Pflanzenart
Allium ampeloprasum
L.
Perlzwiebel
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Amaryllidaceae, sie hat eine aufrechte Wuchsform und kann variable Höhen erreichen, meist zwischen 40 und 70 cm, gelegentlich bis zu 180 cm. Das Wurzelsystem ist zwiebelartig: die Zwiebel ist eiförmig, bedeckt von membranösen Tuniken in weißer oder gelblicher Farbe, oft begleitet von spitzen Seitenzwiebeln.
Der Stängel, zylindrisch und robust, ist unverzweigt und kann grün oder rötlich gefärbt sein; er trägt an der Spitze eine kugelige Blütenrispe, die vor der Blüte von einer membranösen und papierartigen Spatha umhüllt wird, welche nach dem Öffnen der Blüten abfällt. Die Blätter sind linear, 5 bis 25 cm breit, schlank und gekielt mit fein gezähnten und rauen Rändern. Ihre Farbe variiert von grau-grün und sie verströmen einen starken charakteristischen Knoblauchgeruch. Diese Blätter umfassen den unteren Teil des Stängels und können 4 bis 10 sein, oft während der Blütezeit verwelkt.
Die Blütenrispe ist ein großer, kugelförmiger Schirm, sehr dicht, bestehend aus einer großen Anzahl kleiner Blüten (bis zu 500 pro Blütenstand). Die Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch, mit einem Perianth aus 6 lanzettlichen Tepalen, spitz oder stumpf, von weiß bis rosa-lila, oft mit einem mittleren Streifen in Purpur- oder Grünlichfarbe. Die Staubbeutel sind gelb, die inneren Staubblätter besitzen breite, flache Filamente, die in zwei fadenförmige Anhängsel enden, welche die Staubbeutel überragen. Der Griffel ragt über die anderen Organe hinaus. Die Frucht ist eine lokulizide Kapsel, die dreieckige Samen enthält.
Lebensraum und Verbreitung
Die Art ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet, mit einem Areal, das sich von den Mittelmeerküsten ins Inland bis nach Norden und Osten erstreckt, in Gebieten, die durch den Weinanbau geprägt sind, wovon auch der Artname herrührt. In Italien wächst sie vor allem in Lebensräumen wie Ackerflächen, Weinbergen, halbschattigen Orten, Wäldern, Hecken, Straßenrändern, besonders in Küstennähe und in Olivenanbaugebieten. In Frankreich findet man sie an trockenen Standorten wie Hecken und Böschungen, auch auf einigen Inseln wie der Île d’Yeu und Korsika. Die Pflanze bevorzugt gut durchlässige Böden mit sonniger oder teilweise schattiger Lage und kommt von der Ebene bis in mittlere Höhenlagen in typischen mediterranen Habitaten vor.
Blütezeit
Die Blütezeit konzentriert sich in Italien auf die Monate April bis Juni, verschiebt sich leicht auf Juni bis Juli in südlicheren Gebieten oder in den französischen Mittelmeerregionen. Die Spatha, die die Blütenrispe schützt, fällt beim Öffnen der Blüten ab, die so einen dichten Schirm aus kleinen Blüten in Weiß bis Rosa-Lila bilden.
Ökologie und Bestäubung
Die Art wird hauptsächlich von bestäubenden Insekten besucht, die von dem dichten Blütenschirm sowie dessen Farbe und Geruch angezogen werden. Die Anwesenheit zahlreicher zwittriger Blüten begünstigt eine gute sexuelle Vermehrung; die Blüten sind so gestaltet, dass sie die entomophile Bestäubung erleichtern. Die Samenverbreitung erfolgt durch die lokulizide Kapsel, die bei Reife aufspringt und die dreieckigen Samen freisetzt, die auf den Boden fallen und keimen können. Im Blütenstand sind keine Seitenzwiebeln vorhanden, obwohl die Pflanze an der Basis Seitenzwiebeln bildet.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Auch bekannt als Lauchknoblauch, ist diese Pflanze die wilde Form des gewöhnlichen kultivierten Lauchs. Sie ist essbar und wird vor allem im Winter verwendet, wenn ihre Blätter zarter sind; sie kann für Suppen, Omeletts, herzhafte Kuchen oder roh in gemischten Salaten verwendet werden.
Aus medizinischer Sicht wurde sie für ihre zahlreichen Eigenschaften geschätzt: cholesterinsenkend, antiasthmatisch, krampflösend, antiseptisch, harntreibend, auswurffördernd und tonisierend. Sie enthält Fettsäuren (Stearinsäure, Linolsäure, Palmitinsäure), Zucker, Schleimstoffe, Pektine, Proteine, Mineralstoffe wie Eisen und die Vitamine C, B1 und E. Traditionell wurde sie verwendet, um die Verdauung zu fördern, den Darm zu regulieren, den Blutdruck zu senken, Nierensteine aufzulösen, Krämpfe und Erkältungen vorzubeugen, die Ausstoßung von Darmwürmern zu unterstützen und den Cholesterinspiegel zu senken.
Eine volkstümliche Legende berichtet, dass Kaiser Nero vor seinen Gesangsauftritten Lauch aß, um seine Stimme zu klären.
Etymologie
Der Gattungsname „Allium“ stammt aus dem klassischen Latein, seine Herkunft ist jedoch unsicher und stark umstritten. Zu den anerkanntesten Hypothesen zählen indoeuropäische Wurzeln, die sich auf bittere Kräuter beziehen, Entlehnungen aus dem Griechischen oder süditalienischen Sprachen oder ein Bezug auf die zwiebelartige Struktur, die in Spalten („ali“) unterteilt ist. Der Artname „ampeloprasum“ bedeutet wörtlich „Weinberg-Lauch“ und verweist auf seinen bevorzugten Lebensraum in Weinbaugebieten. Auf Italienisch ist er als „aglio porraccio“ bekannt, wegen seiner Ähnlichkeit und Verwandtschaft mit dem gewöhnlichen Lauch.
Quellen
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Giuliano Salvai)
- Tela Botanica / H. Coste, „Flore descriptive et illustrée de la France“
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (8 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Amaryllidaceae
- Vollständiger Name
- Allium ampeloprasum L.
- Synonyme
- Allium porrum auct. p.p., non L.; Allium porrum L. var. ampeloprasum (L.) Mirb.; Porrum ampeloprasum (L.) Mill.
- Lebensform
- Geofite bulbose
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