Pflanzenart
Glaucium flavum
Crantz
Gelber Hornmohn
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Pflanze, kahl oder mit vereinzelten Borsten an der Basis, 20 bis 60 cm hoch, gekennzeichnet durch eine aufrechte und verzweigte Wuchsform. Der Stängel ist robust, im oberen Bereich kahl werdend, manchmal glauceszierend, mit vorstehenden, vor allem an der Basis verstreuten Borsten.
Die zahlreichen grundständigen Blätter sind rosettenförmig angeordnet, 10 bis 30 cm lang, krautig in der Konsistenz und glaukfarben. Sie sind gefiedert oder lyrat-gefiedert mit tief eingeschnittenen, gezähnten oder gelappten Lappen, oft mit einem gekerbten-zahnigen Rand. Die Stängelblätter werden allmählich kürzer, sind sitzend und umfassen den Stängel, mit weniger ausgeprägten Lappen als die grundständigen Blätter.
Die Blüten sind endständig, einzeln, zwittrig und groß, mit einem Durchmesser von bis zu 7-9 cm. Sie besitzen vier eiförmig-obovate, leuchtend gelbe Blütenblätter, manchmal mit orangefarbenen Schattierungen an der Basis, etwa 2-4 cm lang. Die Blüte wird von einem kurzen, glatten und kahlen Blütenstiel getragen. Die Kelchblätter sind zwei an der Zahl, länglich-ovale Form, 15-30 mm lang. Zahlreiche Staubblätter mit gelben Staubbeuteln umgeben einen oberständigen, zweikammerigen Fruchtknoten mit einem mitraformen Stigma.
Die Frucht ist eine lange, schotenförmige Kapsel, genannt Cerazio, die 20-30 cm Länge überschreiten kann. Sie ist kahl oder warzig-rauh, oft gebogen, aber manchmal gerade, und öffnet sich durch eine Längsspaltung in zwei Klappen von der Spitze bis zur Basis. Die Samen sind klein (1-1,5 mm), dunkel, nierenförmig und gewölbt.
Das Wurzelsystem, typisch für psammophile Pflanzen, ist robust und geeignet, sandige Küstenböden zu stabilisieren, wird jedoch in den Quellen nicht detailliert beschrieben.
Lebensraum und Verbreitung
Typisch küsten- und psammophil wachsend, gedeiht auf sandigen Böden, Dünen und trockenen Stränden, oft in exponierten Meeresumgebungen. Es handelt sich um eine halophile Pflanze, die salztolerant ist. Sie kommt auch auf kiesigen Stränden und organisch reichen Böden vor, oft nitrophil, von 0 bis etwa 200 Meter Höhe.
In Italien ist sie entlang der Küsten verbreitet, insbesondere in den mediterranen Klimaregionen. Ihre Verbreitung erstreckt sich über Südeuropa und Mitteleuropa bis nach Skandinavien und reicht auch nach Westasien, Nordafrika und Nordamerika. Im mediterranen Raum ist sie häufig an sandigen Küsten und sonnigen, gut entwässerten Uferzonen anzutreffen.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Oktober, mit Höhepunkten vor allem zwischen Juni und September. Der Zeitraum kann je nach Breitengrad und Höhe leicht variieren, wobei er in wärmeren Gebieten früher beginnt und in nördlicheren oder bergigen Regionen später einsetzt.
Ökologie und Bestäubung
Die Pflanze zeigt eine typische Fortpflanzungsstrategie von scapösen Hemikryptophyten mit verlängertem Blütenstand und oft blattfreiem Achsenabschnitt. Die großen und auffälligen Blüten sind zwittrig und öffnen sich einzeln an den Zweigenden, was die entomophile Bestäubung erleichtert. Die häufigsten Bestäuber sind Bienen, Hummeln und andere Hautflügler, die von der intensiven gelben Farbe und dem Nektar angezogen werden.
Die Samenverbreitung erfolgt durch die Kapseln, die sich längs öffnen und zahlreiche kleine, leichte Samen freisetzen, welche vom Wind oder Wasser entlang der Küsten transportiert werden können. Die Pflanze ist gut an die Besiedlung beweglicher Sandböden angepasst und trägt zur Stabilisierung der Dünen bei.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Der Hornmohn ist eine giftige Art, die Alkaloide wie Glaucin enthält, einen Wirkstoff mit bronchodilatatorischen, entzündungshemmenden und hustenstillenden Eigenschaften. Traditionell wurden die Blätter in der Volksmedizin für diese Zwecke verwendet, jedoch kann eine unkontrollierte Einnahme schwere Nebenwirkungen wie Halluzinationen, Erbrechen und Tachykardie verursachen.
Neben der medizinischen Nutzung wird die Pflanze auch zu Zierzwecken geschätzt, insbesondere in Gärten in Meeresnähe, wo sie zusammen mit anderen Papaveraceae zur Anlage farbenfroher Beete verwendet wird.
Der gebräuchliche Name „Hornmohn“ leitet sich von der länglichen und spitzen Form der Fruchtkapseln ab, die an Hörner erinnern.
Etymologie
Der wissenschaftliche Name stammt vom griechischen „glaukós“, was „blau-grün“ oder „glauk“ bedeutet, in Bezug auf den leichten wachsartigen und glauceszierenden Überzug der Blätter. Das spezifische Epitheton „flavum“ kommt vom lateinischen „flavus“, also gelb, und verweist auf die leuchtende Farbe der Blütenblätter.
Der italienische Trivialname „papavero cornuto“ bezieht sich auf die länglichen, hornähnlichen Kapseln, die die charakteristische Frucht der Art darstellen.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, "Flora d'Italia"
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Nino Messina)
- Tela Botanica / H. Coste, "Flore descriptive et illustrée de la France"
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (13 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Papaveraceae
- Vollständiger Name
- Glaucium flavum Crantz
- Lebensform
- Emicriptofite scapose
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