Pflanzenart
Phytolacca americana
L.
Amerikanische Kermesbeere
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze, kräftig, ursprünglich aus Nordamerika, mit aufrechtem Wuchs und variabler Höhe von 1 bis 3 Metern, manchmal bis zu 7 Metern unter günstigen Bedingungen. Der Stängel ist robust, an der Basis oft verholzt, vierkantig (tetragonal) und kahl, mit einer Färbung, die von hellgrün bis rötlich-violett variiert und sich im Verlauf der Vegetationsperiode intensiviert. Die Zweige sind fast zylindrisch und verzweigt, was der Pflanze ein buschiges Aussehen verleiht.
Die Blätter sind wechselständig, kurz gestielt (1-6 cm), mit lanzettlicher oder oval-lanzettlicher Blattspreite, deren Größe von 3-5 cm bis zu 35 cm Länge und bis zu 18 cm Breite variiert, mit ganzrandigem Blattrand und einer Basis von stumpf bis leicht herzförmig. Die Spitze ist spitz zulaufend oder zugespitzt, oft mit einem kleinen Stachel (mucronat). Die obere Blattseite ist hellgrün und glänzend, neigt bei voller Sonneneinstrahlung zum Vergilben, während die Unterseite mattgrün mit auffälligen, oft rötlichen Nerven erscheint.
Die Blüten, ohne echte Kronblätter, sind klein, fünfzählig, mit einem kelchartigen Perianth aus 5 eiförmigen, konkaven und bleibenden Tepalen, deren Farbe von weiß-grünlich bis rosa oder purpur variiert. Sie sind in aufrechten oder leicht hängenden Trauben zusammengefasst, die 6 bis 30 cm lang sind, an Stielen von bis zu 15 cm Länge getragen werden, mit Blütenstielen von etwa 3-13 mm. Jede Blüte besitzt 9-12 aufrechte Staubblätter, die auf einer fleischigen Scheibe sitzen, und einen oberständigen Fruchtknoten, der aus 6-12 mindestens zur Hälfte verwachsenen Fruchtblättern besteht, mit kurzen und bleibenden Griffeln. Die Blütezeit erstreckt sich überwiegend von Juli bis Oktober.
Die Früchte sind kugelige, leicht abgeflachte Beeren mit 10 Rippen, die den 10 Fruchtblättern entsprechen, mit einem Durchmesser von 5-11 mm. Die Farbe variiert von anfänglichem Grün bis zu dunkelpurpur bis fast schwarz bei Reife, mit glänzender Oberfläche. Die Samen sind schwarz, linsenförmig, glänzend und etwa 3 mm groß. Die Beerentrauben sind zunächst aufrecht, werden durch das Krümmen der Stiele bei Reife hängend und verbleiben lange an der Pflanze.
Das Wurzelsystem besteht aus einer tiefreichenden, knolligen Pfahlwurzel mit spindelförmiger Form und weißem Mark, die zur kräftigen Ausbreitung der Art beiträgt.
Lebensraum und Verbreitung
Ursprünglich aus Nordamerika stammend, ist die Art heute weit verbreitet eingebürgert und gilt in vielen italienischen Regionen und im Mittelmeerraum als invasive Neophyt. Sie bevorzugt gestörte Standorte wie brachliegende Flächen, Felder, Straßenränder, Ufer von Gewässern, Gärten und Ruderalflächen, meist auf frischen, humusreichen und gut durchlässigen Böden. Ihr Vorkommen wird bis zu 400 Metern Höhe gemeldet.
In Italien ist sie im gesamten Gebiet verbreitet, mit besonderer Präsenz in den südlichen Regionen und im mediterranen Raum. Die Art passt sich sonnigen oder halbschattigen Lagen an und zeigt eine gewisse Toleranz gegenüber anthropogenen Lebensräumen.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis Oktober, mit einigen geografischen Schwankungen, die vom lokalen Klima und der Ressourcenverfügbarkeit abhängen. In gemäßigten Mittelmeergebieten kann sie bereits im Juni beginnen und bis September andauern.
Ökologie und Bestäubung
Die kleinen weiß-grünlichen oder purpurfarbenen Blüten ohne auffällige Kronblätter werden hauptsächlich von bestäubenden Insekten besucht, die vom Nektar und der zarten Farbe der Tepale angezogen werden. Die Pflanze produziert reichlich fleischige Beeren, die die Samenverbreitung durch fruchtfressende Tiere, insbesondere Vögel, fördern und so die Ausbreitung in der Umgebung erleichtern.
Die kräftige knollige Wurzel ermöglicht der Pflanze eine schnelle Regeneration und eine bemerkenswerte Kolonisierungsfähigkeit, was zu ihrem invasiven Charakter in natürlichen und anthropogenen Lebensräumen beiträgt.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Trotz ihrer dekorativen Schönheit und der historischen Nutzung als Gartenpflanze ist die gesamte Pflanze giftig: Sie enthält triterpenoide Saponine, Glucoside, Lektine und andere toxische Substanzen, die bei Einnahme schwere Symptome wie Brennen, Erbrechen, blutige Durchfälle, Krampfanfälle und Koma verursachen können. Der Kontakt mit dem Pflanzensaft kann bei empfindlichen Personen Kontaktdermatitis auslösen.
Historisch wurden die Beeren zur Herstellung roter Farbstoffe verwendet, die zum Färben von Wein und Textilien dienten, während die wurzelreiche an Saponinen Wurzel zur Seifenherstellung genutzt wurde.
In der traditionellen Medizin fand die Pflanze Verwendung als Bitterkraut, Abführmittel, Insektizid und entzündungshemmendes Mittel, vor allem zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen, Entzündungen und Hautinfektionen, wobei die Anwendung durch die Toxizität eingeschränkt ist. Die amerikanischen Ureinwohner nutzten sie als Brechmittel und Rheumamittel, indem sie Wurzelumschläge bei Mastitis und anderen Entzündungen anwendeten.
Einige junge Pflanzenteile wurden nach sorgfältigem Abkochen und Wasserwechsel in bestimmten kulinarischen Traditionen als spargelähnliches Gemüse verzehrt, der Konsum wird jedoch aufgrund der Gefährlichkeit der Pflanze generell nicht empfohlen.
Pharmakologisch wurden antivirale Proteine (wie PAP, pokeweed antiviral protein) isoliert, die für Studien gegen das HIV-Virus verwendet werden und ein wissenschaftliches Interesse an den bioaktiven Verbindungen der Art zeigen.
Etymologie
Der Gattungsname „Phytolacca“ leitet sich von der Kombination des griechischen „phytón“ (Pflanze) und dem indischen Begriff „lakh“ ab, der sich auf einen Farbstoff aus einem Insekt bezieht und die violette Farbe des Safts der Beeren widerspiegelt. Das Artepitheton „americana“ weist auf die geografische Herkunft der Art, den nordamerikanischen Kontinent, hin.
Der deutsche Trivialname „Amerikanische Kermesbeere“ entspricht dem italienischen „fitolacca americana“ und leitet sich vom lateinischen und wissenschaftlichen Namen ab, wobei „americana“ die außereuropäische Herkunft betont.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, "Flora d'Italia"
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Marinella Zepigi)
- Tela Botanica / H. Coste, "Flore descriptive et illustrée de la France"
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Scheda botanica
| Famiglia | Phytolaccaceae |
|---|---|
| Fioritura | luglio – ottobre |
| Forma biologica | Rhizomatös |
| Habitat | mit weißen Blüten, giftige Pflanze |
| Tossicità | Tossica — non consumare |
Domande frequenti
- Quando fiorisce Amerikanische Kermesbeere?
- Amerikanische Kermesbeere fiorisce luglio – ottobre.
- È tossica Amerikanische Kermesbeere?
- Amerikanische Kermesbeere è una pianta tossica o velenosa. Non consumare nessuna sua parte senza aver consultato un esperto.
- Che tipo di pianta è Amerikanische Kermesbeere?
- Amerikanische Kermesbeere è una Geophyten (Rhizomatös) secondo la classificazione di Raunkiaer.
- A quale famiglia appartiene Amerikanische Kermesbeere?
- Amerikanische Kermesbeere appartiene alla famiglia botanica Phytolaccaceae.
Wo ich sie gefunden habe (6 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Phytolaccaceae
- Vollständiger Name
- Phytolacca americana L.
- Synonyme
- Phytolacca decandra L.; Phytolacca vulgaris Bubani, nom. illeg.; Phytolacca vulgaris Crantz
- Lebensform
- Geophyten rhizomatös
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