Pflanzenart
Anthemis maritima
L.
Camomilla marittima
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige aromatische Pflanze, durchschnittlich 20-30 cm hoch, mit prostrat-aufsteigendem Wuchs und kahlen oder nahezu kahlen, verzweigten und mindestens zu zwei Dritteln ihrer Länge belaubten Stängeln. Das Wurzelsystem besteht aus einer kräftigen Wurzel mit langen Fasern, die die Pflanze im sandigen Küstensubstrat verankern.
Die Blätter sind krautig in der Konsistenz, grün gefärbt und haben eine punktiert-drüsenbesetzte Oberfläche, besonders auf der Unterseite. Die grundständigen Blätter sind 2-4 cm lang, zweifach gefiedert mit schmalen, lanzettlichen Lappen von etwa 1 x 3 mm. Die Stängelblätter sind kleiner (1-2 cm), mit verbreitertem Rachis (1,5-2 mm) und weisen 2-4 divergierende Zähne pro Seite auf; die Blattspitze ist meist stumpf. Die Blätter sind leicht dicklich und teilweise kahl.
Die Blütenköpfe haben einen Durchmesser von 1,5 bis 3 cm, sitzen an dünnen Blütenstielen, die manchmal an der Spitze leicht verdickt sind, und sind durch spitze Schuppen mit hellem Rand und kurz mucronaten Hüllblättern gekennzeichnet. Der Blütenboden ist mit lineal-oblongen, scharf zugespitzten Schuppen versehen.
Die Randblüten sind zungenförmig, weiß, mit eiförmigen Zungen von 3,5 bis 5 mm Länge und 5-7 mm Breite, oft nach unten gebogen. Die Zentralblüten sind röhrenförmig und leuchtend gelb. Die Blütenstände zeigen eine radiärsymmetrische Anordnung und die typische zungenförmige Form der Asteraceae. Die Achänen sind 2-2,5 mm lang, am Apex gezähnt, weiß oder gelb-grünlich gefärbt, glatt oder fein runzelig.
Lebensraum und Verbreitung
Psammophile Art, typisch für sandige Küsten- und Dünenbereiche, wächst bevorzugt an Meeresstränden und in gemäßigten Meeresumgebungen. In Italien ist sie hauptsächlich in den südlichen und insularen Regionen wie Kampanien, Apulien, Kalabrien, Sizilien und Sardinien verbreitet; in einigen Gebieten, wie dem Latium, wurde sie nicht mehr nachgewiesen. Sie kommt auch entlang der Küsten des westlichen Mittelmeers von Spanien bis Griechenland sowie in einigen Gebieten Nordafrikas vor.
Bevorzugt maritime Sandböden, oft unter Bedingungen starker Bodendynamik. Ihr Vorkommen ist typisch für vollsonnige Standorte mit warm-gemäßigtem Mittelmeerklima. Die Wuchshöhe liegt meist niedrig und ist auf Küstenzonen beschränkt.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis November, mit einem Höhepunkt in den Frühjahrs- und Sommermonaten (Mai-August). In einigen Mittelmeergebieten kann die Blütezeit je nach lokalen klimatischen Bedingungen leicht variieren, jedoch sind keine wesentlichen Unterschiede im Zeitraum dokumentiert.
Ökologie und Bestäubung
Die Art wird hauptsächlich von bestäubenden Insekten besucht, die von den weißen zungenförmigen und gelben röhrenförmigen Blüten angezogen werden, welche Nektar und Pollen bieten. Die verlängerte Blütezeit ermöglicht ein langes Zeitfenster für die Bestäubung und erhöht die Chancen auf reproduktiven Erfolg.
Die Samenverbreitung erfolgt durch Achänen mit morphologischen Merkmalen, die den Transport und die Ausbreitung im sandigen Substrat erleichtern, wobei jedoch keine besonderen Strategien für eine weite Verbreitung bekannt sind.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Anthemis maritima ist eine officinale Art, bekannt für ihre aromatischen Eigenschaften. Neuere Studien haben aus ihren Blättern einige Cyclohexanone mit antiproliferativer Wirkung auf Leukozytenzellen isoliert, was auf ein potenzielles pharmakologisches Interesse hinweist.
Traditionell wurde die Meereskamille in der Kräutermedizin wegen ihrer aromatischen und medizinischen Eigenschaften verwendet, obwohl sie im Vergleich zu anderen Kamillenarten nicht zu den am häufigsten genutzten zählt. Verbreitete alimurgische Anwendungen oder besondere folkloristische Bezüge sind jedoch nicht dokumentiert.
Etymologie
Der Gattungsname Anthemis stammt vom griechischen „anthos“ für „Blüte“ und verweist auf die charakteristische Blütenstruktur der Gattung. Das Art-Epitheton maritima bezieht sich eindeutig auf den Lebensraum der Pflanze, typisch für marine und sandige Küstengebiete.
Der italienische Trivialname „camomilla marittima“ hebt die Ähnlichkeit mit den häufigeren Kamillen hervor und betont zugleich ihren ausschließlich küstennahen Wuchsort.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, "Flora d'Italia"
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Gianluca Nicolella)
- Tela Botanica / H. Coste, "Flore descriptive et illustrée de la France"
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (3 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Asteraceae
- Vollständiger Name
- Anthemis maritima L.
- Lebensform
- Emicriptofite scapose
Ähnliche Arten
Arten mit ähnlichen Merkmalen suchenWeiterführendes
Haben Sie einen Bestimmungsfehler bemerkt? Schreiben Sie mir
Weitere Arten derselben Familie
Asteraceae
Entdecken
Weitere Arten von Asteraceae