Pflanzenart
Sambucus ebulus
L.
Zwerg-Holunder
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze, buschig und robust, kann eine Höhe von bis zu 150-200 cm erreichen. Der Stängel ist aufrecht, einfach oder wenig verzweigt, von krautiger Konsistenz mit hellen Längsrippen und weißem Mark, manchmal kahl oder leicht behaart, mit grüner oder manchmal rötlicher Färbung. Der Rhizom ist kriechend, stolonbildend und tief, eine Eigenschaft, die eine schnelle vegetative Ausbreitung und die Bildung dichter Kolonien begünstigt.
Die Blätter sind gegenständig, gestielt und unpaarig gefiedert, bestehen gewöhnlich aus 5-9 lanzettlichen, an der Spitze zugespitzten Segmenten (Fiederblättchen), 10-15 cm lang und 2-5 cm breit. Der Rand ist fein gezähnt, mit sehr deutlichen parallelen Nebenadern. Die obere Blattseite ist kahl und dunkelgrün, die untere Seite heller und behaart. Die Stipeln sind dauerhaft, oval oder fast rundlich geformt, etwa 1 cm lang, mit spitzem Apex und gezähntem Rand.
Die Blüten, zahlreich (200-250 pro Doldentraube), sind in breiten, flachen Doldentrauben versammelt, 5-16 cm lang, gebildet aus 3 Hauptstrahlen, die oft auch nach der Fruchtbildung nach oben gerichtet sind. Jede Blüte ist pentamer, radiärsymmetrisch und gestielt, mit einem Kelch, der auf ein kurzes Rohr mit 5 wenig auffälligen Zähnchen reduziert ist. Die Krone ist radförmig, außen weiß oder weiß-rosa, mit eiförmigen, spitzen und bei Reife leicht zurückgebogenen Lappen, etwa 4 mm lang. Die Staubblätter sind 5, frei stehend, mit violetten oder purpurnen Antheren.
Die Frucht ist eine kahle Steinfrucht, von kugelig-pyriformer Form, 4-7 mm lang, glänzend und bei Reife schwarz, enthält 3-4 prismatische und runzelige Steinkerne. Die Pflanze verströmt einen charakteristischen unangenehmen und fauligen Geruch, besonders wahrnehmbar an den grünen Teilen.
Lebensraum und Verbreitung
Die Art ist hauptsächlich in Gebieten mit mediterranem und eurymediterranem Klima verbreitet, mit einem Areal, das sich von den Mittelmeerküsten nach Norden und Osten bis nach Westasien und Nordafrika erstreckt. In Italien wächst sie häufig an Brachflächen, Feldrändern, Wegen, Gräben und Weiden und bevorzugt kalkhaltige, tonige und frische Böden. Sie kann bis zu 1300 m Höhe wachsen, vor allem auf gut durchlässigen und sonnigen oder teilweise schattigen Böden.
Ihre Fähigkeit zur schnellen Ausbreitung durch stolonbildende Rhizome macht sie in einigen Umgebungen zu einer invasiven Art, wo sie dichte Kolonien bilden kann.
Blütezeit
Die Blütezeit erfolgt gewöhnlich von Juni bis Juli, mit geografischen Variationen, die sie von Mai bis Ende Juli ausdehnen können, abhängig von den lokalen klimatischen Bedingungen. Die Fruchtbildung folgt der Blüte, mit Reifung der Beeren zwischen September und Oktober.
Ökologie und Bestäubung
Die Pflanze wird hauptsächlich von bestäubenden Insekten, darunter Bienen und andere Hymenopteren, bestäubt, die vom Duft und der weißen Farbe der Blüten angezogen werden. Die offene und flache Struktur der Doldentrauben erleichtert den Zugang für bestäubende Besucher. Die Samenverbreitung erfolgt hauptsächlich durch Vögel und kleine Säugetiere, die die reifen Beeren fressen und so zur Ausbreitung der Art beitragen.
Das unterirdische stolonbildende Rhizom ermöglicht zudem eine schnelle vegetative Ausbreitung, wodurch die Pflanze neue Räume besiedeln und in gestörten Umgebungen überleben kann.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Diese Art ist seit langem für ihre medizinischen Eigenschaften bekannt, obwohl sie als giftig gilt. Die Wurzel wird als Abführmittel, Diuretikum und gegen Ödeme verwendet; die Rinde und die Blätter, getrocknet, werden als antirheumatisch eingesetzt; die getrockneten Blüten besitzen schweißtreibende und auswurffördernde Eigenschaften und werden bei Bronchialerkrankungen verwendet. Die Beeren, obwohl giftig bei übermäßigem Verzehr aufgrund des Vorhandenseins von cyanogenen Glykosiden und eines nicht genau identifizierten Abführmittels, werden zur Herstellung von Abwehrmitteln, Farbstoffen und Tinten verwendet.
Der gebräuchliche Name „Sambuco ebbio“ oder „Ebbio“ stammt vom lateinischen „ebulum“, einem alten Begriff, der diese Pflanze bezeichnet, während der Gattungsname „Sambucus“ unsicheren Ursprungs ist, wahrscheinlich verbunden mit dem Namen eines alten Musikinstruments aus Holunderholz. In der Volksüberlieferung wurde die Pflanze vorsichtig wegen ihrer medizinischen Eigenschaften verwendet, doch ihr unangenehmer Geruch und die Giftigkeit schränken die Nahrungsmittelverwendung ein.
Etymologie
Der wissenschaftliche Name stammt von „Sambucus“, dem lateinischen Namen, der von Plinius und Columella für den Schwarzen Holunder verwendet wurde und unsicheren Ursprungs ist. Der Artname „ebulus“ kommt aus dem Lateinischen und bezieht sich auf den Ebbio, den alten Namen der Pflanze, der von Vergil und anderen klassischen Autoren erwähnt wird. Im Italienischen erinnert der Name „Sambuco ebbio“ an diese nomenklatorische Tradition und die Unterscheidung von der häufigeren Art Sambucus nigra.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, „Flora d'Italia“
- Acta Plantarum - Flora der italienischen Regionen (Steckbrief von Giuliano Salvai)
- Tela Botanica / H. Coste, „Flore descriptive et illustrée de la France“
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (8 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Adoxaceae
- Vollständiger Name
- Sambucus ebulus L.
- Lebensform
- Geofite rizomatose
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