Pflanzenart
Iris lutescens
Lam.
Gelbliche Schwertlilie
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze mit oberflächlichem und rhizomartigem Rhizom, von bescheidener Größe mit einer Höhe, die in der Regel 20-30 cm erreicht. Der Stängel ist zylindrisch, meist kürzer als die Blätter, und trägt eine oder selten bis zu drei Blüten. Die Blätter sind lanzettlich-sichelförmig, leicht gebogen, mit einer Breite von 5 bis 15 mm, manchmal auch breiter, und von eiförmig-lanzettlicher Form.
Die Blüten zeichnen sich durch einen Perigon aus, der von Gelb bis Violett variiert, wobei selten weiße Exemplare vorkommen. Die äußeren Tepalen sind etwa halb so breit wie die inneren und weisen in der Mitte eine Linie gelber Haare auf, die als „Bart“ bezeichnet wird. Die Blütenstruktur umfasst ein Rohr, das 1,5 bis 2-mal so lang wie der Fruchtknoten ist und vollständig von der Spatha umhüllt wird, während die Griffelläppchen mit zwei spitzen Enden abschließen. Die Blüte besteht aus ein oder zwei, manchmal bis zu drei Blüten.
Die Frucht ist eine dreikammerige, lokulizide Kapsel mit sechs deutlich sichtbaren Kanten, deren Größe zwischen 30-70 mm Länge und 15-38 mm Breite liegt. Die Samen sind kugelig oder birnenförmig und nehmen bei Reife eine bräunlich-rote Färbung an.
Das Wurzelsystem besteht aus einem oberflächlichen Rhizom, das die vegetative Vermehrung und Ausbreitung der Pflanze in ihrem Lebensraum ermöglicht.
Habitat und Verbreitung
Art mediterranen Ursprungs, ist der tirrenische Schwertlilie hauptsächlich in den Küstenregionen Westitaliens von Ligurien bis zur Toskana sowie allgemein im westlichen Mittelmeerraum, einschließlich Spanien, verbreitet. Seine Vorkommen werden in thermo-xerophilen Lebensräumen gemeldet, das heißt in warmem und trockenem Klima. Er wächst bevorzugt in sonnigen Lichtungen des mediterranen Macchia oder in Garrigues, oft auf ophiolitischen Substraten, aber nicht ausschließlich.
Er kommt allgemein in Höhenlagen zwischen 100 und 1400 Metern über dem Meeresspiegel vor und bevorzugt sonnige Standorte sowie gut durchlässige, oft felsige oder steinige Böden, die für Küsten- und submontane Zonen charakteristisch sind.
Blütezeit
Die Blüte erfolgt im Frühling, zwischen April und Mai. Geographische Variationen in der Blütezeit können von der Höhe und den lokalen klimatischen Bedingungen abhängen, doch hält die Art im Allgemeinen diesen Zeitraum für die Blütenbildung ein.
Ökologie und Bestäubung
Der tirrenische Schwertlilie vermehrt sich sowohl sexuell durch Samen, die in den Fruchtkapseln gebildet werden, als auch vegetativ über das oberflächliche Rhizom. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch blütenbesuchende Insekten, die von den auffälligen gelben oder violetten Blüten angezogen werden, oft mit einem „Bart“ aus gelben Haaren, der als visuelle Führung für die Bestäuber dienen kann. Die Samenverbreitung erfolgt durch das Öffnen der Kapsel, die sich öffnet, um die Samen in den umliegenden Boden freizugeben und so die Ausbreitung der Art zu fördern.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Obwohl der tirrenische Schwertlilie aufgrund seiner Seltenheit und begrenzten Verbreitung keine weit dokumentierte Nutzungstradition aufweist, kann vermutet werden, dass sein Rhizom ähnliche Wirkstoffe wie einige verwandte Arten der Gattung Iris enthält, wie I. florentina, I. pallida und I. germanica, aus denen ein getrocknetes und enthäutetes Rhizom als Droge mit krampflösenden, auswurffördernden und harntreibenden Eigenschaften gewonnen wird. Früher wurde dieses Pulver auch kosmetisch verwendet. Es ist jedoch nicht bekannt, dass der tirrenische Schwertlilie jemals bedeutend für medizinische oder kosmetische Zwecke eingesetzt wurde.
Kulturell ist die Gattung Iris historisch mit Legenden und Symbolik verbunden: So wird angenommen, dass das Symbol der französischen Monarchie, das gemeinhin für eine Lilie gehalten wird, tatsächlich eine Iris war. Der Überlieferung nach nahm Ludwig VII. nach einem militärischen Sieg diese Blume als Emblem an, woraus der Begriff „fleur de Louis“ entstand, der durch Lautähnlichkeit zu „fleur de lys“ wurde. Ein ähnlicher Fehler trat im Medici-Wappen von Florenz während der Renaissance auf.
Etymologie
Der Gattungsname „Iris“ stammt vom griechischen Ἶρις (iris), was „Regenbogen“ bedeutet, in Anspielung auf die Vielfalt und Lebendigkeit der Farbtöne der Blüten dieser Gattung. Das spezifische Epitheton „lutescens“ stammt vom lateinischen „luteus“, was „gelb“ bedeutet, und verweist auf die vorherrschende Farbe der Blüten dieser Art.
Der italienische Trivialname „giaggiolo tirrenico“ bezieht sich auf das Hauptverbreitungsgebiet, die tirrenische Region, und auf die Ähnlichkeit mit dem Schwertlilie, einem traditionellen Begriff, der für einige Iris-Arten verwendet wird.
Quellen
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (actaplantarum.org)
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Patrizia Ferrari)
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (10 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Iridaceae
- Vollständiger Name
- Iris lutescens Lam.
- Synonyme
- Iris chamaeiris Bertol.; Iris italica Parl.; Iris lutescens Lam. var. statellae (Tod.) Baker; Iris neglecta Parl.; Iris statellae Tod.; Iris virescens Redouté var. statellae (Tod.) Nyman
- Lebensform
- Geofite rizomatose
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