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Pflanzenart

Umbilicus rupestris

(Salisb.) Dandy

Venusnabel

Essbar
Syn.: Cotyledon rupestris Salisb.
Foto 1
56010 PI, Italia
Foto 2

Beschreibung

Morphologische Beschreibung

Mehrjährige krautige Pflanze mit einem unter kugeligem Knollrhizom, das das Überdauerungsorgan bildet, aus dem jedes Jahr Stängel und Blätter hervorgehen. Der Stängel ist aufrecht, zylindrisch, glatt und meist unverzweigt, 10 bis 60 cm hoch, manchmal bis zu 50 cm, wobei der blühende Teil mehr als die Hälfte bis zu drei Viertel seiner Länge einnimmt. Die Oberfläche des Stängels ist glatt und haarlos.

Die Blätter sind sukkulent, fleischig und ledrig mit einem gekerbten-zähnchenförmigen Rand. Die grundständigen Blätter haben eine rundliche und schildförmige (peltate) Blattspreite mit einem Durchmesser von 2 bis 6 cm, oft nach innen gewölbt (nabelartig), getragen von einem Blattstiel, der 4 bis 20 cm lang ist, etwa 2-3 mal so lang wie die Blattspreite selbst. Die Stängelblätter sind allmählich in Größe und Form reduziert, von spatelförmig zu lanzettlich und keilförmig mit gezähntem Rand, bis sie gegen die Spitze des Stängels linear oder in lanzettlichen Schuppenform übergehen.

Die Blüte ist eine einfache, lineare und meist einseitige Traube, die sich über den größten Teil des Stängels erstreckt (von der Mitte bis zu drei Vierteln), selten an der Basis verzweigt. Die Hochblätter sind linear und gleich lang oder länger als die Blütenstiele, die 3-9 mm lang sind und hängende Blüten tragen. Die Blüten sind zwittrig und sitzend, 7-10 mm lang, mit einer röhrenförmigen oder leicht glockenförmigen Krone, die aus fünf dreieckig-ovalen und mucronaten Lappen besteht, die etwa viermal so lang wie der Kelch verwachsen sind. Die Kronenfarbe variiert von strohgelb bis weiß-grünlich, manchmal mit rosa oder rötlichen Schattierungen oder Flecken. Der Kelch besteht aus fünf eiförmigen und leicht spitzen Lappen, die an der Basis verwachsen sind. Die Staubblätter sind zehn und sitzen auf der röhrenförmigen Krone, während der Fruchtknoten oberständig ist mit fünf freien Fruchtblättern und einem einzelnen kurzen Griffel.

Die Frucht ist eine Sammelfrucht, bestehend aus fünf einzelnen Balgfrüchten, die zahlreiche kleine, eiförmige oder elliptische, dunkelbraune Samen enthalten.

Das Wurzelsystem besteht aus einem tiefen Knollrhizom, das der Pflanze ermöglicht, ungünstige Zeiten zu überdauern.

Die Pflanze ist immergrün und zeigt eine aufrechte Wuchsform.


Lebensraum und Verbreitung

Der Venusnabel bevorzugt felsige Lebensräume und wächst hauptsächlich auf silikatreichen, armen Böden und Lithosolen, in kühlen, feuchten, schattigen und montanen Umgebungen bis etwa 1200 Meter Höhe. Er ist häufig auf alten Mauern, Felsspalten und Felswänden anzutreffen, besonders in schattigen Lagen.

Die geographische Verbreitung umfasst große Teile der atlantischen und mediterranen Küsten mit weiten Vorstößen ins Binnenland Westeuropas und Südeuropas, Kleinasien und Nordafrika. In Italien ist er vor allem in den zentral-südlichen Regionen und entlang der Küsten verbreitet, kommt aber auch in einigen südlichen Alpengebieten wie dem südlichen Tessin vor.


Blütezeit

Die Blütezeit erstreckt sich von März bis Juni, mit lokalen Variationen, die den Zeitraum je nach klimatischen Bedingungen leicht vor- oder zurückverlegen können. In den milderen Mittelmeerklimaten wird die Blütezeit meist zwischen Mai und Juli beobachtet.


Ökologie und Bestäubung

Die Pflanze ist zwittrig und vermehrt sich über Blüten, die bestäubende Insekten anziehen, welche für die Bestäubung unerlässlich sind. Die hängenden Blüten in gelb-grünen oder strohgelben Farbtönen, manchmal mit rosa Schattierungen, sind geeignet, kleine bestäubende Insekten anzulocken, die sich auf den langen, dünnen Blütenstielen niederlassen. Die Fortpflanzungsstrategie basiert auf entomogamer Bestäubung (durch Insekten), während die Samenverbreitung durch die sich öffnenden Balgfrüchte erfolgt, die kleine, leichte Samen freisetzen und so die Ausbreitung der Art in Felsspalten und Mauern, wo sie wächst, fördern.


Kuriositäten und traditionelle Verwendung

Der Venusnabel ist eine essbare und medizinische Pflanze. Junge, fleischige und sukkulente Blätter wurden historisch als Nahrungsmittel verwendet und wegen ihrer erfrischenden und harntreibenden Eigenschaften geschätzt. Früher wurde ein Brei aus zerdrückten Blättern lokal angewendet, um leichte Verbrennungen, Sonnenbrände und Hautreizungen zu lindern, wobei die kühlende und beruhigende Wirkung der Pflanze genutzt wurde.

Der gebräuchliche Name „Venusnabel“ bezieht sich auf die charakteristische Form der Blätter, die in der Mitte wie ein Nabel eingesenkt sind, während die Verbindung zu Venus die Schönheit und Zartheit der Pflanze hervorhebt.

Es ist wichtig zu betonen, dass die medizinischen und ernährungsbezogenen Anwendungen als traditionell und informativ zu betrachten sind und keine medizinischen Ratschläge oder offiziellen Anweisungen ersetzen.


Etymologie

Der wissenschaftliche Gattungsname leitet sich vom lateinischen umbilicus ab, was „Nabel“ bedeutet, in Bezug auf die besondere Form der grundständigen Blätter, die rundlich und zentral eingesenkt sind, ähnlich einem Nabel. Das Art-Epitheton rupestris bezeichnet die ökologische Zugehörigkeit der Pflanze zu felsigen Lebensräumen („rupestris“ bedeutet „zwischen Felsen lebend“).

Der italienische gebräuchliche Name „Venusnabel“ verweist auf die Blattform und die römische Göttin Venus, Symbol der Schönheit, und unterstreicht die Eleganz und Besonderheit der Pflanze.


Quellen

  • Prof. S. Pignatti, Flora d’Italia
  • Acta Plantarum – Flora delle regioni italiane (scheda di Giuliano Salvai)
  • Tela Botanica / H. Coste, Flore descriptive et illustrée de la France
  • World Flora Online (WFO)
Text mit KI-Unterstützung aus wissenschaftlichen Quellen erstellt ·Methodik
Achtung: Pharmazeutische Anwendungen und Wildkräuter-Nutzungen dienen nur zu Informationszwecken; für ihre Verwendung zu Heil-, kosmetischen oder Ernährungszwecken wird keine Haftung übernommen.

Merkmale

Wo ich sie gefunden habe (2 Beobachtungen)

Klassifikation

Reich
Plantae
Vollständiger Name
Umbilicus rupestris (Salisb.) Dandy
Synonyme
Cotyledon rupestris Salisb.
Lebensform
Geofite bulbose

Blütezeit

Jan
Feb
MärAprMaiJun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

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