Pflanzenart
Impatiens balfourii
Hook.f.
Balfours Springkraut
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Einjährige krautige Pflanze mit stängelumfassendem Wuchs und einer Höhe, die in der Regel zwischen 40 und 120 cm variiert. Der Stängel ist aufsteigend, fleischig, kahl, oft an der Basis gerötet, sehr verzweigt und an den Knoten verdickt. Er besitzt wurzelbildende Fähigkeiten an der Basis, was der Pflanze Stabilität verleiht.
Die Blätter sind wechselständig am Stängel angeordnet, ohne Nebenblätter, mit einem geflügelten Stiel von 1-2 cm Länge. Die Blattspreite ist oval oder elliptisch-lanzettlich geformt, 3 bis 7 cm lang und 2 bis 5 cm breit, mit spitz zulaufender Spitze. Der Rand ist gezähnt, mit 20-40 Zähnchen pro Seite, von denen jedes in einer kleinen rötlichen Drüse endet. Die Blätter zeigen eine deutliche Mittelrippe mit 8-13 Paaren von Seitenadern.
Die Blütenstände bestehen aus achselständigen Trauben, mehr oder weniger doldig, mit 3 bis 8 Blüten, getragen von dünnen, bis zu 10 cm langen Stielen. Die Blüten sind zwittrig, zygomorph, bestehen aus 5 Kelchblättern und 5 Kronblättern, mit einer 4-zähligen Struktur und 5-meriger Anordnung. Die Gesamtlänge der Blüte, einschließlich des Nektardorns, beträgt etwa 30-40 mm.
Die Blütenfarben variieren von Weiß über blassrosa bis Purpur, mit charakteristischer Bicolorierung: die Vorderseite (oberes Kronblatt) ist weiß-rosa, während die seitlichen Kronblätter, oft paarweise verwachsen, einen dunkelrosa bis violetten Ton aufweisen. Der Schlund der Blüte ist gelb gefleckt. Der Sporn ist konisch, gerade oder leicht gebogen, 12 bis 18 mm lang und dient der Nektarproduktion.
Die Staubblätter (5) besitzen verwachsene Staubbeutel, die den Fruchtknoten umschließen, welcher aus 5 verwachsenen Fruchtblättern in einem oberständigen Fruchtknoten besteht. Griffel und Narbe sind sehr reduziert.
Die Frucht ist eine vielsamige, kahle und längliche Kapsel (20-25 mm Länge, ca. 2 mm Durchmesser), die bei Reife elastisch aufspringt und die Samen bis zu 6 Meter weit schleudert, was die Ausbreitung erleichtert. Die Kapsel weist gut sichtbare Längsrippen auf.
Das Wurzelsystem ist rhizomartig an der Basis und besitzt die Fähigkeit zur Bewurzelung auch entlang des unteren Stängels.
Lebensraum und Verbreitung
Ursprünglich aus Asien stammend, ist die Art heute in vielen Gebieten Italiens und des Mittelmeerraums verwildert und breitet sich schnell aus, wo sie oft als invasive Pflanze auftritt. Sie wächst bevorzugt in kühlen und feuchten Umgebungen wie Flussbetten, Brachflächen, Straßenrändern und gestörten Flächen, typischerweise zwischen 100 und 600 Metern Höhe.
Sie bevorzugt gut durchlässige, aber feuchte Böden mit einer Exposition von teilweise schattig bis vollsonnig. Ihre Fähigkeit zur leichten Bewurzelung und das schnelle Wachstum machen sie besonders konkurrenzfähig in anthropogenen oder halbnatürlichen Gebieten.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juli bis Oktober, mit möglichen lokalen Abweichungen in Abhängigkeit von Klima und Höhe. Unter günstigen Bedingungen kann die Blüte bereits Ende Juni beginnen und bis zu den ersten Herbstfrösten andauern.
Ökologie und Bestäubung
Die Pflanze wird von bestäubenden Insekten, insbesondere Bienen und Hummeln, bestäubt, die vom Nektar im Sporn angezogen werden. Die Blütenmorphologie mit zygomorpher Form und Nektardorn ist an die entomophile Bestäubung angepasst und gewährleistet einen effektiven Pollentransfer.
Die Samenverbreitung erfolgt durch einen explosionsartigen Mechanismus der Kapsel, die sich bei geringster Berührung öffnet und die Samen weit schleudert, was die Besiedlung neuer Lebensräume fördert. Dieses System, zusammen mit dem schnellen Wachstum und der Bewurzelungsfähigkeit, trägt zur Ausbreitung und Invasivität der Art bei.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Für diese Art sind keine traditionellen medizinischen oder ernährungsbezogenen Verwendungen dokumentiert, im Gegensatz zu anderen Impatiens-Arten wie Impatiens noli-tangere oder Impatiens glandulifera. Impatiens balfourii wurde hauptsächlich zu Zierzwecken eingeführt und wird als einjährige Pflanze im Gewächshaus oder im Freien kultiviert, dank ihrer auffälligen und farbenfrohen Blüten.
Der Gattungsname leitet sich vom „ungeduldigen“ Verhalten der Kapsel ab, die sich bei geringster Berührung plötzlich öffnet und die Samen weit schleudert.
Etymologie
Der wissenschaftliche Gattungsname Impatiens stammt vom lateinischen „impatiens“ (unverträglich, ungeduldig) und bezieht sich auf das explosionsartige Öffnen der Kapsel. Der Artname „balfourii“ ist eine Hommage an den englischen Botaniker John Hutton Balfour (1808-1884), der zur Erforschung der asiatischen Flora beitrug.
Auf Italienisch ist die Art als „Balfours Springkraut“ oder „Impaziente di Balfour“ bekannt, wobei sowohl die Zugehörigkeit zur Gruppe der Balsaminen als auch die Verbindung zum Botaniker anerkannt wird.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, Flora d'Italia, Edagricole, 1982
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Marinella Zepigi)
- Tela Botanica / H. Coste, Flore descriptive et illustrée de la France
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (6 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Balsaminaceae
- Vollständiger Name
- Impatiens balfourii Hook.f.
- Synonyme
- Impatiens insignis auct., non DC.; Impatiens insubrica Beauverd; Impatiens mathildae Chiov.
- Lebensform
- Terofite scapose
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