Pflanzenart
Convolvulus soldanella
L.
Windengewächse
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze von kleiner Größe, mit kriechendem Wuchs und niederliegenden Stängeln, die eine Länge von bis zu 50-60 cm erreichen. Der Stängel ist meist mit Sand bedeckt, besonders im basalen Bereich, und neigt dazu, nur an der Spitze aufrecht zu sein. Das Wurzelsystem besteht aus einem langen, ausläuferbildenden Rhizom, das tief in den Sand eindringt, um die in den Küstensubstraten vorhandene Feuchtigkeit aufzunehmen. Dieses Rhizom ermöglicht der Pflanze, auch bei durch Wind verursachten Sandverlagerungen zu überleben und sich zu regenerieren.
Die Blätter sind klein, nierenförmig (umgekehrtes Herz), dick und fast fleischig, mit einem gekerbten Rand. Sie sind wechselständig entlang des Stängels angeordnet und besitzen einen langen Stiel. Die Blattfarbe ist dunkelgrün mit möglichen bläulichen Schattierungen, und ihre Breite kann auch das Doppelte der Länge betragen. Die basalen Blattöhrchen sind abgerundet und manchmal leicht gewellt.
Die Blüten sind einzeln oder paarweise angeordnet, an achselständigen Blütenstielen von 2 bis 6 cm Länge, die länger oder kürzer als die Blätter sein können. Die Krone ist trichterförmig, mittelgroß bis groß (4-5 cm Durchmesser), rosa mit fünf helleren Längsstreifen und einer glatten Oberfläche. Der Kelch ist kahl, besteht aus fünf ovalen und stumpfen Lappen und ist teilweise von zwei oval-papierartigen Hochblättern umhüllt, die den Kelch selbst bedecken – ein unterscheidendes Merkmal der Art gegenüber anderen verwandten Arten der Gattung. Jede Blüte besitzt fünf Staubblätter, einen oberständigen Fruchtknoten und eine zweilappige Narbe. Die Blütezeit ist kurzlebig: jede Blüte hält nur einen Tag.
Die Frucht ist eine eiförmige, kahle Kapsel, die sich entlang der zentralen Nerven der Fruchtblätter durch Bruch der inneren Scheidewände (septifrag) öffnet und vier schwarze, gebogene und kantige Samen freisetzt.
Habitat und Verbreitung
Typische Art der Küstenzonen, wächst vorwiegend auf Meeres-Sanddünen, auf gut erhaltenen und wenig vom Menschen gestörten Substraten. Sie ist eine Pionierpflanze der Dünenlebensräume, fähig, Strände zu besiedeln und zu stabilisieren dank des rhizomatösen Apparats, der tief in den Sand eindringt. Der kriechende Wuchs und die Fähigkeit, schnell aus dem Sand hervorzutreten, machen sie gut an die dynamischen Küstenumgebungen angepasst.
In Italien ist sie entlang aller Sandküsten vom Mittelmeer bis zur Adria und zum Tyrrhenischen Meer verbreitet, meist in der Küstenzone bis in niedrige Lagen. Sie ist auch in vielen anderen Mittelmeerregionen sowie in anderen gemäßigten Gebieten der Welt verbreitet, mit einem kosmopolitischen Verbreitungsgebiet.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich in Italien von Juni bis August, mit möglichen lokalen Schwankungen, die vom Klima und der Exposition abhängen. In anderen Mittelmeergebieten und Westeuropa kann die Blütezeit bis Oktober andauern. Die Blüten sind kurzlebig, aber die Pflanze bildet während der gesamten Vegetationsperiode neue Blüten.
Ökologie und Bestäubung
Die Art, als immergrüne mehrjährige Pflanze, spielt eine wichtige Rolle in Dünenökosystemen, indem sie den Sand bindet und die Dünen stabilisiert. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich entomophil: Die Blüten ziehen bestäubende Insekten an, insbesondere Bienen und andere Hymenopteren, die von der rosa Farbe und der trichterförmigen Kronenform angezogen werden.
Die Samenverbreitung erfolgt durch die septifrage Kapsel, die sich öffnet und die schwarzen, kantigen Samen freisetzt. Ihre Form und Größe erleichtern die mechanische Verbreitung und wahrscheinlich auch durch Wind oder kleine Tiere, obwohl keine spezifischen Verbreitungsmechanismen bekannt sind.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Diese Art wird trotz ihrer Schönheit und ihrer wichtigen ökologischen Rolle zunehmend seltener aufgrund der zunehmenden Anthropisierung der Küstengebiete und der Umgestaltung der Strände. Es sind keine bedeutenden traditionellen medizinischen oder ernährungsbezogenen Verwendungen dokumentiert, noch besondere Hinweise im italienischen Volksglauben, aber die Pflanze wird vor allem wegen ihres ästhetischen und ökologischen Wertes geschätzt.
Etymologie
Der Gattungsname leitet sich vom lateinischen convolvo ab, was „einwickeln“ bedeutet, in Bezug auf die oft windenden und umschlingenden Stängel vieler Arten der Gattung. Der Artname soldanella bezieht sich auf die Form der Blätter, die kleinen Münzen ähneln, also rundliche und flache Blätter. Die italienischen gebräuchlichen Namen „Convolvolo delle spiagge“ oder „Vilucchio marittimo“ weisen auf die Besonderheit des Küstenhabitats und die Verwandtschaft mit der Gattung Convolvulus hin.
Quellen
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Giuliano Salvai)
- Tela Botanica / H. Coste, "Flore descriptive et illustrée de la France"
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (4 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Convolvulaceae
- Vollständiger Name
- Convolvulus soldanella L.
- Synonyme
- Calystegia soldanella (L.) Roem. & Schult.
- Lebensform
- Geofite rizomatose
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