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Beschreibung

Morphologische Beschreibung

Mehrjährige krautige Pflanze, die gewöhnlich zwischen 7 und 35 cm hoch ist, gekennzeichnet durch eine holzige Basis und einen an der Basis verzweigten Stängel, der dann eine aufsteigende Wuchsform annimmt. Der Stängel ist kahl oder leicht behaart und kann anfangs niederliegend sein, bevor er sich aufrichtet. Das Wurzelsystem besteht aus einer Pfahlwurzel, begleitet von einem verholzten und zylindrischen Rhizom.

Die Blätter sind wechselständig am Stängel angeordnet. Die Grundblätter sind in der Regel größer, spatelförmig mit abgerundetem Apex, 10 bis 20 mm lang und 2-4 mm breit, mit einer fast kahlen Oberfläche und keilförmiger Basis. Die oberen Blätter sind lanzettlich-linear, dünner und spitz, mit ähnlichen oder etwas kleineren Maßen als die unteren Blätter, und bilden keine basale Rosette.

Die Blüten, blau, violett oder gelegentlich weiß oder blassrosa, sind in verlängerten endständigen Trauben mit 10 bis 40 Blüten zusammengefasst. Jede Blüte ist zwittrig, zygomorph und pentamer, bestehend aus fünf ungleichen Kelchblättern: drei kleine äußere grünliche Kelchblätter und zwei viel größere innere Kelchblätter, die zu farbigen Flügeln mit drei verzweigten Nerven umgebildet sind. Die Flügel sind meist obovato-spitz zulaufend, 4 bis 7 mm lang, mit einem verzweigten Mittelnerve. Die drei Kronblätter ragen aus den Flügeln hervor und sind an der Basis zu einer etwa 2,5-4 mm langen Kronröhre verbunden, wobei das untere Kronblatt größer und gekielt ist und eine ausgefranste Anhängsel mit 8-40 feinen Fransen aufweist. Die acht Staubblätter sind monadelph und mit der Krone verwachsen. Der Fruchtknoten ist oberständig und zweikammerig.

Die Frucht ist eine längliche, herzförmige, seitlich abgeflachte Kapsel, umgeben von den bleibenden Kelchblättern und in zwei Fächer geteilt, von denen jeder ein oder zwei behaarte Samen enthält. Jeder Same besitzt ein dreilappiges Elaiosom mit Anhängseln, die etwa ein Drittel der Samengröße ausmachen.

Diese Art zeigt eine hohe Polymorphie, mit Varianten, die sich vor allem durch die Größe der Hochblätter, die Form der Flügel und die Anzahl der Fransen am unteren Kronblatt unterscheiden. Zum Beispiel weist die Unterart oxyptera schmalere Flügel und eine geringere Anzahl von Fransen auf.

Lebensraum und Verbreitung

Die Art ist in ganz Europa verbreitet, von Westeuropa bis Westasien und Japan, mit Vorkommen auch in Nordafrika (Algerien und Tunesien). In Italien ist sie vor allem im Norden häufig, während sie in Mittel- und Süditalien seltener ist. Sie wächst vorwiegend in sonnigen Lebensräumen wie Wiesen, Weiden, grasigen und offenen Waldgebieten und bevorzugt saure oder neutrale Böden.

Die Wuchshöhe reicht vom Meeresspiegel bis etwa 2200 Meter, mit stärkerer Präsenz in Hügellagen und Gebirgsregionen bis zur subalpinen Grenze.

Blütezeit

Die Blütezeit erstreckt sich gewöhnlich von Mai bis Juli, mit möglichen lokalen Abweichungen je nach Höhe und klimatischen Bedingungen. In kühleren oder bergigen Klimazonen kann die Blüte später beginnen und kürzer dauern.

Ökologie und Bestäubung

Die gewöhnliche Polygala wird hauptsächlich von Insekten bestäubt (Entomogamie), die von den auffälligen Blüten und den farbigen Flügeln angezogen werden. Kronblätter und Flügel spielen eine wesentliche Rolle bei der Erleichterung der Bestäubung, mit einer komplexen Struktur, die es den Insekten ermöglicht, an den Nektar zu gelangen und gleichzeitig die Pollenübertragung fördert.

Die Samenverbreitung erfolgt hauptsächlich durch Myrmekochorie, also durch Ameisen, die vom Elaiosom, einer fleischigen Struktur an den Samen, angezogen werden. Die Ameisen transportieren die Samen in ihre Nester und tragen so zur Ausbreitung der Art bei.

Kuriositäten und traditionelle Verwendung

Der Gattungsname leitet sich vom Griechischen „polýs“ (viel) und „gála“ (Milch) ab und bezieht sich auf den alten Glauben, dass die Pflanze die Milchproduktion bei Kühen steigern könne. Die Art ist auch unter dem gebräuchlichen Namen „Bozzolina“ bekannt.

Aus pharmakologischer Sicht enthält die Wurzel dieser Art eine Reihe bioaktiver Verbindungen wie Glucoside (Gaulterin), Saponine, Tannine, Schleimstoffe und bittere Substanzen. Diese Inhaltsstoffe verleihen ihr galaktogene, toxifuge, auswurffördernde, schweißtreibende, chologoge, diuretische, antirheumatische und tonische Eigenschaften. Das Glucosid Gaulterin setzt insbesondere Methylsalicylat frei, was die traditionelle Verwendung der Pflanze als Antirheumatikum erklärt.

Früher wurde die gewöhnliche Polygala in Aufgüssen, Sirupen oder Pulvern bei verschiedenen Atemwegserkrankungen und als allgemeines Stärkungsmittel verwendet. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Anwendungen traditioneller Natur sind und keine offiziellen medizinischen Empfehlungen ersetzen.

Etymologie

Der wissenschaftliche Name „Polygala“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „viel Milch“, verbunden mit dem Volksglauben, dass die Pflanze die Milchproduktion bei Rindern erhöhe. Das spezifische Epitheton „vulgaris“ weist darauf hin, dass es sich um die häufigste Art innerhalb der Gattung handelt.

Der italienische Trivialname „poligala comune“ reflektiert genau ihre weite Verbreitung und Zugehörigkeit zur Gattung Polygala.

Quellen

  • Prof. S. Pignatti, "Flora d'Italia"
  • Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Daniela Longo)
  • Tela Botanica / H. Coste, "Flore descriptive et illustrée de la France"
  • World Flora Online (WFO)
Text mit KI-Unterstützung aus wissenschaftlichen Quellen erstellt ·Methodik
Achtung: Pharmazeutische Anwendungen und Wildkräuter-Nutzungen dienen nur zu Informationszwecken; für ihre Verwendung zu Heil-, kosmetischen oder Ernährungszwecken wird keine Haftung übernommen.

Merkmale

Wo ich sie gefunden habe (19 Beobachtungen)

Klassifikation

Reich
Plantae
Vollständiger Name
Polygala vulgaris L.

Blütezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
MaiJunJul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

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