Pflanzenart
Daphne gnidium
L.
Herbst-Seidelbast
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Strauchartige, immergrüne und ausdauernde Pflanze mit aufrechtem Wuchs, die eine Höhe zwischen 60 und 150(200) cm erreicht. Die Stängel sind zylindrisch, glatt und vor allem im oberen Bereich verzweigt; in der Jugendphase sind sie fein behaart (puberulent), das heißt mit einem leichten Haarfilz bedeckt, während die reife Rinde zunächst eine bräunlich-rötliche Färbung annimmt, die mit dem Alter zu ergrauen neigt.
Die Blätter sind spiralig entlang der Zweige angeordnet, mit einer oblanzettlichen oder oblanzettlich-linearen Blattspreite, deren Größe zwischen 3-5 mm Breite und 20-45 mm Länge variiert, seltener bis zu 50 mm. Sie haben ganze Ränder, sind kahl (also ohne Haare), ledrig und etwa ein Jahr lang beständig. Die Blattspitze ist spitz und mucronat (endet in einer kleinen Spitze), während die Unterseite kleine punktförmige Drüsen aufweist. Die Blätter sind dunkelgrün und erinnern vage an Lorbeerblätter, wovon der Gattungsname herrührt.
Die Blüten sind zwittrig und in endständigen, zusammengedrängten und verzweigten Rispen angeordnet, die 10 bis 60 Blüten tragen können. Sie sind radiärsymmetrisch, ohne Kronblätter, besitzen aber einen röhrenförmigen Perianth (Hypanthium) von milchig-weißer oder gelblicher Farbe mit grauweiß-wolliger Oberfläche, etwa 2,5-4 mm lang. Das Hypanthium besteht aus vier eiförmig-stumpfen Lappen, 1,5-2,5 mm lang. Die Blüten sind gestielt, mit tomentösen Blütenstielen, und verströmen einen angenehmen Duft. Es sind acht Staubblätter vorhanden, die im Inneren des Perianth-Röhrchens inseriert sind, während der Fruchtknoten oberständig und einkammerig ist, mit sehr kurzem Griffel und kopfiger Narbe.
Die Frucht ist eine fleischige Steinfrucht, eiförmig oder birnförmig, etwa 7-8 mm lang und 6-7 mm breit, mit einem Exokarp, das bei Reife von grün zu rot-orange wechselt. Die Samen im Inneren sind eiförmig, an der Spitze verjüngt, 4-5 x 2-3 mm groß. Das Wurzelsystem ist in den verfügbaren Quellen nicht detailliert beschrieben.
Die gesamte Pflanze ist hochgiftig aufgrund des Vorhandenseins von Verbindungen wie Mezerein und Daphnin, harzartigen und glycosidischen Substanzen, die abführende, reizende und blasenerzeugende Wirkungen auf Haut und Schleimhäute ausüben.
Habitat und Verbreitung
Die Art ist typisch für die mediterrane Region und die Makaronesische Region, in Italien vor allem in den südlichen Regionen, auf Sardinien und Korsika verbreitet, sowie im westlichen Mittelmeerraum und in einigen Gebieten Südfrankreichs (Provence, Languedoc, Roussillon), in Spanien und an den atlantischen Küsten Frankreichs.
Sie wächst vorwiegend in trockenen Lebensräumen auf sandigen oder felsigen Substraten mit tendenziell basischem oder leicht saurem pH-Wert. Charakteristisch ist sie für immergrüne mediterrane Macchien, Garrigue, lichte Wälder und Hecken, mit heliophiler (sonnenliebender) und xerophiler (dürretoleranter) Exposition. Sie kommt allgemein vom Meeresspiegel bis etwa 800 Meter Höhe vor.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September, mit geografischen Variationen, die sie in milderen Mittelmeergebieten von März bis Oktober vorverlegen können. Die Blüten sind somit während eines Großteils der Sommerzeit vorhanden.
Ökologie und Bestäubung
Die Bestäubung erfolgt entomophil, hauptsächlich vermittelt durch Insekten wie Schmetterlinge, die vom Duft und der weißen Farbe der Blüten angezogen werden. Die Pflanze produziert eine große Anzahl zwittriger Blüten, um die Bestäubungschancen zu maximieren.
Die Samenverbreitung erfolgt hauptsächlich durch Endozochorie, also durch Aufnahme der Steinfrüchte durch Tiere, die deren Verbreitung über Kot oder Wiederkäuen fördern. Dieser Mechanismus ermöglicht der Art, neue Räume auch weit entfernt von der Mutterpflanze zu besiedeln.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Die Gattung Daphne ist seit der Antike für ihre starke Giftigkeit und ihre medizinischen Eigenschaften bekannt. Die in der Pflanze enthaltenen chemischen Substanzen wie Mezerein und Daphnin sind hochgiftig und wurden früher medizinisch als Abführmittel, Rubefazien (durchblutungsfördernde Mittel) und Blasenbildner verwendet. Ihre Anwendung erfordert jedoch äußerste Vorsicht, da sie bereits in kleinen Dosen gefährlich sind.
Auf ethnobotanischer Ebene wurde Daphne gnidium in einigen Volkstraditionen vorsichtig wegen ihrer pharmakologischen Eigenschaften genutzt, ist jedoch aufgrund ihrer hohen Giftigkeit nicht für den Verzehr geeignet. Kulinarische oder alimurgische Verwendungen sind nicht dokumentiert, die Pflanze wurde jedoch wegen ihres dekorativen Wuchses und des Blütendufts geschätzt.
Der italienische Trivialname "Herbst-Seidelbast" verweist auf die Ähnlichkeit ihrer Blätter mit denen des Lorbeers, der im Griechischen "dàphne" heißt, sowie auf die mythologische Sage von Daphne, der Nymphe, die zur Lorbeere wurde, um Apollo zu entkommen.
Etymologie
Der wissenschaftliche Name leitet sich vom griechischen "dàphne" ab, was Lorbeer bedeutet, in Bezug auf die Ähnlichkeit der Blätter dieser Pflanze mit denen des Lorbeers. Das spezifische Epitheton "gnidium" bezieht sich auf die antike griechische Stadt Knidos (lateinisch "Cnidus", altgriechisch "Κνίδος") in Anatolien, von der wahrscheinlich ein Synonym oder eine Population dieser Art stammt.
Der italienische Trivialname "Herbst-Seidelbast" ist eine lokale Variante, die sowohl die Form der Pflanze als auch ihre Verwandtschaft mit der Gattung Daphne hervorhebt.
Quellen
- Prof. P.V. Arrigoni, "Flora analitica della Toscana", "Flora dell'Isola di Sardegna"
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Anja Michelucci)
- Tela Botanica / H. Coste, "Flore descriptive et illustrée de la France"
Merkmale
Scheda botanica
| Famiglia | Thymelaeaceae |
|---|---|
| Fioritura | luglio – settembre |
| Forma biologica | Strauchig |
| Habitat | mit weißen Blüten, giftige Pflanze |
| Tossicità | Tossica — non consumare |
Domande frequenti
- Quando fiorisce Herbst-Seidelbast?
- Herbst-Seidelbast fiorisce luglio – settembre.
- È tossica Herbst-Seidelbast?
- Herbst-Seidelbast è una pianta tossica o velenosa. Non consumare nessuna sua parte senza aver consultato un esperto.
- Che tipo di pianta è Herbst-Seidelbast?
- Herbst-Seidelbast è una Phanerophyten (Strauchig) secondo la classificazione di Raunkiaer.
- A quale famiglia appartiene Herbst-Seidelbast?
- Herbst-Seidelbast appartiene alla famiglia botanica Thymelaeaceae.
Wo ich sie gefunden habe (7 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Thymelaeaceae
- Vollständiger Name
- Daphne gnidium L.
- Lebensform
- Phanerophyten strauchig
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