein kann. Der Stängel ist kahl und wird an der Basis von dichten und kompakten sterilen Rosetten getragen. Die Blätter sind gegenüberstehend angeordnet, linear geformt und besitzen eine deutliche Mittelrippe; sie sind spitz und haben leicht rauhe Ränder bei Berührung.
Die Blüten sind einzeln und endständig, an der Spitze der Stängel und Zweige angeordnet, meist rosa-fuchsienfarben. Jede Blüte besitzt fünf Blütenblätter, deren distaler Teil zwischen 8 und 15 mm breit ist und einen leicht gezähnten Rand aufweist. Die Blütenblätter sind kahl, verbreitert geformt, aber mit wenig ausgeprägten Zähnchen. Der Kelch ist röhrenförmig, 15 bis 20 mm lang, mit zwei ovalen Schuppen, die in einer kurzen und spitzen Spitze enden. Die Fruchtkapsel ist ähnlich groß wie der Kelch und öffnet sich durch vier Zähne, wodurch die Samen verbreitet werden.
Im Allgemeinen zeichnet sich diese Art durch duftende Blüten aus, jedoch mit einem schwachen oder fast fehlenden Geruch. Die Schuppen des Epicalyx sind kurz und umhüllen den Kelch, oft im oberen Bereich abgeschnitten und enden mit einem kurzen Stachel.
Lebensraum und Verbreitung
Der wilde Nelkenstrauch wächst hauptsächlich in Bergregionen und bevorzugt trockene Weiden, felsige Hänge und Macchien. Er bevorzugt sonnige Standorte und gut durchlässige Böden, oft kalkhaltig oder steinig, in Umgebungen mit hoher Lichtintensität und geringer Feuchtigkeit.
In Italien ist er vor allem in den Alpen- und Voralpenregionen verbreitet, mit verlässlichen Nachweisen in Gebieten wie der Valtournanche und dem Susa-Tal. Seine Präsenz ist auch in einigen Gebieten des westlichen Alpenbogens dokumentiert, mit einem Verbreitungsgebiet, das bis in die angrenzenden Regionen des westlichen Mittelmeerraums reicht. Die Art zeigt eine bemerkenswerte geografische Variabilität, mit verschiedenen lokalen Rassen, die vor allem in Süditalien und auf den größeren Inseln wie Sizilien, Sardinien und Korsika anerkannt sind. Einige dieser Populationen unterscheiden sich durch morphologische Merkmale wie die Form der Kelchschuppen und die Größe der Blüten.
Die Wuchshöhe liegt generell in der kollinen und subalpinen Zone, mit dokumentierten Vorkommen zwischen etwa 600 und 2200 Metern. Sie ist an xerische Bedingungen typischer sonniger Bergstandorte angepasst.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich typischerweise von Mai bis August, mit möglichen zeitlichen Schwankungen in Abhängigkeit von Höhe und Breite. In nördlicheren und höher gelegenen Gebieten kann die Blüte später beginnen und früher enden als in tieferen oder südlicheren Regionen.
Ökologie und Bestäubung
Der wilde Nelkenstrauch vermehrt sich durch bestäubende Insekten, die die einzelnen einzelnen Blüten besuchen, um Nektar oder Pollen zu sammeln. Die Blütenstruktur mit gezähnten Blütenblatträndern und lebhaften Farben fördert die Anziehung der Bestäuber, obwohl der Duft wenig intensiv ist.
Die Samenverbreitung erfolgt durch die Kapsel, die sich mit vier Zähnen öffnet und so das Austreten und die anschließende Verteilung der Samen auf dem umliegenden Boden erleichtert. Es sind keine besonders spezialisierten Verbreitungsstrategien bekannt, aber die erhöhte Position der Früchte begünstigt die Verbreitung durch Schwerkraft und Windwirkung.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Es liegen keine spezifischen Informationen zu traditionellen, medizinischen oder kulinarischen Verwendungen des wilden Nelkenstrauchs vor. Das Genus Dianthus ist jedoch allgemein für seine ornamentalen Eigenschaften und die Verwendung in der Parfümerie bekannt, dank des charakteristischen Duftes einiger kultivierter Arten. Die bemerkenswerte Variabilität und die Verbreitung von Zierselektionen von Dianthus sylvestris und verwandten Arten haben zur Entstehung zahlreicher kultivierter Nelkensorten beigetragen.
Etymologie
Der Name der Gattung Dianthus stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Blume des Zeus“ oder „göttliche Blume“, in Bezug auf die Schönheit und Zartheit der Blüten. Das spezifische Epitheton sylvestris weist auf die wilde Natur der Pflanze hin, die häufig in natürlichen, nicht kultivierten Habitaten vorkommt. Der italienische Trivialname „garofano selvatico“ spiegelt genau diese Eigenschaft der wildwachsenden Art wider, die sich vom kultivierten Nelkenstrauch unterscheidet, der weit bekannt und in Gärten und der Floristik verwendet wird.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, „Flora d'Italia“
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (14 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Caryophyllaceae
- Vollständiger Name
- Dianthus sylvestris Wulfen
- Synonyme
- Dianthus caryophyllus L. subsp. sylvestris (Wulfen) Rouy & Foucaud
- Lebensform
- Emicriptofite scapose
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