Pflanzenart
Glebionis coronaria
(L.) Spach
Crisantemo giallo
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Einjährige krautige Pflanze mit einer Höhe zwischen 20 und 60 cm, aufrechter und stark verzweigter Wuchs. Der Stängel ist kahl, das heißt ohne Haare, und zeigt ein aufsteigendes und stängelumfassendes Aussehen, mit zahlreichen Verzweigungen, die der Pflanze eine dichte und gegliederte Struktur verleihen. Der Geruch ist intensiv und aromatisch, eine charakteristische Eigenschaft der Art.
Die Blätter sind hellgrün, sitzend und bipennatgeteilt, das heißt in lanzettliche Lappen unterteilt, die wiederum in kleinere oft gezähnte Lappen gegliedert sind. Die unteren Blätter sind größer und fiederspaltig, während die oberen eher schmal, länglich-lanzettlich sind, manchmal den Stängel umschließend und mit gezähnten oder ganzen Rändern.
Die Blütenstände bestehen aus einzelnen Köpfchen, deren Durchmesser zwischen 30 und 50 mm variiert, die an der Spitze der Stiele sitzen, welche sich zur Spitze hin verdicken. Die Köpfchen besitzen einen Kranz von Zungenblüten (Randblüten) in intensiv gelber oder gelb-weißer Farbe, manchmal mit teilweise orangefarbenen Schattierungen. Im Zentrum befindet sich eine Scheibe aus zahlreichen röhrenförmigen Blüten in gelb-orange Farbe. Die Hüllblätter (modifizierter Kelch) sind oval und oft durch schwarze Ränder gekennzeichnet.
Die Früchte sind Achänen von 2-3 mm Länge; die von den äußeren (Rand-)Blüten stammenden sind deutlich dreikantig mit geflügelten Ecken, während die der Scheibenblüten gedrückt sind, mit vier Ecken und einer stärker ausgeprägten hinteren Kante. Es sind keine Pappus- oder spezialisierten Ausbreitungsstrukturen vorhanden.
Das Wurzelsystem wird in den Quellen nicht detailliert beschrieben, aber da es sich um eine einjährige Art handelt, die in gestörten Habitaten vorkommt, kann man von einer Pfahlwurzel oder faserigen Wurzel ausgehen, die für eine schnelle Etablierung in leichten und gut durchlässigen Böden geeignet ist.
Habitat und Verbreitung
Es handelt sich um eine typisch mediterrane Art, klassifiziert als Steno-Mediterran, mit einer Verbreitung, die auf die Küstengebiete des Mittelmeerbeckens beschränkt ist, auch bekannt als Entität des „Olivengebiets“. In Italien wächst sie vorwiegend von der Ebene bis zu 600 Metern Höhe in anthropogenen Lebensräumen wie Ackerflächen, Brachland, Straßenrändern, Ruinen und vollsonnigen Bereichen.
Sie bevorzugt gut durchlässige und sonnige Böden, häufig durch landwirtschaftliche Tätigkeit gestört, wo sie sich als Unkraut verhält. Ihr Vorkommen ist besonders häufig in Regionen mit mediterranem Klima, mit Ausdehnung auch in den Küstengebieten Südeuropas, Nordafrikas und des Nahen Ostens.
Blütezeit
Die Blütezeit reicht von April bis August, mit einer stärkeren Häufigkeit während der Sommermonate. Der Zeitraum kann je nach Höhe und Breitengrad leicht variieren, aber im Allgemeinen ist die Art von Spätfrühling bis Spätsommer blühend zu sehen.
Ökologie und Bestäubung
Die Art wird von bestäubenden Insekten besucht, die von der leuchtenden Farbe ihrer Blüten und dem aromatischen Duft angezogen werden. Die Struktur des Köpfchens mit zungenförmigen Randblüten und röhrenförmigen Zentralblüten ist typisch für die Asteraceae und fördert die entomophile Bestäubung. Es werden keine besonderen Bestäubungsstrategien außer dem normalen Insektenbesuch berichtet.
Die Samenverbreitung erfolgt hauptsächlich durch natürlichen Fall der Achänen, die keine Flügel- oder Federstrukturen für den Lufttransport besitzen. Wahrscheinlich tragen auch menschliche Aktivitäten und der Durchgang von Tieren zur Verbreitung der Samen auf landwirtschaftlichen und brachliegenden Flächen bei.
Kuriositäten und traditionelle Verwendungen
Seit langem als Unkraut in mediterranen Kulturen bekannt, wird Glebionis coronaria auch für ihre ernährungs- und heilpflanzlichen Verwendungen geschätzt. Die Blätter und jungen Triebe sind essbar und werden als Gemüse oder zur Aromatisierung von Speisen verwendet, besonders in der orientalischen Küche, wo sie wegen ihres charakteristischen Aromas und ihrer antioxidativen Eigenschaften weit verbreitet ist.
Studien im Mittelmeerraum, insbesondere am CNR in Sassari, haben gezeigt, dass sie eine gute Futterpflanze für weidende Schafe ist, mit positiven Effekten auf die Milchproduktion. Außerdem ist sie reich an ätherischen Ölen mit antifungalen Eigenschaften, die während der Silierung des Futters nützlich sind.
In der traditionellen Medizin ist sie für ihre aromatischen und antioxidativen Potenziale bekannt, obwohl pharmazeutische Anwendungen mit Vorsicht und unter fachlicher Kontrolle betrachtet werden sollten. Es sind keine besonderen folkloristischen oder rituellen Bezüge zur Art bekannt.
Etymologie
Der Artname „coronaria“ stammt vom lateinischen corona (Kranz, Hochzeitskrone) und bezieht sich auf die „kranzförmige“ Anordnung der zungenförmigen Blüten um die zentrale Scheibe. Der italienische Trivialname „Crisantemo giallo“ verweist auf die Farbe der Blüten und die Ähnlichkeit mit Chrysanthemen, bekannten Zierblumen.
Die aktuelle Gattung Glebionis hat eine nicht klar definierte Etymologie, während die ehemalige Gattung Chrysanthemum vom Griechischen chrysos (Gold) und anthos (Blüte) stammt, also „Goldblume“, wegen der charakteristischen gelben Farbe der Köpfchen.
Quellen
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (actaplantarum.org)
- Acta Plantarum - Scheda di Mirna Medri
- Tela Botanica / H. Coste, Flore descriptive et illustrée de la France
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (3 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Asteraceae
- Vollständiger Name
- Glebionis coronaria (L.) Spach
- Synonyme
- Chrysanthemum coronarium L.; Pinardia coronaria (L.) Less.; Xanthophthalmum coronarium (L.) P.D.Sell
- Lebensform
- Terofite scapose
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