Pflanzenart
Anemone coronaria
L.
Kronen-Anemone
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige krautige Zwiebelpflanze, Anemone coronaria besitzt einen einzelnen, aufrechten, aber leicht geschwungenen Stängel, der eine Höhe von 20 bis 40 cm erreicht. Der Stängel ist an der Basis verdickt und kann biegsam sein; im oberen Teil kann er leicht behaart sein. Das Wurzelsystem besteht aus einem bräunlichen Knollen, aus dem jedes Jahr Stängel und Blätter wachsen.
Die grundständigen Blätter sind dreizählig gefiedert oder doppelt gefiedert, in schmale, lineare Lappen geteilt, die divergieren, mit einer meist behaarten Unterseite. Die Stängelblätter bilden hingegen eine charakteristische, blattartige Hülle in Form einer Krone knapp unter der Blüte; diese Hochblätter haben eine verbreiterte Basis mit oft gezacktem Rand und sind ebenfalls tief in schmale, längliche Lappen geteilt.
Die Blüten sind einzeln und groß, mit einem Durchmesser von 3,5 bis 6,5 cm. Sie bestehen aus 5-8 kronblattähnlichen Kelchblättern von elliptisch-abgerundeter, eiförmiger oder fast runder Form, mit manchmal gezähnten oder gelappten Rändern. Die Farbe der Kelchblätter variiert stark: von Weiß bis Violett, von Fuchsia bis Rot, bis hin zu blau-violetten Tönen, abhängig von den Sorten und Populationen. Die Staubbeutel sind blau-violett oder bläulich gefärbt, ein weiteres charakteristisches Merkmal der Art.
Die Früchte sind wollige Karpelle mit einem kurzen, kahlen Schnabel. Die Pflanze besitzt einen geophytischen Zwiebel-Lebenszyklus, das heißt, sie überdauert den Winter durch die unterirdische Knolle.
Lebensraum und Verbreitung
Anemone coronaria ist eine typisch mediterrane Art, deren Verbreitung die mediterranen Küsten Europas und Westasiens umfasst. In Italien findet man sie vor allem entlang der Küstenregionen und in niedrig gelegenen Berggebieten, oft in der Nähe von Olivenhainen, offenen Feldern und an Rändern von Kulturen. Sie ist häufiger entlang der Adriaküste und in Sizilien anzutreffen, wo überwiegend Formen mit violetten oder rot-violetten Blüten vorkommen, während an den Westküsten häufiger Individuen mit roten oder purpurfarbenen Blüten zu finden sind.
In Mittelitalien wurde die Art in sehr früher Zeit eingeführt (Archäophyt), wie einige Populationen in der Nähe etruskischer Ruinen belegen. Die Kolonien in Norditalien sind dagegen jüngeren Datums und stammen wahrscheinlich von zu Zierzwecken kultivierten Stämmen ab.
Sie bevorzugt gut durchlässige Böden, oft kalkhaltig oder steinig, mit sonniger oder teilweise schattiger Lage. Die Art ist an mediterrane Klimata mit milden Wintern und kühlen Frühlingen angepasst.
Blütezeit
Die Blütezeit liegt meist zwischen Februar und April, mit einigen Variationen je nach geografischem Gebiet und lokalen klimatischen Bedingungen. In milderen Regionen kann die Blüte bereits Ende Winter beginnen. Die Blüten öffnen sich einzeln an der Spitze des Stängels und bieten eine spektakuläre Farbvielfalt.
Ökologie und Bestäubung
Anemone coronaria wird hauptsächlich von bestäubenden Insekten besucht, die von den lebhaften Farben und den bläulichen Staubbeuteln angezogen werden, welche auf das Vorhandensein von Pollen hinweisen. Die häufigsten bestäubenden Insekten sind Bienen und andere Hautflügler. Die einzelne und prominente Anordnung der Blüten erleichtert die Pollenverbreitung.
Die Samenverbreitung erfolgt über die wolligen Karpelle, die durch ihre behaarte Struktur vom Wind oder von Tieren transportiert werden können. Die Pflanze nutzt zudem die Fähigkeit, sich aus der unterirdischen Knolle zu regenerieren, was eine gute Persistenz über die Zeit auch unter variablen Umweltbedingungen ermöglicht.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Der Gattungsname Anemone stammt vom griechischen ἀνεμώνη (anemóne), was „Tochter des Windes“ bedeutet und auf die Leichtigkeit verweist, mit der die Blütenblätter vom Wind verstreut werden. Das Artepitheton „coronaria“ könnte sich auf die kronenartige Anordnung der Hochblätter unter der Blüte beziehen oder auf die alte Verwendung der Blüten zur Herstellung von Festkränzen.
Die Art hat eine lange Geschichte als Zierpflanze und Schnittblume, dank ihrer Schönheit und der farblichen Vielfalt der Blüten. Sie ist jedoch auch eine giftige Pflanze, wie viele Ranunculaceae, und sollte mit Vorsicht behandelt werden.
In der Ethnobotanik ist Anemone coronaria mit Mythen und Legenden verbunden, darunter die der Nymphe Anemone, die von der Blumengöttin Chloris zur Strafe für ihre Schönheit in eine Blume verwandelt wurde. Die Pflanze wurde traditionell wegen ihrer frühen Blüte und ihres starken visuellen Eindrucks in mediterranen Landschaften geschätzt.
Übermäßiges Sammeln in der Natur hat in einigen Gebieten zu einer Verarmung der Bestände geführt, weshalb eine unkontrollierte Entnahme vermieden werden sollte.
Etymologie
Der Gattungsname Anemone stammt vom griechischen ἀνεμώνη (anemóne), „Tochter des Windes“, mit Bezug auf die Leichtigkeit und die Fähigkeit, mit der die Blütenblätter vom Wind verteilt werden. Das Artepitheton coronaria kann sich auf die kronenförmige Gestalt der Hochblätter unter der Blüte oder auf die alte Verwendung der Blüten zur Herstellung von Festkränzen beziehen.
Der italienische Trivialname „Kronen-Anemone“ verweist auf die Tradition des Zierpflanzenanbaus und des Verkaufs dieser Blumen, die für Blumenarrangements und Gärten sehr geschätzt werden.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, "Flora d'Italia"
- Acta Plantarum – Flora delle regioni italiane (scheda di Giovanni Gestri)
- Tela Botanica / H. Coste, "Flore descriptive et illustrée de la France"
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe (9 Beobachtungen)
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Ranunculaceae
- Vollständiger Name
- Anemone coronaria L.
- Lebensform
- Geofite bulbose
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