Pflanzenart
Betonica hirsuta
L.
Betonica del monte Prada
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Lamiaceae, gekennzeichnet durch eine stängellose Wuchsform und eine variable Höhe von 10-20 cm in den frühen Entwicklungsstadien bis zu 20-40 cm während der Fruchtbildung. Der Stängel ist aufrecht, meist unverzweigt, mit einer rauen, wolligen und runzeligen Oberfläche, bedeckt mit langen abstehenden Haaren von 1,5-3 mm Länge, die eine typische Behaarung verleihen. Der Wuchs ist verzweigt-aufsteigend.
Die Blätter sind gegenständig am Stängel angeordnet, länglich und herzförmig an der Basis, mit einem gezähnt-gebuchteten Rand. Die Blattoberfläche ist auf beiden Seiten samtig und behaart, mit einer weichen Textur durch die dichte Behaarung. Die grundständigen Blätter bilden eine Rosette und sind gestielt, während die Stängelblätter fast sitzend sind, meist ist nur ein Paar vorhanden. Die unteren Blätter der Blüte sind gut entwickelt und oft mindestens halb so lang wie die Ähre.
Die Blüte besteht aus Blüten, die in Pseudowirteln angeordnet sind und eine kompakte, kurze und durchgehende Ähre bilden, mit einer dichten und ovalen Struktur. An der Basis der Blüte befinden sich zwei geneigte Hochblätter. Die Blüten besitzen eine violett-purpurfarbene oder intensiv fuchsienfarbene Krone von etwa 15-22 mm Länge, mit einem deutlichen Adernetz. Die obere Lippe ist ganz oder leicht eingeschnitten, fast kahl, während die untere Lippe breit und stumpf ist. Das Kronröhrchen ist innen ohne Haarring, ein unterscheidendes Merkmal zur Erkennung. Der Kelch ist röhrenförmig, verlängert (11-14 mm), vollständig behaart und mit langen spitzen Zähnen (4-5 mm), lanzettlich und mucronat, etwa ein Drittel der Röhrenlänge.
Die Staubblätter sind zwei Paare (2+2), mit parallelen Filamenten. Die Frucht ist eine tetrachäne Steinfrucht, bestehend aus vier Nüsschen.
Das Wurzelsystem wird in den Quellen nicht detailliert beschrieben, ist aber wie typisch für mehrjährige krautige Bergarten vermutlich robust genug, um die Pflanze in oft felsigen und gut durchlässigen Böden zu verankern.
Lebensraum und Verbreitung
Die Art ist typisch für montane und subalpine Lebensräume und bevorzugt Wiesen, Hochgebirgsmähder und subalpine sowie alpine Heideflächen. Sie wächst meist auf entkalkten Böden, mit Vorliebe für gut durchlässige und oft kalkhaltige Böden.
In Italien findet man sie hauptsächlich in den Alpen und im nördlichen Apennin, mit Meldungen auch aus Gebirgsregionen der Halbinsel. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Südwesteuropa, mit starker Präsenz auf der Iberischen Halbinsel und im französischen Zentralmassiv, und ist auch in der Schweiz und Österreich vertreten. In den Balkanländern ist sie selten oder fehlt ganz.
Die Wuchshöhe liegt zwischen etwa 1300 und 2300 Metern, typisch für hohe Gebirge. In Frankreich wird sie in den Alpen von Savoyen, Dauphiné und Provence sowie in den Zentralpyrenäen gemeldet.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich hauptsächlich von Juli bis August, entsprechend dem Sommer in den Gebirgsregionen, in denen die Pflanze vorkommt. Es sind keine signifikanten Variationen der Blütezeit je nach geografischer Lage angegeben.
Ökologie und Bestäubung
Die Pflanze ist eine hemikryptophyte scapose Pflanze, das heißt mehrjährig mit Knospen auf Bodenniveau und einem oft blattlosen verlängerten Blütenstängel. Die Blütenform mit röhrenförmiger Krone in violett-purpur und fuchsienfarben deutet auf eine Anpassung an die Bestäubung durch blütenbesuchende Insekten hin, wahrscheinlich Hymenopteren wie Bienen und Hummeln, die von der lebhaften Farbe und der Blütenform angezogen werden.
Die kompakte Ähre und die Anordnung der Blüten in Pseudowirteln erleichtern den Besuch der bestäubenden Insekten. Das Fehlen eines Haarrings im Inneren des Kronröhrchens kann beeinflussen, wie die Insekten zum Nektar gelangen.
Die tetrachäne Frucht mit vier Nüsschen ermöglicht eine Samenverbreitung, die wahrscheinlich durch Herabfallen und anschließende lokale Verteilung erfolgt, ohne Hinweise auf eine weiträumige Verbreitung durch Wind oder Tiere.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Es wurden keine spezifischen Informationen über traditionelle, ethnobotanische oder medizinische Verwendungen dieser Art gefunden. Die Gattung Betonica ist allgemein in der Kräuterkunde für einige verwandte Arten bekannt, jedoch sind keine traditionellen Nahrungs- oder Heilverwendungen für Betonica hirsuta dokumentiert.
Der gebräuchliche Name „Betonica del Monte Prada“ bezieht sich auf den typischen Fundort oder die Bezugsregion (Monte Prada) und dient zur Unterscheidung von anderen Arten der Gattung.
Etymologie
Der Gattungsname „Betonica“ stammt von „Vettonica“, einem Begriff, den Plinius für eine Heilpflanze verwendete, die in einer Region der Iberischen Halbinsel wuchs, die von den Vettónes, einem lusitanischen Volk, bewohnt wurde. Der Artname „hirsuta“ verweist auf die charakteristische Anwesenheit langer und spärlicher Haare an der Pflanze, die eine typische Behaarung und ein raues Aussehen der Oberfläche von Stängel und Blättern verleihen.
Der italienische gebräuchliche Name „Betonica del Monte Prada“ bezieht sich auf den Gebirgsort der Herkunft oder den Fundort der Art und ist nützlich, um sie im Kontext der italienischen Flora zu unterscheiden.
Quellen
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Mirna Medri)
- Tela Botanica / H. Coste, „Flore descriptive et illustrée de la France“
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (8 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Lamiaceae
- Vollständiger Name
- Betonica hirsuta L.
- Synonyme
- Stachys pradica (Zanted.) Greuter & Pignatti
- Lebensform
- Emicriptofite scapose
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