Pflanzenart
Moltkia suffruticosa
(L.) Brand
Erba perla rupestre
Beschreibung
Morphologische Beschreibung
Mehrjährige suffrutikose Pflanze aus der Familie der Boraginaceae, mit einem büscheligen und aufsteigenden Wuchs, holzigen Stängeln an der Basis, oft verdreht und in zahlreiche blütenführende Zweige verzweigt, die nickend (hängend) oder aufsteigend sein können. Der Stängel ist durch eine rauhe Oberfläche gekennzeichnet, bedeckt mit aufrecht-anliegenden Haaren von etwa 0,6-1 mm Länge, was eine raue Textur beim Anfassen verleiht.
Die Blätter sind linear, schmal und länglich geformt, mit einer Länge von 3 bis 6 cm. Die unteren Blätter sind sehr dünn, mit einer Breite von weniger als 1 mm, während die oberen Blätter etwas breiter sind, zwischen 1,7 und 2,5 mm. Die obere Blattseite ist dunkelgrün, die Unterseite dagegen heller.
Die Blütenstände bestehen aus dichten Dolden, oft begleitet von Hochblättern. Die Blüten besitzen eine violett-bläuliche Krone mit einer etwa 10 mm langen Röhre und 3 mm langen Lappen. Der Kelch zeigt lineare Zähne von 4-5 mm Länge, die nur an der Basis verwachsen sind. Der Griffel ragt hervor, ist 3-4 mm lang und hebt sich deutlich über die Kronröhre hinaus. Die Frucht besteht aus eiförmigen und gebogenen Mericarpen von etwa 3 mm Länge.
Das Wurzelsystem, typisch für Bergpflanzen, ist gut entwickelt und verankernd, geeignet zur Stabilisierung der Pflanze in felsigen Umgebungen mit dünnen Böden.
Lebensraum und Verbreitung
Endemische Pflanze Italiens, deren Verbreitung hauptsächlich auf die Apuanischen Alpen und die Venetischen Voralpen beschränkt ist, insbesondere in den Gebieten des Monte Grappa und der Region Vicenza. Sie ist auch in Küsten- und Bergregionen anzutreffen und zeigt eine gewisse Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche ökologische Bedingungen, solange diese durch felsige und gut drainierte Substrate gekennzeichnet sind.
Bevorzugt sonnige oder leicht schattige Standorte, typisch für Berg- und Voralpenregionen, mit meist armen, kalkhaltigen oder silikatischen Böden, die oft sehr durchlässig und flach sind. Ihr Vorkommen wird hauptsächlich in mittel- bis hochgelegenen Bereichen der Apuanischen Alpen und der Venetischen Voralpen gemeldet, wo sie in Felsspalten und auf trockenen Hängen gedeiht.
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich hauptsächlich von Mai bis Juni. Dieser Zeitraum ermöglicht es der Pflanze, die klimatischen Bedingungen des Frühlings und Sommers mit milden Temperaturen und einer guten Verfügbarkeit von bestäubenden Insekten zu nutzen. Es sind keine signifikanten Unterschiede in der Blütezeit zwischen den verschiedenen Verbreitungsgebieten bekannt.
Ökologie und Bestäubung
Die Art setzt hauptsächlich auf entomogame Bestäubung, angezogen von den violett- und blaugefärbten Blüten, die in dichten Dolden erscheinen. Die wichtigsten Bestäuber sind wahrscheinlich Bienen und andere Hautflügler, die durch Farbe und Form der Krone angelockt werden, welche den Zugang zum Nektar erleichtert.
Die Samenverbreitung erfolgt über die Mericarpen, die, da sie eiförmig und gebogen sind, in unmittelbarer Nähe der Mutterpflanze fallen oder durch abiotische Faktoren wie Wasser oder Schwerkraft transportiert werden können, bedingt durch den felsigen und steilen Lebensraum.
Kuriositäten und traditionelle Verwendung
Derzeit liegen keine detaillierten Informationen zu medizinischen, ernährungsbezogenen oder folkloristischen Anwendungen dieser Art vor. Ihre Seltenheit und begrenzte Verbreitung machen sie vor allem für botanische und naturschutzbezogene Studien interessant, weniger für traditionelle oder volkstümliche Verwendungen.
Etymologie
Der wissenschaftliche Name Moltkia suffruticosa ist eine Hommage an den deutschen Naturforscher Joachim Godske Moltke, der Gründer des Naturhistorischen Museums in Kopenhagen war. Der Begriff „suffruticosa“ stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet die suffrutikose Eigenschaft der Pflanze, das heißt, dass die Stängel nur an der Basis verholzt sind, während der obere Teil krautig ist.
Der italienische Trivialname „Erba perla rupestre“ bezieht sich wahrscheinlich auf den felsigen Lebensraum („rupestre“) und die zarte Schönheit ihrer Blüten, die an die Leuchtkraft und Kostbarkeit einer „Perle“ erinnern.
Quellen
- Prof. S. Pignatti, „Flora d'Italia“
- Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane (scheda di Giuliano Salvai)
Merkmale
Wo ich sie gefunden habe
Die Fundorte dieser Art sind aus Schutzgründen nicht öffentlich.
Klassifikation
- Reich
- Plantae
- Familie
- Boraginaceae
- Vollständiger Name
- Moltkia suffruticosa (L.) Brand
- Lebensform
- Camefite suffruticose
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