Pflanzenart
Carpobrotus edulis
(L.) N.E.Br.
Hottentottenfeige
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige sukkulente Pflanze, gekennzeichnet durch ein kriechendes Wachstum mit krautigen Stängeln, die bis zu 2-3 Meter lang werden können. Die Stängel sind robust, etwa 10-15 mm dick, mit geflügelten Internodien und einer beständigen, lederartigen Rinde. Das Wurzelsystem ist faserig und geeignet, die Pflanze in sandigen und marinen Umgebungen zu verankern.
Die Blätter sind gegenständig, fleischig und kahl, mattgrün oder blass gefärbt, mit einer länglichen Form von linear bis lanzettlich. Sie sind typischerweise 8 bis 12 cm lang (manchmal bis zu 14 cm) und bis zu 13 mm breit, mit einem deutlich dreieckigen Querschnitt und spitzem Apex. Die obere Oberfläche ist konkav und der äußere Winkel nahe der Spitze ist leicht gezähnt.
Die Blüten sind einzeln, gestielt, von beträchtlicher Größe mit einem Durchmesser von 6 bis 10 cm. Die Krone besteht aus zahlreichen Blütenblättern (zwischen 100 und 200), die in 2-4 (manchmal bis zu 5) Reihen angeordnet sind; die Blütenblätter sind anfangs leuchtend gelb und neigen mit dem Alter zu einer Färbung in Richtung Fuchsie oder Rosa. Die zahlreichen Staubblätter, ebenfalls gelb, sind in 4-7 Reihen organisiert und können einfach oder gefiedert sein. Die etwa 8-15 mm langen Narben strahlen während der Fruchtreife über der Frucht aus.
Die Frucht ist eine fleischige Beere, keulen- oder fast kugelförmig, mit leicht eingedrückter Spitze, gelblich gefärbt und etwa 20-35 mm groß. Jede Frucht ist in 7-14 Fächer unterteilt und enthält eine hohe Anzahl von Samen, etwa 1000. Die Beere ist nicht aufbrechend und produziert viele kleine Samen.
Lebensraum und Verbreitung
Diese Art stammt aus den Küstengebieten Südafrikas, ist heute jedoch in vielen Mittelmeerregionen weit verbreitet und eingebürgert, einschließlich Italien, wo sie hauptsächlich entlang sandiger Küsten und Küstendünen vorkommt. Sie bevorzugt marine Umgebungen mit voller Sonneneinstrahlung und sandigen oder trockenen Böden, oft in der Nähe der Brandung.
In Italien ist sie vor allem in den südlichen und insularen Regionen mit heißem, trockenem Mittelmeerklima anzutreffen. Sie wächst vom Meeresspiegel bis zu moderaten Höhen, in der Regel nicht über 100-200 Meter, wo sandige und salzhaltige Bedingungen günstig sind.
Blütezeit
Die Blütezeit liegt hauptsächlich im Frühling und Frühsommer, zwischen April und Mai. Der Zeitraum kann je nach Breitengrad und lokalen klimatischen Bedingungen leicht variieren, mit vorgezogener oder verlängerter Blüte in wärmeren oder gemäßigten Gebieten.
Ökologie und Bestäubung
Die großen, auffällig gefärbten Blüten sind an die Bestäubung durch blütenbesuchende Insekten angepasst, insbesondere Bienen und andere Hymenopteren, die von den gelben Blütenblättern angezogen werden, die mit dem Alter ins Fuchsienfarbene übergehen. Die zahlreichen Staubblätter und die reichliche Pollenproduktion machen die Art reproduktiv sehr effektiv.
Die fleischigen Früchte, reich an Samen, fördern die Verbreitung durch fruchtfressende Tiere, die die Beeren fressen und die Samen mit dem Kot verbreiten, wodurch die Kolonisierung neuer Standorte, insbesondere in sandigen Küstenbereichen, unterstützt wird.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Der „Ottentotten-Feigenkaktus“ ist bekannt für seine essbaren Eigenschaften: Die Früchte sind süß und können frisch verzehrt oder zu Marmeladen verarbeitet werden. Die Pflanze wurde traditionell in verschiedenen Kulturen für Nahrungs- und Heilzwecke verwendet, insbesondere wegen ihrer weichmachenden und lindernden Eigenschaften, die bei der Behandlung kleiner Hautbeschwerden oder Entzündungen wirksam sind.
Im Zierpflanzenbereich wird sie aufgrund ihrer Fähigkeit, den Boden schnell zu bedecken und trockenen sowie salzhaltigen Bedingungen zu widerstehen, häufig zur Stabilisierung von Küstendünen und als Bodendecker in mediterranen Gebieten eingesetzt.
Der gebräuchliche Name „Ottentotten-Feige“ leitet sich vom Volk der Khoikhoi (auch Ottentotten genannt) ab, den ursprünglichen Bewohnern Südafrikas, aus deren Heimat die Art stammt. Der botanische Name „Carpobrotus“ stammt vom Griechischen „karpos“ (Frucht) und „brotos“ (essbar) und betont somit die Genießbarkeit der Frucht.
Etymologie
Der Gattungsname Carpobrotus bezieht sich auf die essbare Natur der Frucht (aus dem Griechischen: „karpos“ = Frucht und „brotos“ = essbar). Das Artepitheton edulis bedeutet „essbar“ auf Latein und verweist ebenfalls auf die kulinarische Verwendung der Pflanze.
Der italienische Trivialname „fico degli Ottentotti“ verweist auf die geografische Herkunft der Art, verbunden mit der Bevölkerung der Khoikhoi (auch Ottentotten genannt), die in Südafrika beheimatet ist und von der die Pflanze ins Mittelmeergebiet eingeführt wurde.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, Flora d'Italia
- Tela Botanica / H. Coste, Flore descriptive et illustrée de la France
- World Flora Online (WFO)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (4 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Aizoaceae
- Vollständiger Name
- Carpobrotus edulis (L.) N.E.Br.
- Synonyme
- Carpobrotus edulis (L.) L.Bolus, isonym; Mesembryanthemum edule L.
- Lebensform
- Camefite suffruticose
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