Pflanzenart
Bellardia viscosa
(L.) Fisch. & C. A. Mey.
Gelbe Bartsie
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Einjährige krautige Pflanze, die Gelbe Bartsie zeigt aufrechte, einfache oder wenig verzweigte Stängel mit einer Höhe zwischen 30 und 90 cm. Der Stängel ist durch einen quadratischen Querschnitt, oft kantig, gekennzeichnet und mit einer dichten Behaarung aus abstehenden Drüsenhaaren bedeckt, die etwa 0,3-0,6 mm lang sind und der Pflanze ein klebriges Aussehen sowie eine tomentose und borstige Oberfläche verleihen.
Die Blätter sind sowohl wechselständig als auch gegenständig am Stängel angeordnet; sie sind linear oder lanzettlich geformt, mit variierenden Größen von 2-6 mm Breite und 30-80 mm Länge bei den kleineren Blättern bis zu 15-20 mm Breite und 40-50 mm Länge bei den größeren Blättern. Der Blattrand ist gezähnt, oft mit deutlichen Zähnen, und die Blätter können abstehend oder zurückgebogen sein, mit spitzem Apex und abgerundeter Basis. Beim Austrocknen neigen die Blätter dazu, schwarz zu werden.
Die Blüte ist eine dichte pyramidenförmige Ähre, bestehend aus gelben Blüten, die in den Achseln ovaler oder linearer Hochblätter sitzen, die 15-30 mm lang sind und in den oberen Teilen eine kompakte Büschel bilden. Die Blüten stehen an kurzen Blütenstielen und besitzen einen zylindrischen Kelch mit einer Röhre von 9-11 mm Länge und Zähnen von 6-7 mm Länge, die bei der Fruchtbildung die Kapsel überragen. Die Krone ist leuchtend gelb, unregelmäßig und zweilippig, 18-24 mm lang; die untere Lippe ist dreilappig und länger als die obere Lippe, während die obere Lippe konvex, ganzrandig ist und eine Haube bildet, die Staubblätter und Griffel bedeckt. Die Krone fällt frühzeitig ab.
Die Frucht ist eine längliche Kapsel, 6-9 mm lang, behaart und klebrig, die lokulizid öffnet und zahlreiche fein netzartig strukturierte Samen enthält.
Lebensraum und Verbreitung
Diese Art hat ein typisches mediterran-atlantisches Verbreitungsgebiet, das entlang der atlantischen und mediterranen Küsten mit ausgedehnten Vorstößen ins Binnenland vorkommt. In Italien findet man sie häufig in feuchten Weidegebieten auf sandig-tonigen Böden und Zonen mit mäßiger Feuchtigkeit. Sie wächst bevorzugt von 0 bis etwa 700 Meter Höhe.
Sie bevorzugt sonnige Standorte, jedoch in Umgebungen mit einer gewissen Bodenfeuchtigkeit, typisch für Wiesen und offene Flächen, die nicht zu trocken sind.
Blütezeit
Die Gelbe Bartsie blüht überwiegend zwischen März und Mai. In einigen Gebieten, vor allem in wärmeren und günstigen Bedingungen, kann die Blüte bereits im frühen Frühling beginnen und bis zum späten Frühling andauern.
Ökologie und Bestäubung
Die Pflanze wird hauptsächlich von bestäubenden Insekten besucht, die von der leuchtend gelben Farbe der Blüten und der zweilippigen Kronenstruktur angezogen werden, welche die entomophile Bestäubung fördert. Die obere Lippe, die Staubblätter und Griffel schützt, gewährleistet einen effektiven Kontakt mit den bestäubenden Insekten während des Blütenbesuchs.
Die Samenverbreitung erfolgt durch die lokulizid öffnende Kapsel, die zahlreiche fein netzartig strukturierte Samen freisetzt. Die klebrige und behaarte Oberfläche der Kapsel könnte die Anhaftung an Tiere oder den Transport durch Wind oder Wasser begünstigen, obwohl spezifische Daten zur Verbreitungsweise nicht vorliegen.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Für diese Art sind keine bedeutenden traditionellen Nahrungs- oder Heilverwendungen dokumentiert. Der gebräuchliche Name „Gelbe Bartsie“ unterscheidet diese Pflanze von ähnlichen Arten der Gattung Bellardia, wie der Perlina minore (Bellardia trixago) und der Perlina rossiccia (Parentucellia latifolia). Der Begriff „perlina“ bezieht sich wahrscheinlich auf das glänzende und leicht klebrige Aussehen der Blüten und Hochblätter.
Etymologie
Die Gattung Bellardia ist Carlo Antonio Lodovico Bellardi (1741-1826), einem Botaniker aus Turin, gewidmet. Das spezifische Epitheton „viscosa“ stammt vom lateinischen „víscum“, was Mistel oder klebrig bedeutet, in Bezug auf die charakteristische Sekretion der Drüsenhaare, die die Pflanze beim Anfassen klebrig macht.
Der italienische gebräuchliche Name „Gelbe Bartsie“ bezieht sich auf die relativ große Größe der Blüten im Vergleich zu anderen verwandten Arten derselben Gattung oder nahestehender Gattungen.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, „Flora d'Italia“
- Acta Plantarum - Flora der italienischen Regionen (Datensatz von Marinella Zepigi)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (3 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Orobanchaceae
- Vollständiger Name
- Bellardia viscosa (L.) Fisch. & C. A. Mey.
- Synonyme
- Parentucellia viscosa (L.) Caruel
- Lebensform
- Terofite scapose
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