Pflanzenart
Portulaca oleracea
L.
Portulak
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Einjährige Pflanze, meist niederliegend oder aufsteigend, manchmal aufrecht, mit einer variablen Höhe von 10 bis 30 cm. Der Stängel ist zylindrisch, oft verzweigt, innen hohl und von rötlicher Färbung. Die Oberfläche des Stängels ist glatt und fleischig, was der Pflanze ein saftiges und „fettes“ Aussehen verleiht.
Die Blätter sind gegenüberstehend oder fast gegenüberstehend, obovate oder spatelförmig, mit einer Länge von 0,6–1,6 cm bis zu 3 cm und einer Breite von 0,5–1,7 cm. Sie sind sitzend, fleischig, krautig und glänzend, mit einem stumpfen oder leicht eingebuchteten Apex. Die saftige Konsistenz ist typisch und passt die Pflanze an Trockenheitsbedingungen an.
Die Blüten stehen einzeln oder in kleinen Gruppen von 2–6 in den Achseln der Blätter oder an den Zweigspitzen. Sie sind sitzend, mit 2 gekielten Kelchblättern, unregelmäßiger Form und abfallend. Die Anzahl der Kronblätter variiert von 4 bis 6, sie sind leuchtend gelb und ebenfalls sehr vergänglich. Zahlreiche Staubblätter (6–12) umgeben den Griffel, der sich in 4–6 Äste teilt. Die Frucht ist eine eiförmige oder gedrückt-spindelförmige Kapsel von wenigen Millimetern (ca. 2,5 x 7 mm), die sich kreisförmig in der Mitte öffnet, um zahlreiche schwarze, glänzende Samen mit punktierter oder körniger Oberfläche freizugeben.
Das Wurzelsystem ist faserig, geeignet für eine schnelle Verankerung und Aufnahme in oft nährstoffarmen oder gestörten Böden.
Habitat und Verbreitung
Es handelt sich um eine kosmopolitische Art, die in gemäßigten und warmen Regionen weltweit verbreitet ist. Im Mittelmeerraum und in Italien ist sie sehr häufig in anthropogenen Lebensräumen wie Ackerland, Brachflächen, Straßenrändern, Weinbergen, gestörten Flächen und städtischen Gebieten. Sie bevorzugt gut drainierte Böden, oft sandig oder kiesig, passt sich aber auch leicht kompakteren Böden an.
Die Art wächst vom Meeresspiegel bis etwa 700 Meter Höhe. Sie ist eine Unkraut- und Opportunistenpflanze, die offene und gestörte Flächen mit voller Sonnenexposition nutzt.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Oktober, mit möglichen lokalen Abweichungen je nach Klima. In wärmeren oder mediterranen Klimazonen kann die Blütezeit die gesamte Vegetationsperiode andauern. Die Pflanze fruchtet häufig das ganze Jahr über in milden Klimazonen.
Ökologie und Bestäubung
Portulaca indica zeigt eine reproduktive Strategie mit leicht zugänglichen Blüten, gelben Kronblättern und zahlreichen Staubblättern, die bestäubende Insekten anziehen. Die Hauptbestäuber sind Bienen, Fliegen und andere allgemeine Insekten, die von den gelben Blüten und dem Nektar angezogen werden.
Die Samenverbreitung erfolgt durch die Kapsel, die sich schnappend öffnet und zahlreiche schwarze, glänzende Samen freisetzt, die vom Wind oder Tieren transportiert werden können und so die Kolonisierung neuer Lebensräume erleichtern.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Portulaca indica ist eine essbare Pflanze, die in vielen Kulturen in der Küche weit verbreitet ist, vor allem wegen ihrer jungen, fleischigen Blätter und Triebe, die roh im Salat oder gekocht als Gemüse verzehrt werden. Sie ist auch für ihre wurm- und skorbuthemmenden Eigenschaften bekannt, die in der traditionellen Medizin verwendet werden.
Ihr leicht säuerlicher Geschmack und die knackige Konsistenz machen sie zu einer geschätzten Zutat in mediterranen Diäten. Historisch wurde sie als nützliche Pflanze angesehen, die in Zeiten der Knappheit angebaut oder gesammelt wurde.
Etymologie
Der wissenschaftliche Name stammt aus dem Lateinischen: Portulaca bedeutet wahrscheinlich „kleiner Hafen“ oder „kleine Hafenpflanze“ in Bezug auf ihre Verbreitung in feuchten oder hafenähnlichen Gebieten der Ursprungsländer. Der italienische Name „porcellana“ oder „porcellana comune“ stammt von einer volkstümlichen Verballhornung, vermutlich wegen der Ähnlichkeit der fleischigen und glänzenden Blätter mit einer „Porzellanhaut“.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, „Flora d'Italia“
- Tela Botanica / H. Coste, „Flore descriptive et illustrée de la France“
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (3 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Portulacaceae
- Vollständiger Name
- Portulaca oleracea L.
- Synonyme
- Portulaca cypria Danin; Portulaca granulatostellulata (Poelln.) Ricceri & Arrigoni; Portulaca macrantha Ricceri & Arrigoni; Portulaca nitida (Danin & H.G.Baker) Ricceri & Arrigoni; Portulaca oleracea L. subsp. granulato-stellulata (Poelln.) Danin & H.G.Baker; Portulaca oleracea L. subsp. nitida Danin & H.G.Baker; Portulaca oleracea L. subsp. papillatostellulata Danin & H.G.Baker; Portulaca oleracea L. subsp. sativa (Haw.) Čelak.; Portulaca oleracea L. subsp. stellata Danin & H.G.Baker; Portulaca oleracea L. var. granulatostellulata Poelln.; Portulaca oleracea L. var. sativa (Haw.) DC.; Portulaca oleracea L. var. trituberculata (Danin, Domina & Raimondo) J.-M.Tison; Portulaca papillatostellulata (Danin & H.G.Baker) Danin; Portulaca rausii Danin; Portulaca sardoa Danin, Bagella & Marrosu; Portulaca sativa Haw.; Portulaca sicula Danin, Domina & Raimondo; Portulaca stellata (Danin & H.G.Baker) Ricceri & Arrigoni; Portulaca trituberculata Danin, Domina & Raimondo; Portulaca zaffranii Danin
- Lebensform
- Terofite scapose
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